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Deutsch als Türöffner

Sprachlernklasse Deutsch als Türöffner

Groß waren Freude und Stolz über das Erreichte bei sechs Schülern der Sprachlernklasse des Gymnasiums Ernestinum in Rinteln, die den Deutsch-Test für Zuwanderer auf dem Niveau B1 in Stadthagen bestanden haben.

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Die Freude über die erreichten Diplome ist bei allen Anwesenden sehr groß.

Quelle: lb

Rinteln. Fateh-Nico Amrulah, Mohammend Aljasse Alkhalaf, Mahmoud Al Ali, Djibril Bah, Ali Hosseini und Matiullah Ibrahim-Keel stellten sich im Juni dieses Jahres dem Test

Zur großen Freude von Koordinatorin Christel Fensterseifer und aller an der Sprachlernklasse beteiligten Lehrkräfte schlossen alle jungen Männer mit Bestnoten ab. „Wir sind alle wirklich sehr stolz auf euch. Macht weiter so. Ihr seid auf einem richtig guten Weg“, freute sich Fensterseifer und sprach dabei im Namen aller anwesenden Lehrer und Mitschüler.

Der Deutsch-Test für Zuwanderer wurde einst vom Bundesinnenministerium und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Auftrag gegeben. Konzipiert wurde er dann vom Goethe-Institut und der ausrichtenden telc GmbH.

Der Deutsch-Test für Zuwanderer dient als elementarer Sprachnachweis und ist beispielsweise bei einer Einbürgerung von großer Wichtigkeit. Ebenso wird er beim Einschlagen einer höheren Schullaufbahn gefordert, attestiert er doch die etwa für ein Studium benötigten sprachlichen Fähigkeiten. Wie Fensterseifer es ausdrückte, öffnet dieses Diplom den Absolventen im Wortsinn wichtige „Türen“.

Kein leichter Weg

Der Weg dorthin war allerdings alles andere als einfach, erzählen die Jungs im Gespräch mit unserer Zeitung.

Djibril etwa, der aus Guinea kommt und von einem Beruf im technischen oder kaufmännischen Bereich träumt, berichtet von anfänglichen Berührungsängsten seiner Mitschüler: „Anfangs war schon zu merken, dass sich die Schüler an mich gewöhnen mussten.“ Mit der Zeit und den schwindenden Kommunikationsproblemen sei es aber immer besser geworden.

Auch für Fateh, Mohammed, Mahmoud, Ali und Matiullah war der Start in Deutschland naturgemäß alles andere als einfach. Doch waren es besonders Lehrer wie Christel Fensterseifer, Markus Rass, Josephine Kappes, Tom Weissbarth, Monika Nguyen und Carola Wieske, die sich trotz einer anfangs ziemlich komplizierten Unterrichtssituation den jungen Neubürgern annahmen und ihnen mit Händen und Füßen Mathe, Deutsch, Geschichte und andere Fächer beibrachten.

„Vor zwei Jahren fingen wir mit drei Schülern an. Damals gab es noch keine wirklichen Richtlinien, geschweige denn Unterrichtsmaterialien“, erinnert sich Fensterseifer. „Wir fingen fast immer bei null an. Doch wie man heute anhand dieser fünf jungen Männer sieht, hat sich die Mühe wirklich gelohnt.“

Bis zum heutigen Tag haben insgesamt 30 Schüler die Sprachlernklasse besucht. Derzeit sind es noch 14 Jugendliche, die regelmäßig am Unterricht teilnehmen.

Ohne größere Probleme im Regelunterricht

„Besonders froh sind wir, dass nahezu alle dem Regelunterricht in den Schulklassen ohne größere Probleme folgen und sogar mitgestalten können“, sagte Schulleiter Reinhold Lüthen am Rande der Diplom-Vergabe.

„In Zukunft soll es zudem auch möglich sein, den Deutsch-Test für Zuwanderer hier bei uns am Ernestinum abzulegen“, erzählte Studiendirektorin Josephine Kappes. Zusammen mit einigen anderen Lehrkräften absolviert Kappes zurzeit eine zur Abnahme des Testes benötigte Weiterbildung. Die ersten Tests am Ernestinum für solch ein Sprach-Diplom sollen am 13. März des nächsten Jahres stattfinden.

Die Schüler der Sprachlernklasse sind für dieses Engagement äußerst dankbar. Trotz der vielen unterschiedlichen Nationalitäten innerhalb der Klasse ist durch die enge Zusammenarbeit mit der Zeit eine richtige Gemeinschaft entstanden.

„Während der Projektwoche anlässlich des Jubiläums der Schule wollten wir ein Projekt rund um das Thema Frieden machen“, erzählte Mahmoud. Und für eine Sprachlernklasse ganz passend bestand ein Teil des Projektes aus einer mehrere Meter langen „Friedenskette“, auf deren Wimpel das Wort „Frieden“ in 74 Sprachen der Welt stand. „Ein besonderes Anliegen der Schüler“, zeigte sich Fensterseifer stolz. Und sie ergänzte: „Die Projektwoche ist jetzt zwar vorbei, unser Friedensprojekt aber noch nicht.“  lb

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