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Ehemaliger Rechtsanwalt entschuldigt sich

Prozess wird fortgesetzt Ehemaliger Rechtsanwalt entschuldigt sich

Mit der Vernehmung von acht Zeugen, darunter zwei Sachverständigen, ist der Prozess gegen einen ehemaligen Rintelner Rechtsanwalt fortgesetzt worden.

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Rinteln. Dem Mann werden Parteiverrat, Untreue und weitere Delikte vorgeworfen. Im Mittelpunkt des zweiten Verhandlungstages stand ein fast fünfeinhalb Jahre zurückliegender Verkehrsunfall und dessen juristisches Nachspiel.

 Im August 2009 ereignete sich in der Nähe von Almena eine Kollision zwischen einem Motorroller und einem Pkw. Ein damals 16-jähriger Auszubildender wollte mit seinem Roller nach links in eine Hofeinfahrt abbiegen, als eine nachfolgende Autofahrerin auf der engen Straße zum Überholen ansetzte. Es kam zum Zusammenstoß, der Azubi stürzte und zog sich einen offenen Unterschenkelbruch zu. Er war anschließend monatelang in Behandlung, der Roller hatte nur noch Schrottwert. Während der heute 21-Jährige angab, an jenem Nachmittag geblinkt zu haben, verneinte dies die Pkw-Fahrerin. Letztlich blieb auch nach einem Unfallrekonstruktionsgutachten offen, wie es zu dem Crash gekommen war und wen welches Verschulden getroffen hatte. Der jetzt Angeklagte erhob dann für den minderjährigen Rollerfahrer gegen die Unfallgegnerin Klage und forderte zusammen 6600 Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld für seinen Mandanten.

 Im Januar 2011 entschied das Landgericht Detmold, dass an den Kläger insgesamt rund 2600 Euro zu zahlen sind. Gegen dieses Urteil legten beide Parteien Berufung ein. Diese sollte im Juni 2011 vor dem Oberlandesgericht Hamm stattfinden. Der jetzt angeklagte Rechtsanwalt erschien jedoch nicht beim OLG, daraufhin wurde die Berufung verworfen. An diesen konkreten Vorfall hatte er heute keine genauen Erinnerungen mehr, nahm das Versäumnis aber auf seine Kappe und entschuldigte sich dafür bei den Beteiligten. Inzwischen ist in dieser Sache ein Versäumnisurteil gegen den Anwalt ergangen, der Rollerfahrer hat doch noch Geld bekommen.

 In einem weiteren Vorwurf ging es um Parteiverrat. Im Jahre 2005 wollte eine alte Schulbekanntschaft des Rechtsanwalts Renovierungsarbeiten in ihrem Haus durchführen. Der Rintelner, der für seine Bekannte bereits als Anwalt in anderer Sache tätig war, vermittelte der Frau dann den Betrieb eines seiner Verwandten für die Arbeiten im Haus. Die Ware wurde im September 2005 geliefert und eingebaut. Schon bald gab es aber Beanstandungen. Es kam zu Nachbesserungen, es gab aber offenbar immer noch Probleme. Ende 2008 endeten die Gewährleistungsansprüche. Laut Angaben der Frau hatte der Rechtsanwalt ihr dann am Telefon einen Satz durchgegeben, den sie aufschrieb und an die Firma des Verwandten des Rechtsanwalts schickte. Dabei ging es um den Verzicht der Einrede der Verjährung durch den Betrieb, praktisch ein Fortbestehen der Gewährleistungsansprüche.

 Der jetzt Angeklagte beteuerte dagegen, dass er der Bekannten keine Formulierungshilfe gegeben und auch keine Akte in dieser Sache angelegt hatte. Als sich die Reparatur weiter hinzog, soll der Rechtsanwalt gemäß der Aussage der Frau gesagt haben, er übernehme das mit der Klage. Das wollte die Frau aber nicht. Ihr Lebensgefährte trat dann auf, ein anderer Anwalt wurde genommen. Daraufhin vertrat der jetzt Angeklagte gerichtlich die Firma des Verwandten. Der Prozess wird am 27. Januar fortgesetzt. maf

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