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Eine CD – „Und plötzlich war ich Ricky King“

Rinteln / Interview Eine CD – „Und plötzlich war ich Ricky King“

Ricky King ist einer der erfolgreichsten Instrumentalisten Deutschlands, kann zahlreiche Gold- und Platinschallplatten und die „Goldene Stimmgabel“ sein Eigen nennen.

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Ricky King lässt am Sonntag bei der Wintergala seine Gitarre erklingen.

Quelle: pr

Rinteln. Der Durchbruch gelang dem Gitarristen, der mit bürgerlichem Namen Hans Lingenfelder heißt, 1976 mit seinem Hit „Verde“. Es folgten sieben weitere Chart-Hits, darunter auch das von Dieter Bohlen produzierte „Hale, Hey Louise“. Unsere Redakteurin Jessica Rodenbeck hat sich mit dem 66-Jährigen, der am Sonntag mit der „Klingenden Wintergala“ im Brückentorsaal zu hören ist, unterhalten – über musikalische Vorbilder, das Leben auf Reisen und darüber, wieso er keine Weihnachten feiert.

Herr Lingenfelder, Sie sind zurzeit mit der „Klingenden Wintergala“ unterwegs. Wo kommen Sie gerade her?

 Im Moment bin ich zu Hause. Ich war leider ein bisschen krank, ich kämpfe schon seit zwei Wochen mit einer Erkältung. Jetzt bin ich aber auf dem Weg der Besserung.

Ihr Auftritt in Rinteln ist also nicht gefährdet?

 Nein, es ist alles okay. Ich freue mich auch schon. Ich habe schon auf der Homepage der Stadt geschaut. Der Marktplatz ist ja sehr schön! Die vielen Fachwerkhäuser erzeugen eine ganz besondere Atmosphäre, so etwas mögen meine Frau und ich sehr.

Haben Sie denn auch ein bisschen Zeit für einen Rundgang durch die Stadt?

 Wir werden kurzfristig entscheiden, ob wir noch einen Tag länger bleiben. Generell bekommen wir sehr gerne auch etwas von den Orten mit, an denen wir sind.

Genießen Sie es, immer wieder auf Reisen zu sein?

 Mir macht es nichts aus, weil meine Frau immer dabei ist. Wir bewältigen das zu zweit und wechseln uns dann auch bei der Fahrerei ab. Oftmals sind es ja doch weite Strecken.

Sie haben ja ursprünglich Musik studiert und sind staatlich geprüfter Musikpädagoge. Hätten Sie während ihres Studiums für möglich gehalten, einmal einen Hit in den Charts zu haben und auf den großen Bühnen aufzutreten?

 Nein, das war damals noch anders als heute. Heute wollen die jungen Leute ja alle gleich Superstars werden (lacht). Das war bei uns damals noch anders. Da hat man einfach Musik gemacht, weil es Freude gemacht hat. Ich mache bereits seit dem 13. Lebensjahr Musik, stand schon mit 15 auf der Bühne. Es war aber immer die Musik wichtig, nicht das „Star-Sein“.Das konnte ich mir gar nicht vorstellen.  

Wie ist es dann doch dazu gekommen?

 Ich habe immer in Bands Musik gemacht – und auch mit bekannten Künstlern und Schlagerstars. So haben sich langsam Kontakte aufgebaut. Es hat aber auch viel mit Glück zu tun. Man muss im richtigen Moment das Richtige machen.

Was war das bei Ihnen?

 Meiner Band kam damals die Idee, wieder eine Instrumentalsache zu machen. In den sechziger Jahren war Instrumentalmusik, gerade Gitarrenmusik, durch die „Shadows“ und „Spotnicks“ ja ganz groß. Das waren Weltklasse-Erfolge. In den siebziger Jahren gab es dann ein Loch, in dem diese Musik nicht sehr gefragt war, da kam die Popmusik dann stärker. 1976 haben wir dann einfach mal wieder so eine LP gemacht – und wie es der Zufall will, haben die Leute so darauf reagiert, dass ich plötzlich Ricky King war.

Auf einmal waren Sie Ricky King – wie lange haben Sie gebraucht, sich daran zu gewöhnen?

 Am Anfang war es wie eine zweite Person. Für mich war Ricky King zunächst ein Produkt und nicht ich persönlich. Durch viele Interviews und Auftritte wird man irgendwann zu dieser Person. Privat trenne ich das aber noch immer. Für meine Freunde und alle, die mich sonst kennen, bin ich Hans Lingenfelder, im Musikleben logischerweise Ricky King.

In den vergangenen Jahren sind Besucher in Rinteln immer zur Weihnachtsgala geladen worden, jetzt ist es die Wintergala. Hat das etwas damit zu tun, dass Sie 1979 Mitglied der Zeugen Jehovas geworden sind?

 Ja, wir feiern keine Weihnachten, weil das für uns kein christliches Fest ist. Wir glauben nicht, dass Christus im Winter geboren wurde. Die erste Tournee mit Herrn Feller (Produzent der Wintergala, Anm. d. Red.) ist dann tatsächlich daran gescheitert, dass es auch eine Weihnachtsgala war. Jetzt setzt mich Herr Feller speziell dann ein, wenn es nicht um Weihnachten geht.

Andere Kollegen werden aber Weihnachtslieder singen, und es steht vielleicht auch ein Baum im Raum. Ist das ein Problem für Sie?

 Nein natürlich nicht. Sie können sich ja im Moment gar nicht bewegen, ohne dass irgendwo weihnachtliche Dinge stattfinden. Das ist auch gar nicht der Sinn. Man muss da nicht so stur sein, aber ich selbst möchte es halt nicht unterstützen, da ich es sehr ernst nehme, Christ zu sein. Ich habe meinen Liedblock extra und spiele keine Weihnachtslieder, aber jeder andere darf es natürlich machen, wie er es gerne will.

Nun ist es in diesem Jahr die Wintergala. Worauf freuen Sie sich in der kalten Jahreszeit am meisten?

 Ich bin eigentlich ein Sommermensch und mag die Kälte nicht so (lacht.) Aber ich wohne im Odenwald, und wenn ich die weißen Berge sehe und beim Spazierengehen diese frische Luft atme, das hat natürlich auch seinen Reiz. Ich bin aber kein Skifahrer, das ist mir einfach zu gefährlich.

Welche Pläne haben Sie noch für die Zukunft?

 Da ich mich noch sehr gut, gesund und jung fühle, werde ich so lange weiter Musik machen, wie das Publikum mich mag. Musik hält mich jung, und es ist für mich einfach der schönste Beruf. Ich kann Freude bereiten und bekomme diese durchs Publikum zurück. Derzeit arbeite ich auch wieder an einer neuen CD, die im kommenden Jahr herauskommen wird. Ich will einfach weiter machen, solange es geht. Was soll ich auch sonst machen?

Karten für die „Klingende Wintergala“ gibt es im Vorverkauf in der Geschäftsstelle der Schaumburger Zeitung in der Klosterstraße, bei Photo Struck am Marktplatz und telefonisch unter (05751) 42062. Sie kosten je nach gewähltem Sitzplatz 34 oder 39 Euro.

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