Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Einige Eltern zahlen sogar weniger

Rinteln / Sozialausschuss Einige Eltern zahlen sogar weniger

Die Erhöhung der Gebühren für Kindertagesstätten (Kita) ist heute Abend erneut Thema im Ausschuss für Soziales, Jugend, Frauen und Integration.

Voriger Artikel
Weihnachtsbäckerei gerettet
Nächster Artikel
Ein Toter und zweimal Totalschaden

Von Jessica Rodenbeck. Bei einer ersten Beratung im September konnten sich die Politiker nicht für eine der zwei Gebühren-Varianten erwärmen, die die Verwaltung erarbeitet hatte (wir berichteten). Heute stehen zwei neue Entwürfe zur Diskussion.

 In einem Punkt rudert die Verwaltung mit den neuen Entwürfen zurück: Die Reduzierung der Einkommensklassen ist vorerst vom Tisch. Die neuen Entwürfe setzen, wie schon die bisher gültige Gebührenordnung, wieder auf sechs Einkommensklassen. Allerdings sollen diese angepasst werden. Die unterste Einkommensgrenze würde von 989 Euro auf 1300 Euro steigen, die höchste Gehaltsklasse beginne nach neuen Entwürfen bei 2900,01 Euro, bisher waren es 2013,01 Euro.

Mit der Beibehaltung der sechs Einkommensklassen sollen laut einer Verwaltungsvorlage, die bereits seit einigen Tagen im Ratsinformationssystem im Internet einsehbar ist, große Gebührensprünge vermieden werden. Nach den ersten Entwürfen, in denen nur drei Einkommensklassen vorgesehen waren, habe es Fälle gegeben, in denen ein um einen Euro höheres Einkommen eine Gebührenerhöhung von 48,94 Euro zur Folge gehabt habe. Nach den neuen Entwürfen betrage der so maximal mögliche Gebührensprung nur noch 24,47 Euro.

 Aus Sicht der Verwaltung entfällt damit die Notwendigkeit für eine weitere Regelung zur Vermeidung von hohen Gebührensprüngen. Genau eine solche Regelung war jedoch in der vorigen Sitzung des Ausschusses gewünscht worden. Daher wird den Politikern in der heutigen Sitzung auch ein entsprechender Entwurf vorgelegt, der in die Gebührenordnung aufgenommen werden könnte. Nach diesem Entwurf könnte die fällige Kita-Gebühr reduziert werden, wenn die Überschreitung der Einkommensgrenze geringer ist als der dadurch verursachte Gebührensprung.

 Nach wie vor zur Debatte steht die Streichung des zweiten kostenlosen Kindergartenjahres. Auch heute Abend wird die Verwaltung daher zwei unterschiedliche Varianten darstellen. Die eine setzt auf die Beibehaltung des zweiten freien Kindergartenjahres bei einer deutlichen Erhöhung der Gebühren für das verbleibende Jahr. Die andere sieht eine Streichung des gebührenfreien Jahres vor, die Gebührenerhöhung für die übrigen Jahre könnte dafür bei dieser Variante etwas moderater ausfallen.

 Doch nicht in jedem Fall würde die neue Gebührenordnung zwangsläufig eine Mehrbelastung bedeuten. Einige Familien hätten sogar etwas mehr Geld zur Verfügung. Ein Haushalt mit einem anrechenbaren Einkommen von 1600 Euro zahlt derzeit beispielsweise monatlich 106,86 Euro für eine Betreuungszeit von fünf Stunden pro Tag. Nach der neuen Regelung und einem zugrunde gelegten Kostendeckungsgrad von 14 Prozent würde diese Familie zukünftig bei Beibehaltung des zweiten gebührenfreien Kita-Jahres nur noch 104,44 Euro zahlen müssen. Würde das zweite Jahr entfallen, wären es 65,93 Euro monatlich. Eine Familie mit einem anrechenbaren Einkommen von 2400 Euro muss aktuell monatlich 140,61 Euro für eine Fünf-Stunden-Betreuung zahlen. Zukünftig könnten es 153,39 Euro bei zwei freien Kita-Jahren oder 114,88 Euro bei nur einem kostenfreien Jahr sein. Bei einem Einkommen von 3000 Euro würde der Beitrag von 140,61 Euro auf 177,87 beziehungsweise 202,34 Euro steigen.

Die öffentliche Sitzung des Ausschusses beginnt heute um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Sollten sich die Ausschussmitglieder mehrheitlich für eine der vorgeschlagenen Varianten entscheiden, würden später noch der Verwaltungsausschuss und der Stadtrat über das Thema beraten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr