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Die Lager sind voll – der Winter kann kommen

Rinteln / Streusalz Die Lager sind voll – der Winter kann kommen

Die Wettervorhersage hat Klaus-Ulrich Hartmann zurzeit immer im Blick. „Zum Monatswechsel soll der Winter kommen“, sagt der Leiter des städtischen Baubetriebshofs nach einem Blick auf den Computer-Bildschirm.

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Heino Stemme im Streusalzlager.

Quelle: jaj

Rinteln (jaj). In Panik gerät er wegen dieser Vorhersage aber nicht, denn der Bauhof ist vorbereitet: Die Maschinen stehen bereit, die Lager sind gefüllt, die Bereitschaftspläne geschrieben. „Der Winter kann kommen“, sagt Vorarbeiter Heino Stemme.

 Im Flur des Verwaltungsgebäudes hängen bereits die Pläne, in denen festgehalten ist, wer von Anfang November bis Ende Februar Notdienst hat. Bei einigen Namen ist jede zweite Woche ein Kreuz zu sehen, bei anderen durchgehend. „Diese Mitarbeiter haben eigentlich immer Bereitschaft“, erklärt Hartmann. Zumindest immer dann, wenn die Wettervorhersage vermuten lässt, dass ein Einsatz notwendig werden könnte. „Dann wird die Bereitschaft sozusagen scharf gestellt.“ Ist abzusehen, dass das Wetter unproblematisch bleibt, greift der Notdienstplan nicht. Dann können die Mitarbeiter abends auch mal auf eine Feier gehen – und die Stadt spart die anfallenden Bereitschaftszulagen.

 Einer von den Mitarbeitern, die eigentlich durchgehend Bereitschaft haben, ist Heino Stemme. Er koordiniert die Winterdiensteinsätze, überprüft am frühen Morgen, ob ein Ausrücken notwendig ist und setzt, wenn nötig, die Telefonkette in Gang. Etwa zwölf Mitarbeiter haben gleichzeitig Bereitschaft und werden im Ernstfall alarmiert. Sechs von ihnen fahren die Fahrzeuge, die übrigen sind unterwegs, um per Hand Gehwege und Bushaltestellen zu streuen und räumen. Im harten Winter vor zwei Jahren, in dem der Baubetriebshof von Dezember bis März insgesamt 5257 Stunden im Winterdienst-Einsatz war, hat Stemme selber noch einen der großen Lkw gefahren, „da war das fast mein zweites Zuhause“, erinnert er sich. Auch dieses Jahr wird Stemme wieder im Führerhaus eines Lkw sitzen, allerdings nur, wenn Not am Mann ist. Und das war bisher nicht der Fall. Im Moment steht die Einsatz-Uhr von Stemme und seinen Kollegen noch auf Null, das Team ist jedoch vorbereitet, wohlwissend, dass es über Nacht losgehen kann.

 „Wenn es hart auf hart kommt, sind wir in zehn Minuten einsatzbereit“, sagt der Vorarbeiter. Salzstreuer und Schneeschilde für die insgesamt sechs Fahrzeuge stehen bereit – angebaut sind sie aber noch nicht, da die unterschiedlich großen Lkw und Schlepper derzeit noch mit anderen Aufgaben, beispielsweise mit Grün- und Laubarbeiten, beschäftigt sind. „Aber das sind nur wenige Handgriffe.“

 Mit Maschinen und Muskelkraft ist es im Ernstfall natürlich nicht getan. Deshalb ist der Baubetriebshof auch in Sachen Streugut vorbereitet. Das Salzlager ist randvoll, rund 120 Tonnen Streusalz hat der Baubetriebshof gelagert, sagt Volker Kierat von der Stadtverwaltung. Zugekauft werden musste dabei nur ein kleiner Teil von 50 Tonnen, bei dem Rest handelt es sich um Übergebliebenes aus dem vergangenen Jahr. Da in Rinteln jedoch kein pures Streusalz sondern immer ein Gemisch aus Salz und Split gestreut wird, hat der Bauhof zusätzlich seine Splitvorräte aufgestockt. Auch diese Halle ist bis unters Dach gefüllt, und Stemme hat sogar eine eiserne Reserve von rund 45 Tonnen gut abgedeckt auf dem Hof gelagert. Vor zwei Jahren ist nämlich auch der Splitt knapp geworden – das soll in diesem Jahr nicht passieren. Der Bauhof ist also gerüstet, der Winter kann kommen. „Vor 17 Jahren, als ich hier angefangen habe, habe ich den Einsätzen noch richtig entgegengefiebert“, erinnert sich Stemme. Diese Vorfreude sei bei den ganz jungen Kollegen auch heute noch zu beobachten – zumindest, wenn sie einen Lkw-Führerschein haben und die Räumfahrzeuge fahren. Die großen Maschinen, der viele Schnee, das ist halt etwas Besonderes. Stemme selber sieht das nach 17 Jahren Winterdienst mittlerweile nicht mehr ganz so enthusiastisch. „Ich könnte eigentlich auf den Winter verzichten“, sagt er und lacht. Aber die jungen Kollegen sollen ja auch ihren Spaß haben.

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