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Elfen, die am Bachlauf tanzen

39. Rintelner Musiktage Elfen, die am Bachlauf tanzen

Harfe und Orgel sind ein ungewöhnliches Paar für ein gemeinsames Musizieren. Kein Zufall, dass es nicht besonders viele Kompositionen für Harfe und Orgel gibt. Im Eröffnungskonzert für die 39. Rintelner Musiktage aber zeigte sich, was für eine bewegende Zwiesprache die beiden halten können.

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Daniela Brinkmann (rechts) und Jenny Meyer stellen sich mit ihrem Spiel so harmonisch aufeinander ein, dass ihnen ein riesengroßer Applaus gewiss ist.

Quelle: cok

RINTELN. Harfenistin Jenny Meyer aus dem Kreis Paderborn und Rintelns Kreiskantorin Daniela Brinkmann bewiesen, dass die Möglichkeiten ihrer Instrumente weit über typische Zuschreibungen hinausgehen. Die Konzertharfe, entwickelt im Jahr 1810, hat ja nicht mehr viel gemeinsam mit der kleinen Harfe, wie sie dem biblischen König David als Lieblingsinstrument zugeordnet wird. Sie ist fast so groß wie die Harfenistin selbst, und ihre Saiten produzieren Töne, die sich sogar gegen ein Orchester durchsetzen könnten. Auf der anderen Seite kann sich die große Kirchenorgel durchaus zurücknehmen und so zart klingen, als wolle sie mit einer Harfe die Rolle tauschen.

Musik vom Barock bis zur Moderne stand auf dem Programm, das die Zuhörer in St. Nikolai tief bewegte und in vielen von ihnen das Bedürfnis weckte, sich nach Konzert und Zugabe persönlich bei den Musikerinnen zu bedanken. Gleich die erste gemeinsam gespielte Komposition des spanischen Barock-Komponisten Josef Blanco – er war selbst Harfenist und Organist gewesen – stimmte ein vielseitiges Wechselspiel an, in dem Harfen- und Orgeltöne sich umkreisten, wie zwei Freunde, die miteinander einen fröhlichen Abend verbringen. Zu schade, dass nur, wer auf der Empore saß, sehen konnte, wie Jenny Meyer ihre Konzertharfe im Spielen fast umarmte.

Begeistertes Publikum

Diese „Zärtlichkeit“ kam besonders eindrucksvoll bei der Etüde für die Harfe des Komponisten und Harfenisten Alphonse Hasselmanns (1840-1912) zum Ausdruck. Auch wenn man den Titel des Stücks, „La source“, also „Die Quelle“, nicht kannte, konnte kein Zweifel am Thema der Etüde bestehen, so perlend flossen die Töne dahin und erinnerten an einen Bachlauf, an dem Elfen tanzen. Gleich darauf musste man beim Zuhören fast lachen, als nämlich Orgel und Harfe sich in Teile einer „Spieluhr“ zu verwandeln schienen, mit fünf kleinen Stücken von Carl Philipp Emanuel Bach.

Die Idee, abwechselnd beiden Instrumenten auch Soli zu gestatten und sich jeweils allein in ihren Eigenarten zu präsentieren, ließ den Abschluss des Abends, ein Konzert von Georg Friedrich Händel für Harfe und Orgel, noch einmal als Beweis dafür erscheinen, wie geschwisterlich beide miteinander umgehen können. Brinkmann und Meyer stellten sich mit ihrem Spiel so harmonisch aufeinander ein, dass ihnen ein riesengroßer Applaus gewiss war.

Das Eröffnungskonzert mit der Harfe in so bedeutsamer Rolle galt auch als Einladung für das nächste große Ereignis der Musiktage: Am Sonntag, 13. November, wird in der Nikolaikirche Händels Oratorium „Saul“ aufgeführt. col

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