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Eindrücke wie auf einem Schlachtfeld

Rintelner Polizisten bei G20-Gipfel Eindrücke wie auf einem Schlachtfeld

Die Bilder brennender Autos und vermummter, gewalttätiger Extremisten gingen um die Welt: Die Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg überschatteten die weit größere Gruppe friedlicher Demonstranten. In Hamburg waren auch vier Beamte aus Rinteln im Einsatz, bestätigt Polizei-Chef Wilfried Korte.

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Quelle: dpa

RINTELN/HAMBURG. „Wir waren zum Glück nicht bei den Ausschreitungen im Einsatz“, erzählt Sibylle Bädermann. Die vier Rintelner waren in der Speicherstadt rund um die Elbphilharmonie unter anderem für Personen- und Einlasskontrollen zuständig. Dort herrschte Sicherheitsstufe zwei, so weit drangen die Gewalttäter nicht vor. „Und ich hätte dort auch wirklich nicht dabei sein wollen“, erzählt Bädermann.

 Die vier Beamten verfolgten ebenfalls mit Schrecken die Ereignisse in Hamburg. „Als Ruhe eingekehrt war, sind wir einmal durchgefahren“, so Bädermann. „Es war ein Schlachtfeld, es sah aus wie ausgebombt. Solche Bilder kenne ich sonst nur aus Kriegsgebieten.“ Selbst die Chaostage in Hannover seien nicht so schlimm gewesen. Auch ohne direkten Kontakt zu Gewalttätern gehe man bei so einem Ausnahmedienst an seine körperlichen Grenzen.

Konsequenzen ziehen

Sie persönlich könne auch nicht verstehen, wie man einen derartigen Gipfel in einer Millionenstadt wie Hamburg ausrichten könne. Rintelns Polizei-Chef wünscht sich, dass aus den Ereignissen nun Konsequenzen gezogen werden. „Wer dort Scheiße gebaut hat, sich gekloppt und Autos angezündet hat, der wollte nicht demonstrieren.“ Für Korte ist klar: „Diese Menschen haben ihr Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit verwirkt.“ Wer bei solchen Ausschreitungen erwischt wurde, der sollte in einer bundesweiten Datenbank aufgenommen werden. „Wenn dann wieder so was stattfindet, und der Täter ist auf der Anreise, dann muss er herausgefischt werden.“ Entweder schicke man ihn dann nach Hause, oder, „noch besser, für drei Tage festsetzen“.

 Korte ist zuversichtlich: „Ich denke, dass sich da etwas ändern wird, politisch.“ Er betont aber: „Ich rede nur über die echten Gewalttäter, die Gehwegplatten von Hausdächern schmeißen. Nicht von den vielen tausend Menschen, die auf tolle Weise auf Missstände in unserer Gesellschaft und der Welt hingewiesen haben.“

 Auch für die Arbeit in Rinteln habe der Einsatz Konsequenzen gehabt. „Die Kollegen kommen jetzt natürlich mit einem Packen Überstunden zurück.“ Andere Kollegen hätten auf ein freies Wochenende verzichten müssen, weil die heimische Wache natürlich trotzdem besetzt werden musste. „Aber wir kriegen das alles hin.“  jak

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