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Eheleute behaupten: Nachbarn schlagen Sohn

Rinteln / Amtsgericht Eheleute behaupten: Nachbarn schlagen Sohn

Vor dem Amtsgericht hat nun ein Prozess begonnen, in dem einem Rintelner Ehepaar üble Nachrede vorgeworfen wird. Die 44 und 49 Jahre alten Angeklagten hatten unter anderem im März 2010 in einem Brief an die Staatsanwaltschaft behauptet, dass ihr Nachbar und dessen Lebensgefährtin ihr gemeinsames Kind geschlagen hätten. Tatsächlich, so die Anklage, wurde der kleine Sohn aber nicht von seinen Eltern misshandelt.

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Quelle: dpa

Rinteln (maf). Vor einigen Jahren wohnten die Angeklagten und auch ein Mann (32) mit dessen damaliger Partnerin und dem gemeinsamen Kind als Mietparteien in demselben Haus. Nachdem das Verhältnis anfangs offenbar ganz gut gewesen war, gab es später immer häufiger Streit zwischen den Familien. Mal ging es um einen beim Rasenmähen weggestellten Gartenzwerg, mal sorgte im Flur gestapeltes Holz für Ärger. Auch eine vom 32-Jährigen installierte Videokamera, die auf den Eingangsbereich gerichtet war, gab Anlass für Streit und wurde alsbald wieder demontiert.

In einem Brief an die Staatsanwaltschaft schilderten die Angeklagten dann, dass der drei oder vier Jahre alte Sohn von seinen Eltern geschlagen werde. Auch in zwei vorangegangenen Schreiben an den Vermieter wurde dieser Vorwurf in ähnlicher Form erhoben. Schließlich machte eine Mitarbeiterin des Jugendamtes einen Hausbesuch bei den Eltern. Die Frau sah einen ruhigen, lieben Jungen, der bei seiner Mutter im Wohnzimmer spielte. Außerdem setzte sie sich telefonisch mit einer Mitarbeiterin des Kindergartens in Verbindung. „Es war alles in Ordnung“, sagte die Zeugin vor Gericht. Auch der nebenan wohnende Vermieter sprach von einem liebevollen, netten Eltern-Kind-Verhältnis. „An diesen Vorwürfen ist absolut nichts dran“, betonte der Vater des kleinen Kindes. Und die Mutter äußerte: „Was soll ich dazu sagen? Ich bin sprachlos.“

Dagegen blieben die Angeklagten bei ihrer früheren Behauptung. „Alles, was wir in dem Brief geschrieben haben, entspricht der Wahrheit“, sagte der 44-Jährige. „Wir haben das Kind des Öfteren weinen und schreien gehört.“ Und unisono empörten sie sich: In den Medien werde immer gesagt: Nicht wegschauen! Nun hätten sie was gesagt und würden dafür vor Gericht stehen, meinten die beiden, die inzwischen nicht mehr in dem Haus wohnen. Auch die Eltern des Kindes sind ausgezogen und haben sich getrennt.

Der Prozess geht am 22. September mit der Vernehmung von zwei Söhnen der Angeklagten weiter.

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