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Ein Gasthaus für 9500 Euro

Traditionsgasthaus „Menneking“ Ein Gasthaus für 9500 Euro

Das Traditionsgasthaus „Menneking“ in Schaumburg kommt am nächsten Montag, 12. Dezember, im „Hilton Cologne“ in Köln unter den Hammer. Versteigert wird es im Rahmen einer Auktion der Westdeutschen Grundstücksauktion AG. Einstiegspreis für Bieter: 9500 Euro.

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Sanierungsfall: Das Schaumburger Traditionsgasthaus „Menneking“.

Quelle: wm

LANDKREIS. Warum das Mindestgebot so niedrig angesetzt worden ist, gerade einmal knapp über dem Grundstückswert, schilderte auf Anfrage ein Mitarbeiter des Auktionshauses: Gastwirtschaft wie Nebengebäude seien sanierungsbedürftig, das Haus stünde inzwischen seit mehreren Jahren leer. Wer dort einziehen wolle, müsste erheblich investieren. Nur den Schankraum, den könne man praktisch morgen wieder eröffnen.

Auf Seite 32 des aktuellen Kataloges (im Internet unter Westdeutsche Grundstücksauktion AG) findet man Fotos des Gasthauses und eine Beschreibung: rund 9600 Quadratmeter Grundstück, Baujahr des Haupthauses vor 1900, Fremdenzimmer.

Heinz Menneking, der letzte Gastwirt, ist im Jahr 2013 im Alter von 82 Jahren gestorben. Er hatte das Gasthaus sogar im hohen Alter noch betrieben. Alleinerbe ist der Sohn Mennekings.

Das „Menneking“ war jahrzehntelang der gesellschaftliche Mittelpunkt des Dorflebens: Dort tagten die Vereine, dort wurde 1944 der Gesangverein Frohsinn gegründet, Theater gespielt, Karneval, Weihnachten und Hochzeiten gefeiert, dort gab es zeitweise sogar Kinovorstellungen.

Unterkunft für Soldaten und Vertriebene

1904 hatte der Maurer Friedrich Menneking das Haus eröffnet und zunächst nebenberuflich geführt. 1930 übernahm sein Sohn Friedrich mit Ehefrau Marie die Gaststätte und baute diese zu einer Pension mit 20 Betten aus.

Menneking warb für seine „Sommerfrische“ mit „ruhigster Lage am Fuße der Schaumburg mit bestem Ausblick ins Wesertal“. Und die Gäste kamen – vor allem aus Bremen, Berlin und Hamburg.

In den Kriegsjahren waren dort Kinder der Kinderlandverschickung untergebracht, später belegten verwundete Soldaten die Pensionszimmer, danach Vertriebene. 1950 wurde die Gaststätte modernisiert. Dann ein Einschnitt: 1981 baute die Stadt die alte Schule zum Dorfgemeinschaftshaus um, was für Menneking bedeutete, sein Saal war nicht mehr ständig ausgebucht, große Veranstaltungen fanden jetzt auch im Dorfgemeinschaftshaus statt.

1988 übernahm Heinz Menneking den Gaststättenbetrieb. In seinen letzten Jahren hatte er nur noch zweimal in der Woche geöffnet, für Stammgäste an der Theke. „Eule“ nannten ihn seine Freunde wegen der vielen Eulenfiguren an den Wänden, die Menneking gesammelt hatte.  wm

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