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Die Chance zur Veränderung

Förderbescheid für Dorferneuerung Die Chance zur Veränderung

Leben auf dem Dorf hat Vorteile: Es ist billig, ruhig und ziemlich sicher. Doch mit dem demografischen Wandel kann das ins Gegenteil umschlagen: leere unverkaufbare Häuser, keine jungen Leute mehr, Langeweile statt Sicherheit.

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Bürgermeister Thomas Priemer (von links) nimmt den Aufnahmebescheid in die Dorferneuerung für das Projekt „Rintelner Staatsforst“ von der Landesbeauftragten Karin Beckmann und Norbert Lütke vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser entgegen.

Quelle: dil

Rinteln (dil). Die Dorferneuerung versucht seit Jahren, kleinere Orte wieder attraktiv zu machen. Jetzt geht das nicht mehr für Einzeldörfer, nur größere Gebilde bekommen noch eine Chance. Unter dem Titel „Rintelner Staatsforst“ haben es mehrere Dörfer geschafft, ins Förderprogramm zu kommen. Gestern hat die Stadt Rinteln es schriftlich bekommen. Zusammen mit der Leader-Förderung soll in den nächsten zehn Jahren am Taubenberg und in Krankenhagen einiges bewegt werden.

 Die Landesbeauftragte Karin Beckmann und Norbert Lütke (beide vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser in Hildesheim) kamen mit Sachbearbeiter Jens Schwerin ins Rathaus. Von den drei betroffenen Ortsbürgermeistern hatte nur Achim Heger aus Strücken Zeit, um gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Priemer das Schriftstück entgegenzunehmen. Es markiert aber den Einstieg in ein Mehrjahresprojekt, das laut Priemer Mitte 2013 gestartet wurde. Frühestens Ende 2016 wird das erste Geld fließen. Wie viel es sein wird, ist noch offen. Beckmann erklärte: „Der heutige offizielle Akt ist ein wichtiger Schritt: Ihr Förderantrag hat sich gegen viele andere durchgesetzt. Aber dies ist nur der Startschuss. Zunächst müssen Sie einen Dorfentwicklungsplan aufstellen und damit in den nächsten sechs Monaten beginnen. Bis zum 31. Dezember 2016 muss der Plan abgeschlossen sein. Dann sind jährliche Projektanträge zu stellen, und auch die müssen überzeugen.“

 Priemer erläuterte, worum es bei dem Dorferneuerungsprojekt geht: „Wir wollen etwas tun, damit sich junge Leute wieder für ein Leben in den Dörfern entscheiden. Wir fragen uns: Wie sollen Lebensqualität erhalten und Pflichtaufgaben erfüllt werden, wenn die Einwohner weniger werden? Noch haben wir viele aktive Dorfgemeinschaften, da sind jetzt noch Menschen, die etwas bewegen wollen.“ Man müsse jetzt formulieren, was künftig vom Leben im Dorf erwartet werde. „Und das tun wir, um Fördermittel zu bekommen, auch wenn die Stadt immer einen Eigenanteil aufbringen muss. Aber kleine Orte leben in Förderprogrammen oft richtig auf.“

Priemer meinte, die hier zusammengeführten Dörfer aus den drei Ortschaften Krankenhagen-Volksen, Hohenrode-Strücken und dem Taubenberg würden gut zusammenpassen, grenzen aneinander, könnten voneinander profitieren. Aber Priemer warnte auch davor, was passieren würde, wenn nichts geschieht: „Spätestens, wenn sich die Feuerwehr im Dorf nicht mehr aufrechterhalten lässt, kann ich so einen Ort abschließen. Aber wir haben in Rinteln einen Grundsatzbeschluss, dass wir keine Feuerwehr aufgeben wollen.“

Heger zeigte sich optimistisch, dass dies auch über Dorfgrenzen hinweg gelingt: „Eine gute Kooperation ist wichtig, aber auch der Erhalt von Eigenständigkeit. Man muss sich eben den Gegebenheiten anpassen. Ein Beispiel geben die Männergesangvereine. Sie haben mangels Nachwuchs inzwischen Frauen aufgenommen und klingen sogar besser. Vielleicht hat dieses Dorferneuerungsvorhaben ja sogar Modellcharakter.“

„Nicht Straßen, Wege und Plätze wie früher, sondern die soziale Infrastruktur verbessern“, gab Lütke als Ziel der neuen Förderperiode aus. „Die Vernunft der Bürger einbinden und die Chance zur Veränderung wahrnehmen. Man kann gleichzeitig auch das Leader-Förderprogramm nutzen. Die besten Ideen setzen sich durch und werden gefördert.“ Auch Eigenleistungen von Vereinen würden jetzt angerechnet. „Es gibt kein festes Budget, wir gehen nach der Wertigkeit der Projekte. Und je mehr Arbeitsplätze dadurch entstehen oder erhalten bleiben, umso besser.“ Jeder Euro Förderung löse laut Erfahrung am Ende das Siebenfache an Investitionen aus.

Ideen würden nun gesammelt, ein geeignetes Planungsbüro werde bereits gesucht, verriet Priemer. Das Bürgerhaus Krankenhagen gilt seit Langem als ein Schwerpunkt der Planung. Heger verwies zudem auf Strücken, wo der Ortsmittelpunkt am Dorfgemeinschaftshaus (DGH) aufgewertet werden soll. Das DGH selbst braucht moderne Toiletten und eine energetische Sanierung. Das Grundstück wird schon verschönert.

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