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Brückenpfeiler am Platz für Hinrichtungen

Rinteln / Arbeitskreis Archäologie Brückenpfeiler am Platz für Hinrichtungen

Wo wurden in Rinteln einst Straftäter hingerichtet? Im Galgenfeld, aber wo genau? In Kartenabgleichen hat es der Arbeitskreis Archäologie des Heimatbunds der Grafschaft Schaumburg herausgefunden: direkt unter dem Nordpfeiler der Umgehungsstraßenbrücke.

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Bunte Punkte markieren Fundstellen des Arbeitskreises Archäologie mit Andreas Schmeihe (von rechts), Stefan Meyer, Willi Schirrmacher, Uwe Kurt Stadde und Thorben Fricke.

Rinteln (r). Ganz in der Nähe heißt eine Straße Im Galgenfeld. Auch der genaue Standort des Rottorper Turmes, des Stumpfen Turmes, wurde durch akribische Kartenarbeit eindeutig ermittelt.

 „Es war ein erfolgreiches Jahr, kein spektakulärer Fund, aber dennoch haben wir einiges erreicht und beschicken können“, so lautet der Tenor im Jahresbericht des Arbeitskreises Archäologie des Heimatbunds der Grafschaft Schaumburg. Mitglieder des Arbeitskreises unterstützten die Kommunalarchäologie als freiwillige Grabungshelfer im Bereich des ehemaligen Klosters Wölpke und bei der Grabung einer eisenzeitlichen Siedlung auf dem Gelände des geplanten Klinikums Vehlen.

 Die archäologischen Untersuchungen im Bereich des Industriegebiets Süd brachten eine ganze Reihe kleiner, unscheinbarer, aber durchaus interessanter Funde zutage. Auch hier wurde – wie bereits zuvor in der Nachbarschaft – eine auffallende eisenzeitliche Fundballung in Form markanter grob gemagerter Keramikreste festgestellt. Vermutlich befanden sich auch hier Urnengräber der Cheruskerzeit, die später durch tiefes Pflügen weitestgehend zerstört wurden.

 Gefunden wurde dabei auch ein Fragment einer salierzeitlichen Münze. Den hauchdünnen Silberpfennig aus dem 12. Jahrhundert hat man einst in der Mitte halbiert, offenbar, weil er für einen Zahlungsvorgang noch zu hochwertig war.

 Mit Spannung blickt der Arbeitskreis auf die Ergebnisse der laufenden metallurgischen Untersuchung eines Kupferbeils, das im vergangenen Jahr bei Steinbergen entdeckt wurde. Das Institut für anorganische Chemie an der Universität Hannover führt hier die Untersuchungen. Schon jetzt ist klar, dass der spektakuläre Fund zu den ältesten seiner Art in Niedersachsen gehört. Er datiert eventuell in die Anfänge der Metallverarbeitung in der mittleren Jungsteinzeit vor rund 5800 Jahren. Über Fundumstände und Untersuchungsergebnisse wird 2013 ausführlich berichtet.

 Die Fundauswertung aus dem Brunnen des Alten Museums am Kirchplatz dauert noch an. Dort wurden zum Teil ganze Tischgefäße aus dem 17. Jahrhundert geborgen. Sehr gut hat sich der Arbeitskreis im September anlässlich des „Tages des offenen Denkmals“ vor dem Heimatmuseum Hattendorf präsentiert. Sechs Mitarbeiter standen über den Tag verteilt, in einem informativ gestalteten Pavillon dem interessierten Publikum zur Verfügung. Begehungen auf den Spuren der Möllenbecker Landwehr und eines durch ein Mitglied des Arbeitskreises neu entdeckten Hügelgrabes kamen hinzu.

 Für das Museum wurden unter anderem uralte Grenzsteine für Gewanne und Fluren gesichert, und ein Mühlensteinfragment aus dem Schlamm der Hohenroder Kiesbaggerei schmückt jetzt den Vorgarten der Eulenburg. Mitarbeiter des Arbeitskreises nahmen an einer mehrtägigen Fortbildung im Landesamt für Bodendenkmalpflege in Hannover teil.

 Der Arbeitskreis lebt und wirkt ganz im Sinne der Erforschung der Schaumburger Geschichte. Nachwuchs von Interessierten ist durchaus erwünscht. Kontakt stellt man am besten über das Eulenburg-Museum her: Telefon (05751) 41197 und museum.eulenburg@t-online.de.

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