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Drift soll unattraktiv werden

Zur Verkehrsberuhigung Drift soll unattraktiv werden

Was für ein Auftrag für ein Ingenieurbüro, eine Straße so unattraktiv wie möglich zu machen. Es ist Ingenieur Rainer Soltendieck, von dem die Stadt erwartet, dass er die Drift in Rinteln im Zuge der anstehenden Sanierung in eine Art Hindernislauf verwandelt, damit nicht mehr so viele Autos durchfahren.

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Mit Einengungen und Aufpflasterungen soll die Drift verkehrsberuhigt werden. Den Busverkehr will die Stadt aufrechterhalten.

Quelle: jan

Von Cornelia Kurth RINTELN. „Mehr Hindernisse, als wir planen, gehen nicht“, erklärte er bei einer Versammlung im Rathaussaal, wo er den Drift-Anwohnern das Vorhaben erläuterte. Das Grundproblem mit der Drift besteht seit der Einrichtung der Fußgängerzone. Die Drift führt zwar durch ein Wohngebiet, wird aber seitdem trotzdem von zahllosen Autofahrern genutzt, um die Stadt zu durchqueren. Damit diese nun endlich die Westumgehung befahren, statt die Anwohner zu stören, wird man künftig in der Drift keine 20 Meter vorankommen, ohne durch Straßenverengungen, Einspurigkeit oder Plateau-Aufplasterungen behindert zu werden. „Da will dann bestimmt niemand mehr durchfahren“, so Bürgermeister Thomas Priemer.

Geht die Rechnung auf?

 Doch weder er noch das Ingenieurbüro noch Andreas Wendt und Volker Kierat vom städtischen Bauamt konnten die Anwohner davon überzeugen, dass die Rechnung mit diesem Verkehrsberuhigungsplan aufgehen wird. Das größte Übel seien ja weiterhin die Busse der Verkehrsbetriebe Extertal (VBE). Diese bedienen nicht nur drei Haltestellen in der Straße. Auch Schulbusse nutzen die Drift-Abkürzung anstelle der Umgehungsstraße. Das ergäbe etwa 60 Busdurchfahrten pro Tag. Die naheliegende Anwohner-Frage: Wie soll man angesichts der zusätzlichen Straßenverengungen dann noch durch die Drift kommen?

Pläne mit Nachteilen

 Insgesamt stellte sich heraus, dass die bisherige Umbauplanung den Anwohnern erhebliche Nachteile bringen würde. Parkplätze gingen verloren; manche der Störelemente würden verhindern, dass man vernünftig in seine Grundstückseinfahrt einbiegen kann; das erzwungene ständige Abbremsen und wieder Gasgeben der vielen Durchfahrer werde zu verstärkter Lärmbelästigung führen, und Staus seien kaum vermeidbar. Nicht zuletzt könnte die zu erwartende Unübersichtlichkeit des Straßenverlaufs für Kinder und alte Menschen sogar zur Gefahr werden.

Konzept steht

 In Kleinigkeiten lässt sich der Plan noch abändern. Deshalb wurden die Bürger angehört. Doch das Gesamtkonzept steht. Im Frühjahr starten die Bauarbeiten zur Totalsanierung der Straße. „Die Drift wird danach derart unattraktiv sein, dass Autofahrer lieber die Umgehungsstraße nutzen“, so Priemer.

 Selbst wenn der Abschreckungsplan funktionieren sollte, steht fest: Die Anwohner müssen weiter durch die Drift fahren. Den Busverkehr will die Stadt unbedingt aufrechterhalten, auch wenn darüber noch mal geredet werden soll. Dabei sind es nach Ansicht eines Anwohners doch gerade die Busse gewesen, die die Drift so kaputt gefahren haben, dass diese per Vollausbau teuer saniert werden muss – „und wir können das dann bezahlen“. cok

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