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Eine Ausnahmeveranstaltung

Rintelner Messe Eine Ausnahmeveranstaltung

Alle Jubeljahre kann die Verwaltung der Weserstadt ihre Aussteller mit einem kleinen Geschenk belohnen: Fällt der Donnerstag vor der Messe auf einen Feiertag, dann wird er zum Messetag, ohne zusätzliche Standgebühren, dann dürfen die Aussteller kurzerhand mitnehmen, was sie an diesem Zusatztag umsetzen.

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Abends kommt das bunte Licht der Fahrgeschäfte zur Geltung.

Quelle: tol

Rinteln. Möglich ist das, wenn im Frühling Himmelfahrt oder der erste Mai auf einen Donnerstag fällt und im Herbst Allerheiligen.

In diesem Frühjahr dürften die Schausteller der Stadt ein großes Dankeschön geschickt haben, denn bei dem einen oder anderen wird es der Donnerstag gewesen sein, der diese Messe gerettet hat. Und der Schuldige ist schnell ausgemacht: Es war das Wetter.

Grillen statt Messe

Denn am Wochenende gab es auf der Messe rund um Nikolai richtig viel Platz. Marktleiter Daniel Jakschik redete gestern nicht lange um den Brei herum: „Es war bestimmt nicht die umsatzstärkste Messe aller Zeiten.“ Bei der Ursachenforschung sagte der Marktleiter, dass die Hitze zu schnell gekommen sei. Er selbst war nicht überrascht, denn schon am Freitag hatte er im Gespräch mit einem Fleischer gehört, was in dessen Geschäft an diesem Tag prächtig oft über die Theke gegangen war: Grillfleisch, die Menschen deckten sich für das Wochenende ein.

Oder sie gingen in den Garten oder haben das schöne Wetter bei einem Ausflug genossen. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen über 20 Grad steht ein Rintelner Messebesuch nicht unbedingt ganz oben auf der Agenda. Nur der Schausteller kommt trotzdem ins Schwitzen: Nicht, weil der Andrang so groß ist, sondern weil er sich bei 27 Grad einen Wolf schwitzt.

Weil die Schausteller untereinander gut vernetzt sind, bekam Jakschik schnell mit, dass es in anderen Städten das gleiche Phänomen zu beobachten gab: Ob in Bad Oeynhausen, Minden, Frankfurt oder Melle – es war wegen des warmen Wetters überall nichts los.

Aber ein bisschen geht immer, und Tausende von Besuchern waren es auch am vergangenen Wochenende; der Rintelner Messebesucher ist an und für sich eine treue Seele. Am Sonntag war es nicht nur das schöne Wetter, sondern auch der Muttertag, der den Schaustellern einen Strich durch die Rechnung machte.

"Man muss an die Anwohner denken"

Voll wurde es am Sonnabendabend. Nach dem Sonnenuntergang füllten sich Kirch- und Marktplatz. „Die Menschen“, so Jakschik, „waren in Feierlaune.“ Aber ein paar Minuten nach 22 Uhr war dann Feierabend, Getränkestände und Karussells mussten zumachen. „Man muss dann auch an die Anwohner denken und in den sauren Apfel beißen“, so Jakschik: „Dass wir dann keine Ausnahme machen, ist vielleicht bitter, aber dann ist das eben so.“

Das Gespräch mit Jakschik wendet sich kurz dem Grundsätzlichen zu. Man habe eigentlich als Stadt Rinteln keine Wahl, wenn vor dem ersten Messetag, dem Freitag, noch ein Feiertag liege, man könne ihn nur mit in das Messepaket packen. Die Alternative sei doch diese: „Die Menschen kommen am Feiertag in die Weserstadt – und wir bieten den Besuchern eine halb aufgebaute Messe.“ Und am Termin selbst werde man auch nicht rütteln: „Wir können sie doch nicht nach Pfingsten legen“, sagt Jakschik mit Blick auf eine 627 Jahre währende Tradition.

Fünf Tage Sonnenschein

Für den Marktleiter war es eine „Ausnahmemesse“: Fünf Tage Sonnenschein ohne Ende hat er noch nicht erlebt. Ein oder zwei Tage Sonne, das komme schon vor, „aber vom Anfang bis zum Ende“, vom Feiertag über den Brückentag und den Muttertag bis zum Montag: Das sei neu gewesen. Es war eine Erfahrung, die Jakschik und die Schausteller in den nächsten Jahren so schnell nicht wieder sammeln werden: Bei den Feiertagen und den Messen, sagte der Marktleiter, „gibt es in den nächsten Jahren keine Berührungen mehr“. rnk

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