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Checkliste ist lang

Aufruf Checkliste ist lang

Eine Rintelnerin möchte an die Stadt eine Wohnung vermieten, damit dort Flüchtlinge unterkommen können. Sie folgt damit dem im Oktober gestarteten Aufruf der Stadtverwaltung, die auf Anweisung des Landkreises nach Wohnungen sucht, weil die Unterbringung der Flüchtlinge sonst nicht zu bewältigen ist.

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Knapp 50 Angebote sind bei der Verwaltung bereits eingegangen. 26 dieser Wohnungen sind bereits vermietet und bezogen worden. In Ihnen leben 91 Menschen.

Quelle: dpa

Rinteln (pk). Das Angebot der Eigentümerin klingt gut: zwei eingerichtete Zimmer, Küche, Bad. Es gibt sogar einen Fernseher. Doch zwei Wochen, nachdem die Rintelnerin ihr Angebot Kornelia Budde, der ehrenamtlichen Mitarbeiterin der Stadt, unterbreitet hat, hat sie immer noch nichts von der Stadt gehört.

 Das Angebot sei für die Stadt Rinteln keinesfalls vom Tisch, sagt Ulrich Kipp, Leiter des Amts für Sicherheit und Ordnung. „Wenn es für uns in Frage kommt, melden wir uns. Es ist nur so, dass uns sehr viele Wohnungen angeboten werden.“ Knapp 50 „größtenteils gute“ Offerten seien bei Vermittlerin Budde seit Oktober eingegangen. „Diese Angebote zu bearbeiten, bedeutet einen enormen Aufwand“, sagt Kipp.

 Budde nimmt die Angebote auf und leitet sie an einen dafür abgestellten Mitarbeiter der Stadt weiter. Dieser sieht sich die Wohnung zunächst an, um zu prüfen, ob sie in Frage kommt. Dafür gibt es eine vom Landkreis erstellte Checkliste. Genügt die Wohnung den Ansprüchen des Landkreises, muss das Bauordnungsamt die Wohnung in Augenschein nehmen. Gibt es auch von dieser Seite grünes Licht, urteilt abschließend das Ordnungsamt, ob die Wohnung bezugsfertig ist.

 Erst dann kann sich derselbe Mitarbeiter, der die Wohnung geprüft hat, um die Ausstattung kümmern. „Die muss den Mindestanforderungen genügen“, so Kipp. Dafür müssen Stahlrohrbetten, Lattenrost, Matratze, Schränke, Esstisch, Stühle und gegebenenfalls Küche mit Ober- und Unterschränken, Spüle, Herd, Kühlschrank Elektrogeräte, Waschmaschine und Lampen angeschafft werden. Dazu kommt noch die Haushaltsgrundausstattung: Besteck und Ähnliches. Darum kümmert sich das Kreissozialamt. Für die Einrichtung der Wohnung werden Mitarbeiter des Bauhofs gestellt.

 Die Wohnungen werden dem Landkreis gemeldet, der die Zuweisung der Flüchtlinge, die die Erstaufnahmeeinrichtung verlassen, vornimmt. Empfangen werden die Zuwanderer in der Wohnung vom städtischen Sozialarbeiter Norbert Rose. Er übergibt ihnen den Wohnungsschlüssel, erklärt ihnen, wie die Mülltrennung funktioniert, klärt sie über die öffentlichen Verkehrsmittel auf, geht mit ihnen einkaufen, organisiert die Schulanmeldung der Kinder und begleitet sie bei Amts- oder Arztbesuchen. Für die Verwaltung dieses Aufwandes ist eine weitere Mitarbeiterin abgestellt.

 Diese lange Organisationskette führt dazu, dass bislang erst 26 der knapp 50 Wohnungen von der Stadt angemietet worden sind. 18 Wohnungen sind bereits von 91 Asylsuchenden bezogen worden, in Deckbergen, Steinbergen, Uchtdorf und Engern etwa. Weitere acht werden nächste Woche von rund 30 weiteren Zuwanderern bezogen. Dazu kommen sieben stadteigene Wohnungen, die noch zu renovieren sind. Die übrigen rund 25 Wohnungen müssen erst gesichtet werden.

 Im Voraus sagen, wer die Wohnung bezieht – ob eine Akademikerfamilie oder eine Gruppe Junggesellen –, das könne die Stadt nicht. Die Verwaltung will die Flüchtlinge möglichst gleichmäßig auf Rinteln und die Ortsteile verteilen. Im Idealfall sind die Wohnungen nicht weiter von Rinteln weg als fünf Kilometern.

 Vertragspartner für die Vermieter ist die Stadtverwaltung. Diese bekommt das Geld vom Landkreis wieder. Bei Ende des Mietverhältnisses übernimmt die Stadt auf Kosten des Kreises die Renovierung der Wohnung.

 Derzeit sind in Rinteln 323 Flüchtlinge untergebracht, die die Erstaufnahmeeinrichtung bereits verlassen haben und deren Asylverfahren eröffnet worden sind. Sie sind in den Asylheimen am Kerschensteiner Weg und am Bahnhofsweg sowie in Wohnungen untergebracht.

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