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Brutsaison stoppt Bagger

Windradbau in Westendorf Brutsaison stoppt Bagger

Jetzt steht der Bagger wieder still. Naheliegende Frage: Warum? Recherchen ergaben drei Antworten, von denen allerdings nur eine die unmittelbare Ursache für den Baustopp ist, wie sich am Ende herausstellte.Im Februar hatte das Hamburger Unternehmen Planet Enerey mit den vorbereitenden Arbeiten für den Bau eines Windrades bei Westendorf begonnen (wir berichteten).

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Die Baufläche ist planiert, der Bagger abgerückt. Die kleine Erhebung (Bildmitte) zeigt, wo das Windrad aufgestellt wird.

Quelle: jan

Antwort 1:

WESTENDORF. Bei den Baggerarbeiten ist man auf vorchristliche Gräber gestoßen. „Nicht auf Gräber“, schilderte der Archäologe Joachim Schween, sondern auf Spuren einer „Brandbestattung“ aus vorchristlicher Zeit. Die archäologische Fundstelle sei gesichert, in der nächsten Woche werde er den Fund „abarbeiten“. Einen Baustopp habe er allerdings nicht veranlasst, so Schween.

Antwort 2:

Die Erschließung des Baugeländes ist ungeklärt. „So sieht man es zumindest im Rathaus“, erklärte Hochbauamtsleiter Andreas Wendt. Denn die Baufahrzeuge müssen über den asphaltierten Feldweg, der von der Kreisstraße in Kohlenstädt in die Feldmark abzweigt und an einem unbefestigten Ackerweg endet. Der asphaltierte Teil des Wirtschaftsweges gehöre der Stadt, sei für Bauverkehr in diesem Ausmaß nicht ausgelegt und müsse ausgebaut werden. Darüber verhandele man zurzeit mit Planet Energy. Doch das sei kein Grund für einen Baustopp.

Antwort 3:

Am 1. März beginnt die Brutzeit, die bis zum 15. Juli dauert. Und das, schilderte Wendt, sei der tatsächliche Grund für den derzeitigen Baustopp. Das habe der Landkreis selbst in seiner Genehmigung unter dem Aspekt Naturschutzbelange festgelegt. Das bestätigte auf Anfrage am Freitag dann auch Michael Friedrich von Planet Energy: Die vorbereitenden Arbeiten seien von vornherein nur bis Anfang März geplant gewesen, „da Planet Energy natürlich berücksichtigt, dass dann die Brutsaison beginnt“. Allerdings seien Planet Energy derzeit keine brütenden Vogelpaare bekannt, die dort brüten, wo gebaggert worden ist.

Bei der Rintelner Verwaltung ist am Donnerstag der ablehnende Bescheid des Landkreises Schaumburg angekommen, bestätigte auf Anfrage Bürgermeister Thomas Priemer. Eine Überraschung sei nicht gewesen, dass der Landkreis weiter anderer Meinung als die Stadt ist. Zur Erinnerung: Der Landkreis hatte Planet Energy Ende 2016 die Genehmigung für den Bau von zwei Windrädern in Westendorf erteilt. Die Stadt Rinteln verweigerte dazu das Einvernehmen und legte Widerspruch gegen den Bescheid ein. Der Landkreis wiederum wies jetzt diesen Widerspruch zurück. Damit ist für die Stadt Rinteln der Klageweg offen.

Priemer erläuterte, zunächst werde die Verwaltung das aktuelle Papier des Landkreises prüfen. Dann werde sich voraussichtlich der Verwaltungsausschuss am 5. April mit dem Thema befassen.

Im Hintergrund bahnt sich inzwischen ein weiterer Streit zwischen Landkreis und Stadt an: Hat Planet Energy durch die Baggerarbeiten bereits mit dem Bau der Windkraftanlagen begonnen? Das hätte rechtlich andere Konsequenzen als bei der Auffassung des Landkreises, wonach es sich um „eine Bauvorbereitung“ handele, die nichts mit dem eigentlichen Bau der Windräder zu tun hat.  we

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