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Ein Klettergerüst aus dem Preisausschreiben

Rinteln Ein Klettergerüst aus dem Preisausschreiben

1989 wurde Heinz-Otto Sasse Frührentner. Und wie bei vielen anderen in seiner Situation, musste auf einmal eine neue Beschäftigung gefunden werden.

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Heinz-Otto Sasse (M.) hat das neue Spielgerät, das jetzt im Comenius-Kindergarten steht, bei einem Preisausschreiben gewonnen. Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz und Kita-Leiterin Jutta Meves danken ihm.

Quelle: jaj

Rinteln (jaj). „Ich musste ja irgendetwas tun, damit ich meiner Frau nicht auf die Nerven gehe“, sagt der heute 68-Jährige. In dieser Situation entdeckte der Todenmanner seine Leidenschaft für Preisausschreiben. Mehrere Hundert, wenn nicht sogar mehrere Tausend Postkarten hat er in den vergangenen Jahren ausgefüllt. „In Spitzenzeiten waren es sogar 120 im Monat“, erzählt er.

 Dabei überlässt er kaum etwas dem Zufall. Die Postkarten bastelt er selbst. Er hat nämlich herausgefunden, dass die Postkarten, die für 45 Cent verschickt werden können, eigentlich sogar ein Stück größer sein dürfen, als es die sind, die man kaufen kann. „Dann fallen sie mehr auf, wenn die Glücksfee blind eine Karte zieht“, erklärt er. Ursprünglich hat er alle vier Seiten zackig zugeschnitten, das wurde ihm dann aber von der Post untersagt. Seitdem benutzt er die Zackenschere nur noch bei den seitlichen Rändern. „Oben und unten benutze ich jetzt einen Gelstift“, erzählt er.

 Natürlich bleibt so viel Engagement nicht unbelohnt. Immer mal wieder gewinnt Heinz-Otto Sasse bei einem der vielen Preisausschreiben auch etwas. So hat die Familie schon einmal ein Jahr lang kostenlose Hunde-Zahnbürsten ins Haus bekommen, seine Tochter und sein Schwiegersohn konnten schon einmal ein Wochenende bei einem Autorennen verbringen, und es gab Eintrittskarten für Freizeitparks, Sportveranstaltungen und vieles mehr.

 Vor einiger Zeit hat Sasse wieder an einem Preisausschreiben teilgenommen – und gewonnen: ein großes Außenspielgerät mit Kletterturm, Rutsche und Reckstange. Die Karte für dieses große Spielzeug hatte er im Namen seines zweijährigen Enkels Darius ausgefüllt. Und weil der ab nächstem Jahr den Comenius-Kindergarten besuchen wird, stand schnell fest, wo das Gerät stehen soll. „Ich habe zwar noch mehr Enkelkinder, aber die sind alle schon älter. Darius kann dann noch damit spielen“, erklärt der Rentner. Kindergartenleiterin Jutta Meves staunte nicht schlecht, als Sasse eines morgens bei ihr anrief und ihr mitteilte, dass er ihr gern ein Spielgerät für den Außenbereich schenken möchte. Sofort forderte sie die Unterlagen des Geräts an, um zu überprüfen, ob das Gerät überhaupt für den Gebrauch in Kindergärten geeignet ist. „Als dann feststand, dass es das ist, habe ich Kontakt mit der Stadt aufgenommen“, erzählt sie.

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