Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Denkmal von nationaler Bedeutung

Westendorf / Rittergut Denkmal von nationaler Bedeutung

Böse Überraschung für Familie Rinne auf Gut Echtringhausen: Statt der geplanten Dacherneuerung am Wohnhaus kamen bei näherem Hinsehen erheblich mehr Mängel an dem Baudenkmal von 1557 zum Vorschein.

Voriger Artikel
Klassenräume und Abwasserleitung neu
Nächster Artikel
„Ludmilla, hol dir einen Deutschen!“

Beim Besuch auf Gut Echtringhausen lassen sich CDU-Bundestagsabgeordneter Maik Beermann (5. v. r.), der CDU-Landtagsabgeordnete Otto Deppmeyer (2. v. r.) und Mitglieder des Arbeitskreises Denkmalschutz von Antje (v. r.) und Britta Rinne über den Sanierungsbedarf informieren.

Quelle: pr.

Westendorf. Die Kosten schossen in die Höhe. Doch da fing der Bundestag an, über ein neues Förderprogramm für besonders schützenswerte Bauten zu diskutieren. Die ehemalige Wasserburg gilt als besonders schützenswert. Britta Rinne: „Wir sind seit 14 Tagen dabei, den Förderantrag zu erarbeiten.“

 Da es nach Rinnes Kenntnis notwendig ist, dass sich ein Bundestagsabgeordneter für das zu fördernde Objekt einsetzt, schaltete sie den CDU-Abgeordneten Maik Beermann ein. Und der plante gerade seine mehrwöchige Sommertour durch den Wahlkreis, machte am Dienstag gleich Station auf Gut Echtringhausen. Mit dabei Vertreter des Arbeitskreises Denkmalschutz und der CDU-Landtagsabgeordnete Otto Deppmeyer aus Hemeringen.

 Die Schwestern Antje und Britta Rinne führten die Gäste über das Gut Echtringhausen und informierten darüber, wie das Gut historisch in den Familienbesitz gelangt ist und welche Rolle es im Herrschaftsgefüge der letzten Jahrhunderte sowie im Dreißigjährigen Krieg gespielt hat und erklärten die verschiedenen Stufen und Aspekte der geplanten Sanierung.

 Für den ersten Abschnitt der Denkmalpflege, der Instandsetzung des Fachwerkobergeschosses, wollen Antje und Britta Rinne nun einen Förderantrag für ein Sonderförderprogramm der Bundesregierung einreichen und haben um die Unterstützung Beermanns gebeten. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien fördert Kulturdenkmäler, die unter Denkmalschutz gestellt sind. Hierbei stellt sie Mittel für Maßnahmen an national bedeutsamen oder das kulturelle Erbe mitprägenden unbeweglichen Kulturdenkmälern zur Verfügung (Projektförderung). Grundsätzlich können Maßnahmen zur Substanzerhaltung und Restaurierung im Sinne der Denkmalpflege bezuschusst werden, jedoch nicht Umbauten und nutzungsbedingte Modernisierungen. Dauerförderungen sind ausgeschlossen. Die Bundesbeteiligung beträgt bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. Begonnene oder abgeschlossene Maßnahmen können nicht gefördert werden.

 „Die Pflege unserer Kultur und Denkmäler liegt mir sehr am Herzen. Familie Rinne steckt mutig viel Mühe und Zeit in dieses Projekt und versucht so, auch den nachkommenden Generationen unsere Historie erlebbar zu machen. Ich werde, wie auch schon bei der Stadtkirche in Bückeburg, dieses umfangreiche Projekt unterstützen“, so Beermann.

 Zur Dokumentierung des Gebäudes und seines Zustands haben die Schwestern Rinne auch einen Hausforscher eingeschaltet. Dieser ist fast täglich auf der Baustelle. „Dr. Michael Sprenger aus Detmold macht eine Expertise aus bauhistorischer Sicht“, erklärt Britta Rinne. Für den Förderantrag müssen noch die Landesdenkmalbehörde und ein Fachreferat des niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur zustimmen.“

 Auf dem Hof stapeln sich bereits Dachpfannen aus einem Hausabbruch in Westendorf und in einer Kirche im Landkreis Nienburg. „Wir lassen das Dach prüfen, ersetzen dann defekte Pfannen und reparieren den Dachstuhl“, sagt Britta Rinne. „Und den viel zu dicken Putz schlagen wir ab, reparieren das Mauerwerk darunter und schlämmen dann die Bruchsteinflächen.“

 Dr. Sprenger hat bereits eine Kurzbeschreibung erstellt: Das inschriftlich auf 1557 datierte Renaissance-Wohnhaus stellt aus kunst- und bauhistorischer Sicht ein Kulturdenkmal von überregionaler Bedeutung für das Land Niedersachsen dar. Ehemals von einer Gräfte umschlossen, wurde es als Zweiflügelanlage mit Treppenturm im Innenwinkel der beiden Flügel errichtet, um das sich ein Vorwerk mit Neben- und Wirtschaftsgebäuden gruppierte. Der Saalgeschossbau war typisch für adelige und großbürgerliche Kreise im 16. Jahrhundert. Dem Baukörper ist ein Fachwerkgeschoss aufgesetzt, das charakteristische Konstruktionsmerkmale des städtischen Fachwerkbaus aus der Mitte des 16. Jahrhunderts aufweist. Von der Sanierung und Untersuchung der Bausubstanz erwartet Sprenger wichtige Erkenntnisse und Befunde zur Wohnkultur eines frühneuzeitlichen Adelssitzes. dil

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg