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„Dann ist der Drops gelutscht“

Kanal- und Straßenbau „Dann ist der Drops gelutscht“

Wenn die bestellte Asphaltkolonne pünktlich kommt, kann die Ortsdurchfahrt Todenmann Ende Oktober nach mehr als einem Jahr wieder für den Verkehr freigegeben, die Vollsperrung aufgehoben werden.

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Riesige Folien schützen das Erdreich der Hänge. Sie werden erst entfernt, wenn auch dort die mehrere Meter hohen Gabionen errichtet sind.

Todenmann. „Dann ist der Drops gelutscht“, sagt Markus Brockmann, Leiter der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln. Die Hauptstraße soll dann vom „Alten Zollhaus“ bis zur Kreuzung Fülmer Straße/Alte Poststraße durchgehend asphaltiert sein. Darin sind sich alle am Bau Beteiligten einig. Bleibt allein die Frage: Kommt die Asphaltkolonne pünktlich?

Nach den Plänen Brockmanns ist vorgesehen, die Fahrbahn zwischen dem „Alten Zollhaus“ und dem Gasthaus „Zur Linde“ in den Herbstferien zwischen dem 4. und dem 14. Oktober mit der Abschlussdecke zu versehen. Die darunter liegende Asphalttragschicht ist bis „Zur Linde“ seit Wochen fertig und für die Anwohner befahrbar.

Anders sieht es noch weiter oben aus. Zwischen dem Gasthaus „Zur Linde“ und der Kreuzung Hauptstraße/Fülmer Straße/Alte Poststraße gibt es bis jetzt nur einen neuen Unterbau, eine „Schottertragschicht“, wie Polier Kevin Larkin sagt. Laut Behördenleiter Brockmann soll auch dieser Abschnitt „nach den Herbstferien fertig sein“, zumindest jedoch so weit asphaltiert, dass der Schulbus wieder durchfahren kann.

Kanal mit unterirdischem Durchlass und Straßenabläufen

Unter halbseitiger Sperrung und Ampelregelung soll schließlich bis zum Jahresende der Bauabschnitt Fülmer Straße bis Sportplatz erledigt werden. Larkin: „Dort gibt es keinen Vollausbau. Es wird lediglich die alte Fahrbahndecke abgefräst und eine neue aufgebracht.“ Der in weiten Teilen fertiggestellte Geh-/Radweg wird zwischen Friedhof und Sportplatz vom Straßenseitenraum ins Gelände verlegt und nicht mehr weiter gepflastert, sondern asphaltiert. Zudem muss die bauausführende Firma Völkmann abseits der Straße noch mal richtig ran. „Dort kommt noch ein Kanal rein, es gibt einen unterirdischen Durchlass, wo auch die Straßenabläufe rein führen“, sagt Larkin. Und die Gabionenwände (mit Steinen aufgefüllte Stahlgitterkonstruktionen), die dort errichtet werden müssen, um an den Hängen Erdrutsche zu verhindern, werden noch höher sein als diejenigen, die derzeit zwischen dem Gasthaus „Zur Linde“ und der Kreuzung Fülmer Straße/Alte Poststraße gebaut werden.

Riesige Folien schützen dort das Erdreich der hoch ansteigenden Hänge. „Die Böschung muss gesichert werden“, sagt Polier Larkin, „solange die Gabionen nicht stehen. Mittwoch fangen wir an zu bauen.“ Die Arbeit an den Gabionen ist aufwendig, denn die Natursteine, die dafür verwendet werden, müssen per „Handlegung“, wie Larkin es nennt, in den Stahlkörben aufgeschichtet werden. Am Ende soll diese Konstruktion die Hänge stabilisieren und zugleich dafür sorgen, dass vom Hang rinnendes Regenwasser ablaufen kann. „Bei einer Stahlbetonstützmauer“, erläutert Brockmann den Vorteil dieser Lösung, „würde sich das Wasser dahinter stauen und dagegen drücken.“ Mit allen unerwünschten Folgen.

Verzögerung wegen EU-Codes

Warum sich die Fertigstellung der Gabionenwände so hingezogen hat, erklärt der Behördenchef ebenfalls: Die EU ist schuld. Sie hat die Berechnungsgrundlagen für solche Konstruktionen geändert. „Nach den nationalen Bemessungsregeln gelten jetzt Eurocodes für Gabionen“, sagt Brockmann. Das habe die Berechnung im Ingenieurbüro kompliziert gemacht. „Früher konnte man die Berechnung von Gabionen recht flexibel handhaben, heute tut man so, als sei es ein fester Kasten. Da darf sich nichts mehr bewegen.“ Nichts heißt: kein Stein in der Gabione. Nach der Verzögerung komme man aber nun sehr gut voran.

Apropos Verzögerung: Auf die Frage, weshalb die fast fertigen Bauabschnitte der Fahrbahn zwischen dem „Alten Zollhaus“ und dem Gasthaus „Zur Linde“ nicht längst mit einer Abschlussdecke versehen sind, antwortet Brockmann: In dem Bereich liege ein unbebautes Grundstück, und es sei bis vor Kurzem noch unklar gewesen, ob dort ein Hausanschluss hin muss oder nicht. „Es wäre ja ziemlich unsinnig, die Straße fix und fertig zu asphaltieren, um sie dann wegen eines Hausanschlusses noch einmal aufzureißen.“ Nun ist dort aber doch kein Anschluss gewünscht.

 Die unerfreuliche Störung des Bauablaufs durch nicht identifizierbare Leitungen im Straßenseitenraum und ohne Absprache aufgestellte Verteilerkästen (wir berichteten) habe sich inzwischen auch erledigt, sagt der Leiter der Landesbehörde. Die betreffende Firma habe mächtig Ärger bekommen und das Problem am Ende gelöst. Der „Kabelsalat“ im Untergrund sei durch mehrfache Besitzerwechsel verursacht worden. Brockmann: „Wir können nicht nach Belieben so eine Leitung anfassen, sondern müssen uns an die Rechtsbeziehung halten. Ansonsten müssten wir als Behörde die Folgen tragen.“ jan

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