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Die Patienten werden nicht weniger

Kreiskrankenhaus Rinteln Die Patienten werden nicht weniger

Es ist das ultimative Horrorszenario mancher Rintelner Kommunalpolitiker gewesen, als 2008 der Landkreis beschlossen hat, in Vehlen wird ein neues Klinikum gebaut: dass das Kreiskrankenhaus Rinteln an der Virchowstraße langfristig ein großer leerer Kasten bleibt.

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Das Rintelner Krankenhaus verändert sich.

RINTELN. Ein Gebäudekomplex, der ein Jahrzehnt zuvor noch tipptopp saniert worden ist. Die Schwarzseher haben sich geirrt – zum Glück. Burghofklinik

Das Rintelner Krankenhaus ist dabei, sich zu einem Arzt- und einem Psychiatriezentrum zu entwickeln. Einen großen Anteil daran hat die . Das sieht auch Landrat Jörg Farr so, der sagt: „Sie war einer der wichtigsten Bausteine.“ Man könnte den Wandel des Kreiskrankenhauses auch so beschreiben: Die Patienten werden nicht weniger, es kommt eine andere Klientel.

Burghofklinik-Chef Axel Weibezahl hat, als klar war, wohin die Reise geht, den ersten Schritt gewagt und noch 2008 in der Parkanlage die Station 3, die geschlossene Psychiatrie-Abteilung, gebaut.

Danach ist die Burghofklinik auch in das Erdgeschoss des Krankenhauses gezogen mit der PIA, der psychiatrischen Institutsambulanz, in der auch Angehörige von Alzheimer-Patienten beraten werden, und der Ergotherapie. Und die Burghofklinik will weitere Räume nutzen: 18 Betten sind vom zuständigen Ministerium bereits abgesegnet. Noch hakt es an Finanzierungsdetails. Farr sagt: „Hier laufen noch die Abstimmungen mit dem Land Niedersachsen.“ Krankenhausküche

Bei der ging es schneller. Diese wird inzwischen vom Team der Burghofklinik aus der Ritterstraße mit Küchenchefin Silvia Fahrenkamp gemanagt.

Mittagszeit: In der Küche ist Hochbetrieb. Rund 350 Essen sind bereits ausgeliefert, jetzt muss sauber gemacht werden. Es laufen Vorbereitungen für den nächsten Tag. Fahrenkamp und ihr Team von zwölf Mitarbeiterinnen versorgen außer der Burghofklinik an der Ritterstraße auch die Tagesklinik am Blumenwall, das Berghaus in Aerzen, den Kreiskindergarten am Krankenhaus, außerdem so um die 30 bis 40 stationäre Patienten der Geriatrie und Neurologie.

Geriatrie und Neurologie Röntgenabteilung

sind im ersten Stock gewissermaßen im Wartestand. Denn beide Abteilungen werden mit Eröffnung des neuen Klinikums – voraussichtlich im nächsten Jahr – nach Vehlen umziehen. Geplant ist, dass die frei werdenden Räume, also das komplette erste Obergeschoss mit Ausnahme der ebenfalls von der Burghofklinik genutzt werden sollen. Unfallchirurgie

Im zweiten Stock ist die von Dr. Walter Schratz mit dem OP-Bereich untergebracht. Weitere Räume belegt die Verwaltung. Praxen

Im dritten Stock haben sich eingerichtet: die diabetologische Schwerpunktpraxis Dr. Thomas Tiemann, die gynägologische Praxis Dr. Irina Schmidt, die Gemeinschaftspraxis und onkologische Praxis von Dr. Stefan Richter und Dr. Constanze Priebe-Richter, die podologische Praxis von Petra Glaubitz und die Praxis für Logopädie von Martina Bruns. Ärztehaus

Auch das auf dem Krankenhausgelände ist voll belegt mit der Zahnarztpraxis Dr. Jens Wilharm, der Praxis für Orthopädie Dr. Wolfrid Lübke und seit Anfang dieses Monats mit dem Neurologen Dr. Nikolei Grundhoff. Außerdem hat dort die Burghofklinik Räume für ihre Tagesklinik angemietet. Schwesternschule

Im Flur der hängen die Unterrichtspläne für das restliche Jahr 2016 aus. Rund 70 Schülerinnen und Schüler werden hier ausgebildet. Und so soll es vorläufig auch bleiben.

 Cafeteria und Kiosk Apotheke

im Krankenhaus könnten in diesem Jahr feiern: nämlich 50-jähriges Bestehen. Es wird voraussichtlich das letzte Jahr in Rinteln sein, davon geht Manfred Nolting aus. In einem Krankenhaus ohne Besucher rechne sich das nicht mehr. Sein Sohn Volker, der auch die Cafeteria in Bückeburg betreibt, habe sich aber noch nicht definitiv über den Zeitpunkt entschieden, wann er schließen will. Was dann mit den Räumen wird? Dafür gibt es bereits ein Konzept: Eine könnte dort einziehen, hatte der ärztliche Direktor des Kreiskrankenhauses, Dr. Peter Lüdemann, anlässlich einer Versammlung des Fördervereins erklärt.

 Leer stehen

am Ende des Flurs im Erdgeschoss noch die Räume der Praxis von Dr. Heinrich Dick, dem Hals-, Nasen- und Ohren-Arzt, der nach 13 Jahren in Rinteln im November vorigen Jahres nach Bückeburg umgezogen ist und in den Ruhestand geht.

 Bei allem Optimismus: Viele Räume werden zunächst frei bleiben, wenn die Krankenhausärzte mit ihren Patienten und der Verwaltung nach Vehlen umziehen. Praktisch das halbe zweite Obergeschoss steht dann leer. Krankenpflegeschule

Auch die Nutzung der Räume im ersten Stock durch die Burghofklinik ist zurzeit noch eher eine Zukunftsperspektive als konkret. Wie es mit der weitergeht, ist ungewiss. Da redet auch die Schulpolitik ein Wort mit, deshalb will sich niemand weiter festlegen als auf die Formulierung: „Das Gebäude wird weiterhin genutzt.“

Und noch etwas fällt beim Rundgang durch und um das Kreiskrankenhaus auf: Info-Schilder und Infosäulen stimmen nicht mehr. Auch der Rettungsdienst, auf den noch ein Schild hinweist, ist längst an die Grafensteiner Höh umgezogen.

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