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Christian Meyer auf der Domäne Coverden

"Gerstoni" Christian Meyer auf der Domäne Coverden

Gerste kennt man als Mann eigentlich nur in einer Form: als Bier. Auf der Domäne Coverden wird aus Gerste etwas Gesundes gemacht: „Gerstoni“. Kann man kochen wie Reis, hat viele Ballaststoffe, macht nicht dick. Eineinhalb Stunden ließ sich gestern Christian Meyer, Niedersächsischer Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, auf der Domäne Coverden über „Gerstoni“ informieren.

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Es ist angerichtet: Minister Christian Meyer greift zu, während Karin Dieckmann nähere Infos zu den Leckereien gibt.

Quelle: tol

Rinteln. Außer von Gastgeberin Karin Dieckmann auch herzlich begrüßt von Rintelns Bürgermeister Thomas Priemer und dem SPD-Landtagsabgeordneten Karsten Becker.

 Becker und Priemer mit Krawatte, der Minister ohne. Es war für Meyer eher ein Wohlfühltermin: Einmal Säcke mit Saatgut anschauen, dann ab ins Gartenhaus zu Häppchen aus der Gourmet-Gerste, mal mit Lachs, mal süß als Nachtisch, sogar als Praline. Meyer ist da anderes gewohnt, wenn er bei Landwirten auftaucht. Pöbelnde Schweinehalter, weil ihnen Meyer verbieten will, ihrem Borstenvieh die Schwänze abzuschneiden, erboste Milchbauern, die der Milchpreis in den Ruin treibt. Und Meyer kämpft an allen Fronten: in Brüssel und im Bundesrat, wo seine Kollegen auch nicht so recht wollen wie er.

 Am Donnerstag also die Domäne. Der Minister kam mit kleinem Gefolge im Hybrit-Passat, mit seinem Fahrer und Anke Dobslaw, Leiterin des Ministerbüros. Kein Bodyguard. Die Domäne ist für den Minister auch so etwas wie ein Vorzeigeprojekt: Vor drei Jahren habe der Landtag dem Verkauf der Domäne an Johannes Dieckmann zugestimmt. Dem einzigen Domänenverkauf im ganzen Land.

 Es ist das dritte Mal, dass Meyer Karin Dieckmann trifft und sich mit der besonderen Gerste der Domäne beschäftigt. Sie haben sich schon auf dem Bauerntag die Hand geschüttelt, dann in Hannover, wo Ministerpräsident Stephan Weil der Schaumburgerin die Auszeichnung „Kulinarischer Botschafter Niedersachsen“ verliehen hat.

 Dieckmann muss ihren Gast also nicht groß überzeugen. So geht es bei Kaffee und Gerstenpralinen, die übrigens Stephan Kehlenbeck, Chef des „Schaumburger Ritters“, gezaubert hat, eigentlich nur noch um die Frage, wie bringt man so ein Produkt in den Markt. Priemer gibt das Stichwort, der Minister steigt sofort ein: Das europäische Förderprogramm Leader wäre ein Weg, um gemeinsam mit anderen Landwirten und Unternehmen in der Weserregion eine Marke „regionale Produkte“ zu kreieren, Vertriebswege zu entwickeln.

 Motto: Die Wertschöpfung bleibt in der Region. Da wird Meyer sogar konkret: „Ich warte auf ihren Antrag.“ Karin Dieckmann macht deutlich, welche gewaltigen Hürden jemand nehmen muss, der in dem von wenigen Großen dominierten Lebensmittelmarkt ein Produkt platzieren will. Und dass es Jahre dauert, bis man die Entscheider davon überzeugt hat. Sogar bei einem Produkt, das voll im Trend ist, vegetarisch, alle Eigenschaften erfüllt, die sich der umwelt- und ernährungsbewußte Mensch heute wünscht. Immerhin: Bei uns kann man „Gerstoni“ inzwischen in den meisten Supermärkten kaufen.

 Und Dieckmann listet ihre Ziele auf: Sie will in Großküchen, Kantinen, Kliniken, hat Kontakt zur Lebensmittelindustrie für technologische Anwendungen von „Gerstoni“, beispielsweise als Panade.

 Dabei ist „Gerstoni“ nur ein Standbein der Domäne: Die bewirtschaftet in Kooperation mit zwei Landwirten eine Fläche von 1400 Hektar, produziert hochwertiges Saatgut, auch Weizen, hier ist Johannes Hiller der Fachmann, lässt von Landwirt Heiner Meier Biogerste anbauen. Der Minister ist beeindruckt. Dann geht seine Sommerreise weiter. Die nächste Station: Salzhemmendorf. Dort wird Naturkosmetik hergestellt.

wm

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