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Die Helden der Wahl

Rinteln / Wahlhelfer Die Helden der Wahl

Blümchen, Schimpfwörter, Namen, Adressen und noch vieles mehr haben Rintelns Wahlhelfer schon auf Stimmzetteln vorgefunden. „Manche erklären auch umfangreich, warum man alle Parteien nicht wählen könne“, erzählt Joachim Freese, bereits seit vielen Jahren Wahlhelfer.

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 Ohne Menschen wie Joachim Freese (v.l.), Birgit Eckel und Gerhard Helmhold wäre die Bundestagswahl nicht möglich.

Quelle: jak

Rinteln. Von Jakob Gokl

Rinteln. Er fragt sich: „Warum macht man sich die Mühe, wählen zu gehen, nur um dann doch ungültig zu wählen?“ Gerhard Helmhold, der dieses Jahr zum ersten Mal als Wahlhelfer in Aktion tritt, weiß eine Antwort: „Wohl um sich von den Nichtwählern zu unterscheiden.“

 Zwar kennt jeder langjährige Wahlhelfer genügend Beispiele, wie Menschen ihren Stimmzettel ungültig machen. Der größte Teil sei aber doch eindeutig, erklärt Birgit Eckel. Nur bei einigen Stimmzetteln müssten sich die Wahlhelfer bei der Auszählung beratschlagen. Sie treffen aufgrund strenger Vorgaben die Entscheidung, ob ein Wahlzettel gültig ist. Eckel wird morgen ihre dritte oder vierte Wahl begleiten. Genau weiß sie es selbst nicht mehr. „Es ist einfach eine Bürgerpflicht“, erklärt sie ihre Motivation. Doch es sei keine unangenehme Pflicht. „Wir sind ein eingespieltes Team“, meint sie fröhlich, „da geht das Ruck-Zuck.“ Bei dem Auszählen der Stimmen würde viel Zeit für das Auffalten der Stimmzettel benötigt, die teilweise vier oder fünfmal gefaltet seien. Doch mit der nötigen Erfahrung und guten Kollegen sei man damit meist in zwei Stunden fertig.

 Gerhard Helmhold freut sich, dass er dieses Jahr als Wahlhelfer mitarbeiten kann. „Früher war das oft nicht möglich, weil ich oder meine Frau zur Wahl standen“, erklärt er. Als er dieses Jahr aufgefordert wurde, sich als Wahlhelfer zu beteiligen, habe er nicht lange gezögert. Schwierigkeiten wegen seine Parteizugehörigkeit sieht er nicht, und auch das Gesetz hat damit kein Problem. Wahlhelfer sind lediglich verpflichtet, während der Wahl keine politischen Anstecker zu tragen oder auf andere Weise einen Wähler zu beeinflussen. Und am Ende gehen alle Stimmzettel ohnehin durch mehrere Hände, erklärt Michaela Capkin, die bei der Stadt für die Wahl zuständig ist, bei einer Schulung für die Wahlhelfer.

 Sie beschreibt dabei auch, wie die Wahlkabinen aufgestellt werden müssen. „Wahlkabinen, die direkt am Fenster standen, so dass jeder hineinschaun konnte, hatten wir auch schon“, erzählt sie schmunzelnd. Sie erklärt auch, dass die Auszählung der Stimmen öffentlich sei. Es habe also jeder Zutritt und könne der Auszählung beiwohnen. Verboten sind allerdings aufgestellte Spendenteller für die Wahlhelfer, betont Capkin.

 Sie möchte allen 189 Wahlhelfern auch noch ihren ganz persönlichen Dank aussprechen. Denn auch wenn die meisten Anwesenden ihr Engagement mit „Bürgerpflicht“ beschreiben, eine Selbstverständlichkeit ist es nicht. Vor jeder Wahl beginne die Suche nach geeigneten und gewillten Personen. Dieses Jahr sei zum Glück wieder alles gut gegangen, freut sich Capkin.

 Sie musste sogar Wahlhelfer abweisen, die sich auf den Aufruf unserer Zeitung hin gemeldet hatten. Allerdings nur, weil diese noch nicht 18 Jahre alt waren. Wahlhelfer dürften nämlich nur wahlberechtigte Personen sein, erklärt sie. „Ich habe mir sie allerdings für das nächste Mal vorgemerkt.“

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