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Ein Café auf Stelzen am Alten Hafen?

Generationenpark Ein Café auf Stelzen am Alten Hafen?

Wohin mit dem Generationenpark für Rinteln? Der Rat hat im September einstimmig beschlossen, er soll auf den bisherigen Spielplatz Kapellenwall, der Seniorenbeirat lässt dessen ungeachtet nicht locker mit seiner Forderung Blumenwall.

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Bäume, Spielflächen und ein Café-Pavillon auf der bisherigen Rinderweide am Alten Hafen – so schlägt es Dr. Alexander Lattermann vor.

Quelle: pr.

Rinteln. Und nun meldet sich der Arbeitskreis Denkmalschutz mit dem Vorschlag Gouvernementshalbinsel am Alten Hafen. Das Baudezernat der Stadt plant aber schon ein halbes Jahr für den Kapellenwall, will in der zweiten Maihälfte die Pläne der Politik und der Öffentlichkeit vorstellen. Und Geld für den Bau am Kapellenwall steht bereits für dieses Jahr im Haushaltsplan der Stadt.

„Wir werden mit dem Seniorenbeirat noch ein Gespräch führen“, so Baudezernentin Elena Kuhls. Anregungen entgegennehmen ja, Standort ändern nein, so sieht es die Dezernentin. Nach ihrem Wissensstand steht der Seniorenbeirat auch ziemlich allein mit seiner Standortwahl da, bei der er sich auf ein besichtigtes positives Beispiel im Kurpark von Bad Holzhausen beruft. „Auch da ist der Kurpark nicht der einzige Park im Ort“, so Kuhls. „Doch wir nehmen die Hinweise ernst.“

Ebenso ernst wurden die Briefe von Alexander Lattermann, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises Denkmalschutz, genommen und zweimal schriftlich beantwortet. So weit liegt man diesmal auch gar nicht auseinander. Der Arbeitskreis ist gegen den Generationenpark im zu schützenden Naturdenkmal Blumenwall. Und er will Rintelns Zugang zur Weser mit neuer Promenade und Brücke, Áltem Hafen und Halbinsel aufwerten. Klingt wie Planung der Stadt.

Doch dann will der Arbeitskreis im Hochwasserschutzgebiet auf der Weserwiese den Bewegungspark – am besten noch mit einem Café-Häuschen auf 2,38 Meter hohen Stelzen, damit die Sporttreibenden auch gleich ihren Durst löschen können, andere ihnen bei Kaffee und Kuchen genüsslich zusehen. Generationen-/Bürgerpark nennt Lattermann diese Idee, um auch dem Seniorenbeirat eine Brücke dorthin zu bauen.

„Hier könnten sich Bürger unserer Stadt und Gäste zu Sport, Naturerlebnis und Erholung treffen“, schrieb Lattermann der Stadt. „Es könnte ein touristisch geprägter Bürgerpark entstehen, mit vielen Freizeitattraktionen wie Spielplatz, Sportgerätepark für Senioren, Basketballanlage, Sandstrand mit Liegewiese, Plauder- und Relaxecke, Kneipp-Erlebnispfad, Picknickplatz und mehr.“

Zentrales Objekt solle ein Pavillon mit transparentem Zeltdach und Gastronomie werden, so Lattermann. Dieser solle sich harmonisch in die Landschaft einfügen. „Durch traditionelle Anpflanzungen können Flora und Fauna zu neuem Leben erweckt werden. Auch ein Lehrpfad für Botanik wäre denkbar“, regt Lattermann an.

Bürgermeister Thomas Priemer antwortete, dass bereits Planungen laufen, den Spielplatz am Kapellenwall zu einem Treffpunkt für alle Genrationen umzuwandeln – und: „Es wird auf längere Sicht auch die Einbeziehung des Hafengebiets als möglich erachtet. Die direkte Einbeziehung der Gouvernements-Halbinsel unmittelbar an der Weser in derartige Projekte halte ich jedoch aufgrund der Hochwasserproblematik für nicht realisierbar.“

In einem neuen Schreiben bezeichnete Lattermann nun den Kapellenwallplatz als zu eng und ungeeignet für einen großzügig angelegten Generationenpark. Und bei einer späteren Anbindung des Hafengebiets würde eine Zersplitterung dieses Parks entstehen.

Lattermann verweist zudem auf ein Beispiel aus Schönebeck an der Elbe, wo im Hochwassergebiet ein Bürgerpark angelegt worden sei, eingeweiht im September 2013. Dort habe man wohl eine Lösung gefunden. „Die zu installierenden Sport- und Spielanlagen werden bei uns im Hochwasserfall sicher überflutet.

Dies scheint aber nicht so schädlich, da die heutzutage verwendeten Materialien dieser Beanspruchung standhalten“, schrieb Lattermann. „Die in Rinteln bereits an der Weserpromenade aufgestellten Bänke haben der Überflutung bisher widerstanden, ohne Schaden zu nehmen.“

Für den Pavillon hatte Lattermann auch einen Lösungsvorschlag: Auf 2,38 Meter hohen Stelzen würde er sogar bei einem Jahrhunderthochwasser nicht überflutet. Und zur Beeinträchtigung des Landschaftsbildes: „Bei dieser Höhe lässt sich durchaus eine harmonische Einfügung in die Landschaft erreichen, und die Hochwassergefahr wäre gebannt.“

Die Antwort von Priemer fiel drastisch aus: „Ihre Ideen werde ich berücksichtigen, sofern weitere Planungen für den Bereich des Alten Hafens anstehen. Ich sehe derzeit keine Veranlassung, neben dem vom Rat beschlossenen Generationenpark Kapellenwall und dem schon bestehenden, vielseitig nutzbaren Blumenwall noch einen weiteren Park anzulegen.“

Damit will sich Lattermann nicht zufrieden geben und seine Pläne in Schubladen verschwinden sehen. „Wir wollen die Idee einfach öffentlich zur Diskussion stellen“, meint er auch im Namen des Arbeitskreises Denkmalschutz und hofft nun auf Resonanz. dil

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