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„Die Kaktusblüte“

Rintelner Kulturring „Die Kaktusblüte“

Große Sorgen hat sich der Rintelner Kulturring über die plötzlich erfolgte krankheitsbedingte Absage des Shakespeare-Stückes „Romeo und Julia“ gemacht.

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Das Ensemble des Theaters für Niedersachsen bringt vor stilechter Tapete ein heiteres Stück aus den sechziger Jahren auf die Bühne.

Quelle: tol

Rinteln. Würde sich denn die Programmänderung herumsprechen? Und würde das Publikum mitziehen?

Immerhin sollte statt der tragischsten Liebesgeschichte der Theaterliteratur die heiter-beschwingte, romantische Komödie „Die Kaktusblüte“ als Ersatz dienen. Aber alle Sorge war überflüssig. Im Zeitalter des Internets und der sozialen Medien verbreiten sich Neuigkeiten wie ein Leuchtfeuer. Kurzum: Der Brückentorsaal war gut gefüllt wie eigentlich immer, wenn das Theater für Niedersachsen aus Hildesheim zu Gast ist.

„Die Kaktusblüte“ (Autoren: Pierre Barillet und Jean-Pierre Grédy) spielt Ende der Sechziger, den Jahren eines gesellschaftlichen Aufbruchs und der sexuellen Revolution. Da durfte man frech und keck sein und den Moralvorstellungen eine lange Nase drehen.

Vielen im Saal war das Stück bekannt durch eine hoch prämierte Verfilmung mit Walter Matthau, Ingrid Bergman und Goldie Hawn (Oscar als beste Nebendarstellerin). Das sechsköpfige Hildesheimer Ensemble scherte sich aber nicht ums große Vorbild, spielte frei auf mit gutem und angemessenem Tempo.

Der New Yorker Zahnarzt Julian Winston (prächtig gespielt von André Vetters) ist ein Junggeselle und Frauenheld, wie er im Buche steht. Um den (stets wesentlich jüngeren) Damen von Anfang an Beziehungsgelüste auszutreiben, behauptet er, verheiratet und Vater dreier Kinder zu sein.

Sein Credo: „Ich führe ein Leben nach meiner Fasson.“ Seine treue, schon lange still in ihn verliebte Sprechstundenhilfe Stephanie Dickinson (Simone Mende) hält ihm dabei routiniert den Rücken frei mit Fleiß, Disziplin und Loyalität. Eines Tages muss er feststellen, dass er sich entgegen seiner Überzeugung in die Schallplattenverkäuferin Toni (Julia Gebhardt) verliebt hat. Er will sie heiraten – also muss er eine Scheidung inszenieren. Toni ist hocherfreut, möchte nun aber, um einem schlechten Gewissen vorzubeugen, Julians „Gattin“ kennenlernen.

Der Filou überredet Stephanie, sich als Ehefrau auszugeben. Julian verfängt sich nun zusehends in seinem Lügengeflecht. Versehentlich sieht Toni Stephanie mit deren Neffen auf der Straße und hält die Kleinen für Julians Kinder. Toni möchte Stephanie der Kinder wegen in guten Händen wissen: Julian phantasiert einen neuen Liebhaber für seine vermeintliche Frau herbei.

Der überspannte Schauspieler (Gotthard Hauschild) Harvey wird überredet einzuspringen, vermasselt jedoch durch seine Aufdringlichkeit den Plan – Stephanie ist der Lügen überdrüssig, klärt Toni auf.

Diese, inzwischen in ihren sympathischen Nachbarn Igor (Marek Egert) verliebt, wendet sich von Julian ab, der endlich zur Besinnung kommt. Geläutert entdeckt er endlich die „Kaktusblüte“ Stephanie.

Das Stück strotzt vor Dialogwitz und Situationskomik. Das Sextett (zu erwähnen noch Michaela Allendorf, die in gleich drei Nebenrollen für etliche Lacher sorgte) agierte wie aus einem Guss, erhielt auffallend häufig Szenenbeifall und verdiente sich den kräftigen Schlussapplaus redlich. Von Karl-Heinz Thenhart

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