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Eine Stadt auf dem Trockenen

Rinteln Eine Stadt auf dem Trockenen

Seit Wochen sitzt die Weserstadt mehr oder weniger auf dem Trockenen. Was die meisten Menschen weit weniger zu spüren bekommen als diejenigen, die unmittelbar mit der Vegetation zu tun haben, wie Gärtner, Förster oder Mitarbeiter des Bauhofs.

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Der Pegelstand der Weser sinkt stetig. Die Schifffahrt ist allerdings noch nicht gefährdet. Kleines Bild: Die Wasserpumpe im Garten von Julius Bredow ist zurzeit besonders häufig im Einsatz.

Quelle: tol

Rinteln. „Stark gefordert“ sind die Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt Rinteln, teilt Bauhofleiter Klaus-Ulrich Hartmann auf Anfrage mit. „Wir sind in einer Tour am Notwässern und mit mehreren Teams im Einsatz.“ Besonders bedroht seien die über mehrere Hektar verteilten Pflanzungen, die nicht älter als zwei Jahre sind. Deren Wurzeln seien noch zu kurz, um das Wasser aus tieferen Bodenschichten aufnehmen zu können.

Um die nötige Bewässerung zu gewährleisten, sind die Bauhofmitarbeiter deshalb mit mehreren Fahrzeugen mit Wasserladungen unterwegs, das größte fasst 11000 Liter. Zwei Trecker sind mit einem Fassungsvermögen von 2000 beziehungsweise 400 Litern im Einsatz. Für Notfälle gibt es noch ein transportables 1000-Liter-Fass.

Weniger problematisch sei es um die bereits ausgesäte Rintelner Blumenmischung bestellt. Abgesehen davon, dass der Bauhof es nicht leisten könne, diese Saatflächen zusätzlich zu wässern, sei es der Saat auch wenig zuträglich. Es sei denn, man wässere sie jeden Tag. „Andernfalls geht der Keim auf, und der Keimling vertrocknet, wenn er nicht jeden Tag gewässert wird“, schildert Hartmann. Stellenweise, wie etwa am Friedhof oder an der Schlingwiese, sei der Bauhof auch in der Lage, stationär und somit über mehrere Stunden „dauerzuwässern“. „Was wir brauchen, ist ein ein bis zwei Tage lang anhaltender Landregen“, klagt Hartmann.

Größer geworden ist der Wasserverbrauch nicht nur seitens des Bauhofes, sondern auch der Rintelner Bürger, bestätigt Reinhold Kölling von den Stadtwerken Rinteln, allerdings, ohne konkrete Zahlen nennen zu können.

Besonders vergangenen Donnerstag und Freitag habe sich der erhöhte Wasserverbrauch der Rintelner bemerkbar gemacht. „Da haben die Leute dann eben ihre Blumen gegossen oder Schwimmbecken volllaufen lassen. Aber das ist noch im Rahmen“, so Kölling. Auch bei der Grundwasserversorgung gebe es keinerlei Probleme.

Die Waldbrandgefahr stuft Christian Weigel, Leiter des Forstamts Oldendorf, in Schaumburg und Umland als nicht besonders groß ein. „Wir haben hier ja vor allem Buchenwälder, da besteht keine so große Gefahr“, sagt Weigel. Anders verhalte es sich bei Wäldern mit hohem Nadelholzanteil. Dadurch sammele sich auf dem Waldboden viel Geäst, das bei großer Trockenheit leicht entzündlich sei.

„Die einzigen Waldbrände, die ich als Forstamtsleiter in der Region erlebt habe, waren samt und sonders gelegte Brände“, merkt Weigel an. Und im Wald nicht zu rauchen, gelte nicht nur bei Trockenheit: „Das ist generell verboten in der Vegetationszeit“, mahnt der Forstamtsleiter.

Der Pegelstand der Weser belief sich nach Auskunft des Wasser- und Schifffahrtsamtes Minden gestern Mittag auf 1,44 Meter. Damit, sagt Ute Westrup, liegt die Wassertiefe des Flusses noch im normalen Bereich. Kritisch werde es ab einem Pegelstand von 1,42 Metern. Bei Niedrigständen werde dann von Amtskollegen in Hannoversch Münden angewiesen, die Edertalsperre für mehr Wasser zu öffnen, um den Pegelstand wieder auszugleichen, so Westrup.

Probleme auf sich zukommen sieht Sascha Wagener von der AHE Schaumburger Weserkies GmbH, die ihr Kiesabbaugebiet gerade wieder turnusmäßig von Großenwieden nach Hohenrode verlegt hat. „Denn irgendwann ist die Stützung des Wasserstands durch die Edertalsperre am Ende“, sagt Wagener etwas in Sorge. Falle der Wasserstand unter 1,10 Meter, könnten seine Schubverbände die Weser nicht mehr befahren. Damit dieser Fall nicht eintritt, müsse es in absehbarer Zeit „mehrere Wochen lang regnen“, so Wagener, vorzugsweise im Bereich von Werra und Fulda, die in Hannoversch Münden zur Weser zusammenfließen.

Manfred Langemeier vom Obst- und Gartenbauverein rät Gartenfreunden aufgrund der anhaltenden Trockenheit, Blumen, Kübelpflanzen und Tomaten jeden Tag zu gießen. Auseinander gehen die Meinungen im Obst- und Gartenbauverein darüber, wie das Gemüse bewässert werden soll. Ob täglich oder nicht? Langemeier hat sich für tägliches Bewässern entschieden. „Aber das muss jeder für sich entscheiden. Jeden zweiten Tag sollte das Gemüse aber schon gegossen werden“, so Langemeier. pk

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