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Die Frucht lockt – bei jedem Wetter

Rinteln Die Frucht lockt – bei jedem Wetter

Der diesjährige Apfelmarkt im Dauerregen war eine echte Herausforderung für die Marktbeschicker und ihre Kunden. „Alles in allem haben wir aber doch ganz gut verkauft“, meint immerhin Martin Müller vom Obsthof Müller, und auch die anderen Standinhaber machten erstaunlich gute Miene zum Spiel.

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Rinteln. Wer es wagte, unterm Regenschirm über den Markt zu spazieren, konnte neben lokalen Apfelsorten auch allerlei besondere Apfelköstlichkeiten erstehen und fand diesmal viel Zeit für fachliche Gespräche am Rande.

Die Gruppe vom Naturschutzbund Rinteln (Nabu) etwa hatte sich dem Thema der Streuobstwiesen gewidmet. „Ruhig mal selbst ein Apfelbäumchen pflanzen“, so ihr Motto, mit dem sie darauf hinwiesen, dass interessante alte Apfelsorten dann überleben, wenn auch einzelne Bürger in ihren Gärten Platz für Apfelbäume finden.

Direkt neben dem Nabu-Stand hatte sich der Imkerverein von Rinteln platziert. „Ohne Bienen auch kein Obst“, sagt Imker Friedrich-Wilhelm Rehmert. Es seien einige Bürger da gewesen, die sich erkundigten, wo und wie man den Einstieg in die Hobbyimkerei finden könne. „Wir unterstützen jeden, der, auch auf einem städtischen Grundstück Bienen halten will“, so Rehmert. Die nächste Versammlung des Rintelner Imkervereins am 14. November im „Stadt Kassel“ steht auch für interessierte Neulinge offen.

Immer was los war beim Obstexperten Hans-Joachim Bannier. Erstaunlich, wie er meistens nur einen Blick auf angebrachte Früchte werfen musste, um zu wissen, um welche Sorte genau es sich dabei handelte. Ab und zu allerdings musste er passen, wie im Fall einer Frau, die zwei gelbe Äpfelchen aus ihrem alten Garten anbrachte. „Unmöglich“, sagte er. „In diesem Fall geht gar nichts.“ Es lag daran, dass ein gestürzter Baum einen Früchte tragenden Seitentrieb ausgebildet hatte. Da alle sortenreine Bäume durch Aufpfropfen veredelt sind, wächst aus dem Stamm irgendeine wilde Sorte, die nirgends registriert ist.

Wo wilde Früchte allerdings ihre ganze Stärke beweisen, das zeigte sich am Stand der Marmeladen-Manufaktur von Anke Kleymann. Sie hatte zehn Marmeladensorten anzubieten, die allesamt aus selbst gesammelten Wildfrüchten bestehen. Honigsüß schmeckt die Löwenzahn-Marmelade, fantastisch fruchtig die Kornelkirsche, und wirklich spannend wird es bei Sorten wie der Eberesche, die so eigenartig bitter schmeckt, dass man sie mit der Felsenbirne mischt, um dann eine Marmelade zu haben, die auch zum Fleisch hervorragend passt.

Esther Navarrete-Fabisch verkaufte frisch gepressten, sehr dunklen Apfelsaft aus Streuobstwiesen-Äpfeln, und auch das Apfelmus, das es zum „Gerstoni“-Gerste-Milchreis der Firma Dieckmann gab, stammte von einer Streuobstwiese, derjenigen der Domäne Coverden. Brennnessel-Fachfrau Birgit Brinkmann stellte in einen Vortrag ihr neues Projekt vor und will die Rintelner dazu anhalten, möglichst viele Ressourcen für wild wachsende Nahrungsmittel zu nutzen. Und schließlich konnte man sich den Regentag auch mit dem prickelnden „Apfel-Secco“ von der „Rintelner Vinothek“ versüßen. cok

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