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Ein Akt der Nächstenliebe

Kirchengemeinde hilft Ein Akt der Nächstenliebe

Der eine wischt Staub, der andere klebt Lichtschalter und Fenster ab, der Nächste schwingt den Besen, und noch ein weiterer rührt die Farbe an.

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Elisabeth Schacht-Wiemer (rechts) und Anna Bünte mit Emanuel Makaj, Rusten Sadiku, Esnerald und Francesko Shehu in der noch zu renovierenden Wohnung.

Quelle: pk

Exten/Strücken. Die vier jungen Männer haben an diesem Tag viel zu tun. Die Wohnung, in die sie in Kürze einziehen werden, muss erst mal renoviert werden. Aber das stört die vier nicht. Sie sind froh, endlich eine eigene Wohnung zu haben – und damit etwas Privatsphäre, auch wenn sie sich jeweils zu zweit ein Zimmer teilen. Denn noch wohnen sie am Kerschensteiner Weg in Rinteln, in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der ehemaligen Pestalozzischule. Jetzt ist ihnen eine städtische Wohnung zur Verfügung gestellt worden.

 Die vier jungen Männer heißen Emanuel Makaj (20), Rusten Sadiku (19) sowie Esnerald (22) und Francesko Shehu (23), stammen aus Albanien und kamen vor Kurzem nach Deutschland an. Hier hoffen sie auf ein besseres Leben. Hier lernten sie sich kennen, freundeten sich an.

 In Albanien, sagen sie, hätten sie keinerlei Zukunftsperspektiven. Jetzt warten sie auf ihr Asylverfahren. „Sie sind in ihrer Heimat zwar nicht vom Tod bedroht, aber sehen dort keine Chancen für ihre Zukunft“, merkt Elisabeth Schacht-Wiemer, die Pastorin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Exten-Hohenrode, an.

 Die Freude über die Wohnung ist ihnen anzumerken. Sie strahlen, legen sich voll ins Zeug. Mit Schacht-Wiemer und den anderen Helferinnen, der Küsterin Anna Bünte und Ute Kretzer, verständigen sie sich mit Händen und Füßen. Mit Erfolg. Und offenbat auch mit viel Spaß. Es wird gelacht.

 Schacht-Wiemer war wesentlich an der Vermittlung der Wohnung beteiligt. Über Dietrich von Blomberg aus Exten fanden die vier Albaner zur örtlichen Gemeinde. Von Blomberg hatte im Verbund mit der Arbeiterwohlfahrt Schaumburg Flüchtlinge aus der Einrichtung am Kerschensteiner Weg in ehrenamtliche Arbeit gebracht (wir berichteten). Über ihn kam der Kontakt zur Kirchengemeinde zustande. Dort erledigen Makaj, Sadiku und die Brüder Shehu im Grunde Küsterdienste, erzählt Schacht-Wiemer. „Sie machen Gartenarbeiten, füllen Kerzenständer auf oder stellen Stühle für den Gottesdienst auf“, schildert die Pastorin. Teilweise seien sie auch schon in der St.-Nikolai-Gemeinde in Rinteln tätig gewesen.

 Irgendwann fragte einer von ihnen die Pastorin, ob sie bei der Wohnungssuche behilflich sein könne. Seitens der Stadt sei dann zunächst das ehemalige Dorfgemeinschaftshaus in Uchtdorf in Erwägung gezogen worden, aber das habe sich als derzeit unbewohnbar herausgestellt. Die Gemeinnützige Verwaltungs- und Siedlungsgesellschaft habe dann die leer stehende Wohnung in Strücken zur Verfügung gestellt: drei Zimmer im Obergeschoss. Das Untergeschoss wird von einer älteren Dame bewohnt.

 „Jetzt hoffen sie auf Ein-Euro-Jobs in der Gemeinde. Sie wollen unbedingt etwas tun“, führt Schacht-Wiemer aus. Zunächst werden sie zwar vor allem noch damit beschäftigt sein, ihre eigenen vier Wände in Schuss zu bringen. Aber das langfristige Ziel der vier jungen Männer sei, richtige Arbeit in Deutschland zu finden.

 „Die Jungs sind handwerklich unglaublich geschickt. Das kennt man so von jungen Deutschen kaum noch“, befindet Schacht-Wiemer, die über ihre Fertigkeiten staunt. „Die größte Schwierigkeit besteht wohl darin, dass sie noch kaum Deutsch sprechen können.“ Deshalb nähmen sie allerdings bereits an den am Kerschensteiner Weg angebotenen Deutschkursen von ehrenamtlichen Helfern teil. Dieses gegenseitige Helfen – für Schacht-Wiemer ist es „ein Akt der christlichen Nächstenliebe“. pk 

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