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Der Mann fürs Grüne

Stadtgärtner im Erzählcafé Der Mann fürs Grüne

So viele Aha-Erlebnisse wie beim Besuch von Stadtgärtner Klaus-Ulrich Hartmann hat es im Erzählcafé der Rintelner Eulenburg lange nicht gegeben.

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Klaus-Ulrich Hartmann.

Quelle: cm

Rinteln. „Ach, deshalb machen die das so.“ – „Ach, so lange dauert das.“ – „Und das gehört auch noch zu den Aufgaben des Bauhofes.“ Diese Gedanken konnte man an den interessierten und verständnisvollen Gesichtern der Zuhörer schier ablesen. Der Inhalt des Vortrags war derart umfangreich, dass man damit noch monatelang eine Zeitungsrubrik „Der Stadtgärtner berichtet“ füllen könnte. Dann würde mancher Rintelner Bürger die Hintergründe von Arbeitseinteilung und -planung bei Bauhof und Stadtgärtnerei vielleicht ein wenig besser nachvollziehen können.

„Bei mir gehen, das ist ja auch klar, vor allem Beschwerden und Forderungen ein“, erklärte der 50-jährige Vater von vier Kindern. „Ich werde angesprochen, wenn etwas scheinbar nicht klappt oder schiefgelaufen ist.“ Auch unterschiedliche Sichtweisen und Standpunkte würden immer wieder zu Gesprächsbedarf führen. „Besonders emotional wird die Frage der Baumerhaltung diskutiert“, weiß Hartmann aus Erfahrung. „Wenn es um geplante Fällungen geht, ist der Eklat schon programmiert.“

Doch gerade in diesem Bereich würde sehr viel Handlungsbedarf bestehen. Der Klimawandel würde besonders den Stadtbäumen zusetzen. Viele Arten, die früher mit den urbanen Bedingungen wie Trockenheit und Strahlungswärme von Asphalt und Mauern noch zurechtgekommen wären, sind diesen Stressfaktoren heute nicht mehr gewachsen, erklärte der Gärtner. Als Beispiel nannte er die Kastanien vor der Eulenburg.

Diese hätten es eigentlich gerne feucht statt nur ein viereckiges Fleckchen Erde zwischen den Pflastersteinen. Da dieses Problem aber alle Städte und Kommunen betreffe, gebe es dazu glücklicherweise eine Menge Forschung, und man habe schon viele für Städte geeignete Arten gefunden. „Für uns Stadtgärtner heißt das allerdings, um auch in Zukunft eine ansprechende Begrünung unseres Heimatortes gewährleisten zu können: Wir müssen alte Sorten fällen lassen und robustere pflanzen“, sagte Hartmann.

Ein zweiter Konflikt, der im Umgang mit Stadtbäumen immer mal wieder entstehe, hänge mit der Frage der Verkehrssicherheit zusammen. „Ich bin dafür verantwortlich, dass hier keine Menschen durch herunterfallende Äste oder umstürzende Bäume zu Schaden kommen. Diese Verantwortung wiegt schwer. So geht im Zweifelsfall bei mir die Sicherheit vor“, beschrieb Hartmann seine Haltung, die von Baumfreunden nicht immer geteilt wird.

Doch Hartmann ist ein kommunikativer Mensch. Er versucht, auch Gruppierungen, die inhaltlich andere Schwerpunkte setzen als er, mit in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Besonders gut gelungen ist dies im Projekt „Rintelner Blumenmischung“. „Da bin ich zusammen mit Nick Büscher vom Naturschutzbund und Klaus Koschnik vom Imkerverein losgezogen. Wir sind nach Mössing in Thüringen gefahren.“ Dort gebe es seit 30 Jahren Feldforschung für Samenmischungen. „Und dann haben wir uns gemeinsam beraten und auf die jetzige Mischung geeinigt.“ Drei Hektar Blumen hat die Stadtgärtnerei zur Freude von Mensch, Biene & Co. eingesät. „Die Dürre hat lange das Auskeimen verhindert. Aber jetzt geht es los. Die Blütezeit reicht dann bis in den November“, versicherte Hartmann.cm

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