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Der Suchende

Rintelner will als Rapper durchstarten Der Suchende

Johannes Loock will es wissen. Der 23-Jährige möchte sein Hobby zum Beruf zu machen: die Musik. Zu dieser Erkenntnis kam er, wie Loock sagt, im Sommer vergangenen Jahres durch „eine Art Erleuchtungsmoment“. Loock rappt, sein Künstlername lautet ZETA (gesprochen: Setta). Es ist ein Akronym und steht für „Zeitlose Elaboration Totaler Authentizität“. Der abstrakte Name des in Berlin lebenden Rintelners ist Programm.

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„Mir ist es extrem wichtig, dass ein Rapper tatsächlich etwas erzählt, etwas aussagt“, sagt Johannes Loock alias ZETA, hier über den Dächern seiner Wahlheimat Berlin.

Quelle: Lexmouth (Alex Mundt)

RINTELN. Loock ist ein Suchender. Nach dem Abitur beginnt er zunächst in Aachen, Psychologie zu studieren, bricht das Studium aber schon nach kurzer Zeit wieder ab. Gleich wieder die Schulbank zu drücken, merkt er, das geht ihm zu schnell. Daraufhin zeltet er einen Monat lang in der Wildnis von Island, um herauszufinden, was er mit seinem Leben anfangen möchte. „Eine Antwort fand ich natürlich nicht“, sagt er. Aber von der „Theorie“, der Schule, das weiß er nun, will er erst mal weg. Er geht nach Berlin, auch in der Hoffnung, dort mit der Musik weiterzukommen.

Die Musik trat über seine Familie in sein Leben, Klassik über die Eltern, Hip-Hop – von amerikanischen Größen wie Gang Starr über Snoop Dogg bis zu Eminem – über seinen älteren Bruder. „Mein Herz schlug aber, und das war früh schon klar, eindeutig für Hip-Hop“, sagt Loock, der die ersten 13 Jahre seines Lebens in Braunschweig verbracht hat. Der Wechsel seines Vaters als Lehrer an das Gymnasium Ernestinum führt ihn nach Rinteln.

Erzählen mit der Musik

Aus der Mischung von Klassik und Hip-Hop hat Loock im Übrigen schon einmal etwas entwickelt. Als 15-Jähriger macht er gemeinsam mit einem Rintelner Freund, Philipp Lars Meyer alias Larso, eine Rap-Version aus der dramatischen Ballade „Der Handschuh“ von Friedrich Schiller, wie die lokale Presse 2009 berichtet, führt sie in Hannover auf. Es sind die ersten Gehversuche, die in Teilen noch auf Youtube zu hören sind.

Loock rappt zwar auf Deutsch, doch geprägt hat ihn weniger Deutsch-Rap als der Rap aus den USA. Als Vorbilder nennt er Tech N9ne und Eminem. „Mir ist es extrem wichtig, dass ein Rapper tatsächlich etwas erzählt, etwas aussagt“, so Loock. „Der Sound ist aber ebenso wichtig, es muss natürlich auch einfach geil klingen.“

Zwischen 2010 und 2012 sammelt Loock weitere Erfahrungen, lernt mit Ben alias Rugged Ben einen seiner besten Freunde kennen und die Freude am Freestylen zu schätzen. Mit der Band Morris x Morris nimmt er schon damals eine, wie er sagt, „semi-professionelle“ EP auf, sammelt Bühnenerfahrung in Minden im „Papagei“ und in anderen Städten.

Menschen mit Musik erreichen

Heute lebt Loock in Berlin, studiert im sechsten Semester Amerikanistik und Spanisch, gibt nebenbei Nachhilfe – und macht weiter Musik. „Nach einigen Rückschlägen auf privater Ebene“ hat Loock dann im Sommer 2016 eingangs erwähnten Erleuchtungsmoment. „Auf einem Dach im Wedding bei strahlender Sonne und blauem Himmel“ stellt er sich die Frage, wie es mit der Musik weitergehen soll. „Du liebst die Musik und hast sie schon immer geliebt“, habe er sich gesagt und gefragt: „Ist das in deinem Lebensentwurf ein Hobby? Oder willst du es richtig versuchen?“ Die Antwort: „Ich wollte es jetzt mal so richtig drauf anlegen.“ Noch am selben Tag sei auf dem Dach die erste Strophe zu dem Song „Hustle“ entstanden, dem Eröffnungssong seiner EP „Auftakt“. (Die Pressefotos gehen zum Teil auf die Rintelnerin Derya Türkmen zurück.)

Im Herzen ist Johannes Loock Rintelner geblieben. „Ich habe in Rinteln einige meiner für mich bisher zentralen Lebenserfahrungen gesammelt“, sagt er. „Die Stadt ist mir deshalb extrem wichtig und ich möchte die Leute, die dort leben, mit meiner Musik unbedingt erreichen.“

Hinweis: Die EP „Auftakt“ ist ab sofort bei iTunes, Amazon Music, Google Play etc. erhältlich und steht bei Spotify zum Streaming bereit. pk

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