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„Die Schranke verursacht nur hohe Kosten“

Rinteln / Dauestraße „Die Schranke verursacht nur hohe Kosten“

Seit ihrer Installation im Frühjahr 2003 hat sie für reichlich Diskussionsstoff gesorgt: die Schranke in der Dauestraße. Seitdem war die Schranke immer wieder defekt und musste repariert werden, seit mehreren Monaten nun steht sie gar komplett offen, da sie nicht mehr reparabel sei, wie die Stadtverwaltung der Öffentlichkeit im Frühjahr mitgeteilt hatte.

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Freie Fahrt inzwischen nicht nur für Radfahrer: Seit Monaten steht die Schranke in der Dauestraße offen. Sie wird von vielen Anwohnern nicht vermisst, doch hält die Stadt an ihr fest. In den nächsten Tagen soll die defekte Schranke ersetzt werden. © rnk

Rinteln (mld). „Wir warten jeden Tag darauf, dass die Schranke wieder aufgebaut wird“, sagt Ulrich Kipp, Leiter des städtischen Ordnungsamtes. Der Auftrag sei schon vor Langem erteilt worden, genauer am 30. Mai. Die Firma, die die erste Schranke installiert hat, ist nicht wieder beauftragt worden. Das war ein Unternehmen aus Hamburg, das jedes Mal, wenn die Schranke defekt war, eigens aus der Hansestadt anreisen musste.

„Das hat wegen der Fahrtkosten unheimlich hohe Reparaturkosten verursacht“, erläutert Kipp die Entscheidung, den Auftrag für eine neue Schranke diesmal an ein Unternehmen in Hannover zu erteilen. Er rechnet damit, dass es mit der Installation der neuen Schranke „jeden Tag losgeht“ – heute oder morgen vielleicht schon. Für diese Arbeiten müssten allerdings auch neue Tiefbauarbeiten durchgeführt werden, erläutert Kipp, da es sich bei der neuen Schranke wohl auch um einen neuen Typ handeln werde.

Von vielen Anwohnern ist die Schranke in den vergangenen Monaten nicht vermisst worden. Einer von ihnen ist Dietmar Roesler, wohnhaft am Blumenwall: „Ich habe noch keinen Menschen getroffen, der in den letzten Monaten gesagt hat, dass die Schranke wieder zu muss“, sieht er der neuen Schranke äußerst skeptisch entgegen. Allerdings kenne er viele Menschen, die von einer erneuten Unterteilung der Dauestraße betroffen seien, unter anderem er selbst „und meine beiden Mitarbeiterinnen“.

Die Schranke sei „auf die Initiative einiger weniger“ installiert worden, jetzt verursache sie vor allem „hohe Kosten“ für die Stadt. Die Schranke bezeichnet Roesler als „überflüssiges Relikt“.

„Diese Schranke war von vorneherein vollkommener Unsinn“, sagt auch Paul-Egon Mense von der Rintelner FDP, der bereits die Einrichtung der Schranke kritisiert hat. Sie habe kaum Vorteile, sondern vor allem Nachteile gebracht, vor allem für die östliche Altstadt, durch die der Verkehr jetzt verstärkt fließe, so Mense. Und auch jetzt sagt er: „Die Schranke ist ungerechtfertigt, sie muss weg.“

Er habe selbst lange an der Drift gewohnt und der Verkehr, der eigentlich durch die Schranke beruhigt werden sollte, habe ihn „nie gestört“.

An der Schranke störe ihn, dass die Anwohner durch sie benachteiligt würden. „Entsprechende Verkehrsschilder oder Bodenwellen hätten den Verkehr auch beruhigt“, ist sich Mense sicher.

Dass die Straßensperrung nun seit einigen Monaten defekt und damit überflüssig ist, bewertet der Rintelner Ratsherr dementsprechend positiv: „Schön, dass man dann endlich wieder ohne lange Umwege zum Beispiel zum Gymnasium oder zur Berufsschule kommt.“

„Absolut dagegen“ äußert auch Karl-Hermann Carius, wohnhaft in der Walter-Maack-Straße, seine Abneigung gegen die Schranke. „Die Dauestraße wurde mit öffentlichen Geldern gebaut, man kann sie nicht einfach zu einer Privatstraße machen“, erbost er sich. Würde die Schranke wieder installiert, die Dauestraße für Nicht-Anwohner in Besitz einer Chipkarte somit also nicht mehr passierbar, hieße das für ihn große Umwege in die Stadt von jeweils 2,8 Kilometern, hat Carius ausgerechnet. „Und das täglich ein paar Mal, da kommt viel Geld zusammen.“

Viele Bürger beschwerten sich „hinter vorgehaltener Hand“ über die Schranke, Carius will sogar noch einen Schritt weiter gehen: „Ich wäre bereit, zu klagen“, kündigt er an.

Die Stadt hält jedoch an der Schranke fest. Dass sie trotz monatelangen Ausfalls wieder installiert werden soll, das sei nie diskutiert worden, sagt Ordnungsamtsleiter Ulrich Kipp.

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