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Bürgerhaus spaltet CDU: Zwei Austritte im Ortsrat

Taubenberg / Diskussion Bürgerhaus spaltet CDU: Zwei Austritte im Ortsrat

Auch wenn das umstrittene neue Bürgerhaus für Uchtdorf inzwischen beschlossene Sache ist, zieht es dennoch nach wie vor Kreise. So ist die CDU seit Kurzem nicht mehr im Ortsrat Taubenberg vertreten.

Taubenberg (pk). Die Ortsratsmitglieder Stefan Eggert-Edeler und Wilfried Kampmeier sind aus der CDU ausgetreten, da sie mit der Haltung ihrer Partei zur Frage des Dorfgemeinschaftshauses in Uchtdorf nicht einverstanden sind. Im Ortsrat wollen sie weiterhin als fraktionslose Mitglieder vertreten bleiben.

 Für Stefan Eggert-Edeler sei die Ablehnung des neuen Bürgerhauses seitens der CDU-Fraktion im Stadtrat nur noch das berühmte „i-Tüpfelchen“, das gefehlt habe, um ihn zum Austritt aus der Partei zu bewegen. „In Abstimmung mit den anderen Dörfern hat die CDU vor der letzten Kommunalwahl eine Modernisierung des Dorfgemeinschaftshauses beschlossen – auch wenn damals noch nicht klar war, dass es ein neues geben wird. Deshalb ist die Ablehnung des neuen Bürgerhauses für mich nicht nachvollziehbar“, sagt Eggert-Edeler. „Wenn man so etwas ins Wahlprogramm aufnimmt, dann muss man auch dafür einstehen.“

 Darüber hinaus habe der in Uchtdorf lebende Eggert-Edeler einen Mangel an Bürgernähe in seiner Partei ausgemacht. „Wilfried Kampmeier und ich haben am Taubenberg, speziell in Uchtdorf, immer versucht, uns mit der Feuerwehr und anderen Vereinen abzustimmen, wenn es Probleme gab. Andere machen so etwas nur über die Zeitung. Aber das entspricht nicht meiner Auffassung von Politik.“ Von den Gegnern des neuen Bürgerhauses habe sich seines Wissens jedenfalls „niemand im Dorf blicken lassen“.

 Zwar sei er schon seit langem CDU-Wähler. Aber auch auf Bundesebene handelten die Christdemokraten nicht mehr so in seinem Interesse wie früher einmal. Denn auch dort mache er einen Mangel an Bürgernähe aus, die ihm in der Politik aber sehr wichtig sei. „Und im Stadtrat werden Sachen diskutiert, auch öffentlich, aber der Bürger kann über die Beschlüsse nicht abstimmen, sondern hat nur noch die Möglichkeit, einen Leserbrief in der Zeitung zu schreiben“, meint Eggert-Edeler. Oder es wird eine Bürgerbefragung, wie zum Thema Bürgerhaus in Uchtdorf, beschlossen – und im Nachhinein über die Umsetzung gestritten. „Als Bürger muss ich doch erwarten können, dass man sich im Rat über so etwas vorher einigt. Schließlich kostet so eine Befragung ja auch Geld“, kritisiert der Uchtdorfer. Um aber weiter für Bürgernähe einzutreten, bleibe er als fraktionsloses Mitglied weiter im Ortsrat. „Aber dann bin ich nicht mehr gebunden und bin etwas freier. Auch wenn wir im Ortsrat ja generell parteiunabhängig handeln und mit der SPD immer gut zusammengearbeitet haben. Denn ein guter Vorschlag ist ein guter Vorschlag, egal, von wem er kommt“, sagt Eggert-Edeler.

 Auch für den Parteiaustritt Kampmeiers sei ausschlaggebend gewesen, dass sich die Stadtratsfraktion der Christdemokraten so vehement gegen ein neues Bürgerhaus in Uchtdorf einsetzt. „Exten bekommt eine neue Ampel, während bei uns in Uchtdorf seit Jahren nichts passiert ist“, klagt Kampmeier unserer Zeitung gegenüber. Wie man angesichts dessen so gegen ein neues Bürgerhaus sein kann, sei für ihn nicht nachvollziehbar.

 Im Gegenteil: Als christdemokratisches Ortsratsmitglied habe er sich seitens der Stadtratsfraktion regelrecht „von oben runtergemacht“ gefühlt. Zu weiteren Gründen, die zu seinem Austritt geführt haben, wolle er sich gegenwärtig allerdings nicht äußern.

 Als fraktionsloses Mitglied bleibt Kampmeier dem Ortsrat Taubenberg erhalten – dem er schon seit geraumer Zeit angehört. „Man wohnt schließlich hier und muss versuchen, irgendwie mitzuwirken“, erklärt er. Das will er auch weiterhin tun. Nur nicht mehr im Namen der CDU.

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