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„Die Vereine zahlen drauf“

Positive Bilanz vom Generationenplatz „Die Vereine zahlen drauf“

Es war ein „Sprung ins kalte Wasser“, berichtet Linda Mundhenke. Ein Sprung, „den die Vereine zusammen mit uns gemacht haben." Mundhenke ist ihres Zeichens Demografiebeauftragte der Stadt. Die Rede ist vom Generationenplatz am Kapellenwall, der im April eröffnet wurde.

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Übungen an der schwebenden Platte: Bei der Eröffnung im April 2016 probieren Interessierte die Geräte aus. 

Quelle: tol

RINTELN. Vereine und Stadt können nun auf die erste Saison mit dem neuen Freizeitangebot zurückblicken.

„Es ist eine tolle Anlage, sehr durchdacht, mit einer guten Auswahl an Geräten“, zieht Christel Struckmann vom TSV Krankenhagen eine durchweg positive Bilanz. Vor allem der TSV und die Vereinigte Turnerschaft Rinteln (VTR) hätten im Frühjahr und Sommer dauerhaft Kurse dort angeboten.

Nachdem die Nachfrage anfangs etwas zurückhaltend war, habe sie zuletzt eine Anfrage bekommen, ob es auch noch Sportangebote im Oktober gebe, sagt Linda Mundhenke lachend. In der kalten Jahreszeit werden allerdings keine Kurse angeboten. Auch sie blickt für die Stadt zufrieden auf die erste Saison zurück: „Wir können stolz auf die Anlage sein.“

Bevor ab nächstem Frühjahr wieder neue Sportkurse angeboten werden, wird eine Frage wohl noch zu diskutieren sein: Die dauerhafte Finanzierung von Übungsleitern, die die Gruppen im Park anleiten können.

 „Der Verein zahlt drauf“

Die Ausbildung der Übungsleiter finanzieren die Vereine bislang allein. Wenn Übungsleiter nur die vereinseigenen Gruppen trainieren, ist das auch kein Problem: Es entstehen zwar Kosten, doch die kommen dem Verein zugute, wenn das Angebot für die eigenen Mitglieder gedacht ist.

Anders sieht das oft am Generationenplatz aus: Die Angebote sind offen gehalten. Jeder kann hier mitmachen – ob jung oder alt, Vereinsmitglied oder nicht. Genau das ist der Charme des Platzes: Das komme gut an, bilanziert Struckmann: Die Gruppen hätten eine Größe von zehn bis 15 Personen gehabt.

Doch: Es machen eben auch Personen mit, die nicht im Verein sind oder später nicht dem Verein beitreten. „Der Verein zahlt drauf“, so Struckmann. Ihrer Aussage nach kostet die Grundausbildung pro Übungsleiter 270 Euro. Für einen Leiter der zweiten Lizenzstufe müsse ein Verein bereits über 1000 Euro zahlen.

Vernünftiges Training ist wichtig

Demgegenüber steht ein Verdienst von 10 bis 15 Euro pro Stunde, wenn ein Übungsleiter eine Gruppe beaufsichtigt. „Das kann auf Dauer nicht funktionieren“, so Struckmann.

Das sieht Karl-Heinz Frühmark, Vorsitzender der VTR, genauso: „So schön der Platz ist, aber wir müssen mal über die Kosten sprechen.“ Etwa 40 Übungsleiter hat allein die VTR ausgebildet. Wenn sie Sportkurse am Generationenplatz anbieten, an denen theoretisch jeder teilnehmen kann, „dann können nicht nur die Vereine die Übungsleiter stellen.“

Die Ausbildung zum Übungsleiter sei aber wichtig, so Struckmann: „Bei uns arbeitet niemand für längere Zeit, ohne zum Übungsleiter ausgebildet zu werden.“ Nur so könne garantiert werden, dass die Menschen vernünftig trainierten – entsprechend ihrer Zielvorstellung oder ihrer Körpergröße.

Struckmann und weitere Vereinsvertreter möchten Gespräche mit der Stadt anstreben, um die Möglichkeit von Zuschüssen zu diskutieren. Bei Linda Mundhenke rennen sie offene Türen ein: „Wir müssen uns gemeinsam Gedanken um die Finanzierung machen.“ Dies sei auch schon eine Frage gewesen, bevor der Generationenplatz fertig war.

Finanzierung bleibt Thema

Eine – radikale – Möglichkeit: Die Kurse kostenpflichtig zu machen. Doch gerade die Offenheit, das Unbürokratische, „macht das Angebot attraktiv“, so Mundhenke.

Ein attraktives Angebot konnte der Platz bereits in der ersten Saison vorweisen: von Kursen in Funktionsgymnastik und Chi Gong über Übungen der Ortsfeuerwehr Engern oder das Abschlussprojekt der Kita am Krankenhaus.

„Wir wollen für den Sport werben“, sagt Karl-Heinz Frühmark von der VTR. Das gelinge mit dem Generationenplatz, sagt auch Christel Struckmann. Der Platz biete die optimale Gelegenheit, draußen auf vielfältige Weise Sport zu machen. Spätestens, wenn im nächsten Frühjahr neue Kurse angeboten werden, wird die Frage der langfristigen Finanzierung also diskutiert werden müssen.

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