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Die Orgel zum Sprechen bringen

Rinteln Die Orgel zum Sprechen bringen

Zehn Minuten, mehr braucht Oana Maria Bran nicht. Zehn Minuten, und schon sieht man eine Orgel mit ganz anderen Augen. Es gibt romantische, es gibt ideologische, es gibt sympathische, es gibt unsympathische – und natürlich gibt es gute und schlechte Orgeln.

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Oana Maria Bran fühlt sich an der Extener Orgel wie zu Hause.

Quelle: jak

Rinteln. Die Organistin spricht über ihre Instrumente wie über Menschen, beschreibt ihre individuellen Charakterzüge, ihre Stärken und Schwächen. Sich mit den Orgeln des Schaumburger Landes vertraut zu machen, sie in ihrer Individualität kennenzulernen, das ist eine der Aufgaben der jungen Kirchenmusikerin.

 Denn der Job einer guten Orgelspielerin ist es, das Individuelle, das Charakteristische einer jeden Orgel zu erkennen und sie für die eigene Musik benutzen zu können, erklärt Bran. „Denn keine Orgel gleicht der anderen, wie beim Menschen kommt es auf die inneren Werte an.“ Seit dem 1. November ist die junge, aus Rumänien stammende Kirchenmusikerin für den Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg tätig. Wir haben sie in der Extener Kirche getroffen.

 In der Kirche St. Cosmae et Damiani habe man eine neobarocke, eine ideologische Orgel verbaut. „Damals hat man sich nicht so sehr an der Schönheit orientiert, sondern an der Richtigkeit.“ Im frühen 20. Jahrhundert habe man sich beim Orgelbau von den frühbarocken Orgeln leiten lassen und begonnen, alte Instrumente zu restaurieren. „Damals wurden auch viele Orgeln vermessen und nachgebaut“, erläutert Bran.

 Doch auch wer sich auf Vorbilder berufe, müsse jede Orgel individuell an die Kirche anpassen, in der sie ihren Platz finde. „Drei Klaviere, die vom selben intoniert wurden, haben relativ wenig Unterschied“, sagt die Organistin. „Doch jede Orgel hat ihre eigene Persönlichkeit.“

 Bran selbst kam erst relativ spät zum Orgelspiel – und selbst zur Musik nur über Zufälle. Erst in der Schule wurde ihre Liebe zu den Instrumenten geweckt, am Ende war klar: Bran möchte Musik studieren, außer in das Cembalo und das Klavier verliebte sie sich dabei schnell in dessen „große Schwester“, die Orgel. Um dieser Liebe nachgehen zu können, verließ sie ihr Heimatland und nahm ein Kirchenmusikstudium in Heidelberg auf, für das sie später nach Detmold wechselte. Heute ist für die 28-Jährige klar: „Ich fühle mich als Kirchenmusikerin. Mit Schwerpunkt auf Orgel.“

 Doch sie ist nicht nur Musikerin, zu ihrer Aufgabe im Kirchenkreis gehört auch die Organisation von Konzerten und Workshops sowie – ganz wichtig – der Unterricht von Orgelschülern.

 Noch ist Bran damit beschäftigt, sich mit den vielen Orgeln im Schaumburger Land bekannt zu machen. „Natürlich ist das bei der hundertsten Orgel leichter als bei der fünften.“ Als besonders stimmig, als besonders sympathisch habe sie bisher die Orgeln in Hohenrode, Lauenau und Rinteln erlebt. jak

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