Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Einst Teil des Jakobswegs?

Museumstag in Rinteln Einst Teil des Jakobswegs?

In einem spannenden Vortrag hat Museumsleiter Stefan Meyer anlässlich des „Internationalen Museumstages“ von steinernen Fundstücken im Kirchengemäuer berichtet, die darauf hindeuten könnten, dass die Weserstadt zeitweilig in engem Zusammenhang mit dem Jakobswegs stand.

Voriger Artikel
Blumenschmuck wird prämiert
Nächster Artikel
Schlichte Ornamente statt bunter Bilder

Diese Zeichnung auf einem Backstein der Jakobi-Kirche zeigt möglicherweise einen Jakobus-Pilger. cok

Rinteln. „Das sind alles noch Mutmaßungen“, betonte Meyer. Wie ein Detektiv, der Beweisstücke analysiert und in einen Geheimnis aufdeckenden Zusammenhang stellt, spann er vor etwa 40 Zuhörern die Fäden eines Gedankengebäudes, in dessen Mittelpunkt die erstmals 1238 erwähnte Jakobi-Kirche stand.

 Wenn es nach ihm und den Untersuchungen des Lauenauer Geologen Christoph Brenneisen, geht, dann ist der Jakobus-Name der Kirche kein Zufall, ebenso wenig, wie die kleine Ritz-Zeichnung, die sich auf einem Backstein eines der Stützpfeiler befindet und auf der wohl ein Jakobus-Pilger abgebildet ist.

 Darauf ist ein liegender Mann, bedeckt mit der typischen Pilgerkappe, in der Hand einen Pilgerstab, zu sehen. Wäre es eine Art Gedenkstein für einen dort verstorbenen Pilger, dann müsste er von Norden aus in Rinteln angelandet sein, mit dem Plan, über die Herforder Jakobi-Kirche zumindest bis nach Köln, vielleicht sogar schließlich bis nach Spanien weiterzuwandern. „Man könnte so weit gehen und die These vertreten, dass Graf Adolf die Stadt Rinteln auch der Pilger wegen gründete“, so der Museumsleiter.

 Dass die Stadt den Schaumburger Grafen sehr wichtig gewesen sei, lasse sich auch aus dem Umstand ableiten, dass Graf Adolfs Bruder Konrad ziemlich sicher an der Jakobi-Kirche bestattet wurde, dass der Kirchenbau durch fremde Bischöfe gefördert worden war, dass ja überhaupt der Übergang über die Weser als die älteste Erwähnung einer Weserbrücke zwischen Höxter und Bremen gilt. Dazu komme der Umstand, dass sich ebenfalls an der östlichen Kirchenmauer ein eigenartiger Rundbogen zeige, ein sogenannter Lappenbogen, wie ihn auch die Nikolaikirche aufweise. Solche Bögen gibt es sonst nur in Halberstadt und in Magdeburg, und dann wieder in Südfrankreich und in Nordspanien.

 Mehr zum Thema wird in nächster Zeit aus einer geplanten Veröffentlichung Meyers hervorgehen. Wer an diesem Vortrag teilgenommen hat, sieht die Jakobi-Kirche und die vielfältigen Spuren aus Jahrhunderten des Umbaus jetzt sicherlich mit anderen Augen.

 Insgesamt stieß der „Museumstag“ auf großes Besucherinteresse, sowohl die Stadtführung mit der geschichtenreichen Karin Gerhardt, die Spaziergänge mit dem leidenschaftlichen Hobby-Historiker Uwe Kurt Stade über den Festungswall, als auch die Führung durch die aktuelle Wilhelm-Busch-Ausstellung, die Präsentation des Steinberger Kupferbeiles und schließlich die Radtour rund um die Stadt zu Zeugen ihrer Festungsgeschichte.

 Geradezu familiär entwickelte sich die Stimmung wegen der Verpflegung am Museum, die der Arbeitskreis Archäologie und die Kulturlandschaft bereitstellten. cok

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg