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Einblick in ein "Energieplushaus"

Rinteln Einblick in ein "Energieplushaus"

Thomas Sewald, technischer Direktor der Stadtwerke, wohnt in einem Energieplushaus – in einem Haus mit großen Glasflächen, das die Wintersonne nutzt, um die Räume zu erwärmen.

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Thomas Sewald (links) und Thomas Rinnebach haben ihr Haus bereits vernetzt. Einiges lässt sich mit dem Smartphone oder Tablet-PC steuern.

Quelle: tol

Rinteln. Nun hat aber der Wetterbericht am Vorabend Regen gemeldet, so sind die Jalousien geschlossen geblieben. Doch im Laufe des Vormittags klart es auf, und ab Mittag strahlt die Sonne. Also fährt Sewald die Jalousien seines Hauses hoch – per Smartphone von seinem Schreibtisch am Bahnhofsweg aus.

 Wenn im Sommer die Sonneneinstrahlung zu stark wird, müsste Sewald noch nicht einmal selbst eingreifen. Denn die Raumtemperatur lässt sich vorgeben. Steigt das Thermometer über den Sollwert, würde das System automatisch reagieren und die Jalousien herunterfahren. „SmartHome“ heißt die Technik, die das möglich macht.

 Auch Thomas Rinnebach, Vertriebsleiter und Prokurist der Stadtwerke, hat sein Haus vernetzt, vor allem unter dem Sicherheitsaspekt. Wenn er überprüfen will, ob alle Fenster geschlossen sind, genügt ihm ein Blick aufs Smartphone. Das meldet auch verlässlich, wenn ein Rauchmelder Alarm schlägt. Kameras in und am Haus zeigen ihm auf dem Smartphone, ob er die Feuerwehr alarmieren muss oder alles nur ein Fehlalarm ist. Rinnebach könnte das Netzwerk aber auch so programmieren, dass dieser Alarm zunächst beim Nachbarn aufläuft, der dann nachschaut, was los ist.

 „SmartHome“ ist eine Kombination zwischen Haustechnik und Smartphone, Tablet-PC oder Computer per Internet. In allen Medien bekannt geworden unter dem Schlagwort „Netz der Dinge“. Diese Technik, die Sewald und Rinnebach bereits privat installiert haben, ist ab sofort bei den Stadtwerken erhält.

 Für Einsteiger gibt es zwei Startersets: „Komfort“ und „Sicherheit“. Wobei sich beide Basispakete kombinieren und erweitern lassen. Die Stadtwerke liefern nicht nur die Hardware, sondern auf Wunsch für Stadtwerkekunden auch den Service.

 Die Einsteiger-Pakete, betont Sewald, seien problemlos zu installieren. „Wer eine App auf sein Smartphone herunterladen kann, wird auch mit der Installation der ‚SmartHome‘-Technik keine Probleme haben. Allen anderen helfen die Stadtwerketechniker vor Ort.“ Es ist ein System, das selbst Mieter verwenden können. Die Geräte lassen sich bei einem Umzug problemlos demontieren und mitnehmen.

 Die Beispiele für mögliche Anwendungen ließen sich beliebig fortsetzen: Man kommt aus dem Urlaub früher als geplant nach Hause. Dann lässt sich über das System die Heizung im Haus aus der Ferne hochfahren.

 Auch das Sicherheitspaket bietet weitere Optionen. Als Schutz vor Einbrechern lassen sich beispielsweise Licht, TV und Radiogeräte steuern, wenn man in Urlaub ist. Herkömmliche Zeitschalter schalten das Licht nach einem vorgegebenen Muster ein und aus, dass man schnell erkennen kann. Anders der „virtuelle Bewohner“ bei „SmartHome“. Der agiert wie ein „echter“ Mensch, „schaut“ auch mal bis nach Mitternacht den Spätfilm.

 Sewald sind die Bedenken gegen „SmartHome“ bekannt, die Frage nach der Datensicherheit. Kann ein Hacker nicht die Heizung und den Stromverbrauch manipulieren? „Kann er nicht“, versichert Sewald. Erstens sei das Netz von außen nicht „sichtbar“. Anders als bei WLAN könne man auch nicht erkennen, ob ein Haus über „SmartHome“-Technik verfüge oder nicht. Zudem werden Geräte jeweils einzeln per Code angesteuert, jedes Gerät hat einen Schlüssel. Die Internetverbindung wiederum wird über das https-Protokoll aufgebaut, einer sicheren Standardverschlüsselung. Die Zentrale ist passwortgeschützt. Dabei gilt: Wer das Passwort hat, hat auch Zugriff auf die Daten. Also sollte das Passwort sicher sein.

 Die Technik ist ausbaufähig. Man kann sie mit der Luftwärmepumpe kombinieren, mit der Photovoltaikanlage, dem Frischluft- und Abluftsystem. Und es ist eine Technologie, die auch Senioren hilft: Vor dem Bett liegt eine Sensormatte, die die Lampen im Schlafzimmer, Flur und Bad einschaltet. Auch der Pflegedienst könnte über „SmartHome“ informiert werden. Registriert die Matte großflächigen Druck, wird Alarm ausgelöst, denn dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der pflegebedürftige Mensch aus dem Bett gefallen ist. wm

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