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Entdecken, wo die Professoren wohnten

Emailleschilder in Rintelner Altstadt Entdecken, wo die Professoren wohnten

Man muss schon aufmerksam schauen, um die weißen Emailleschilder zu entdecken, die seit Dienstag einige Fassaden in der Rintelner Altstadt schmücken.

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Die Stadt Rinteln übernimmt nicht nur die Kosten für die Schilder, sie lässt sie auch vom Bauhof anbringen.

Quelle: pr

RINTELN. Und man sollte bei der Suche den Kopf ein wenig in den Nacken legen. „Wir haben uns entschieden, die ‚Professorenschilder‘ in einheitlicher Höhe anzubringen“, erläutert Historikerin Helge Heinke-Nülle. „Und weil doch einige Gebäude im unteren Bereich Schaufenster oder Schriftzüge aufweisen, sind wir mit unseren Tafeln etwas nach oben gewandert, und damit genau in die Richtung, die auch die Blicke von Besuchern nehmen, wenn sie unsere schönen alten Bauwerke bewundern.“

Heinke-Nülle hat sich nicht nur Gedanken zur Ausführung des neuen Projekts gemacht, sie war es auch, die die wissenschaftlichen Grundlagen dafür überhaupt erst geschaffen hat. Jahrelang hat sie sich im Stadtarchiv durch die Schatzregister, in denen früher die Grundsteuerabgaben aufgelistet wurden, gekämpft. Ihre Suche galt den früheren Bewohnern der Altstadt. Keine leichte Aufgabe, wenn Häuser im Schatzregister nicht nach Hausnummern sortiert sind, sondern in der Reihenfolge, in der der Steuereintreiber seine Route abging.

„Die mühevolle Kleinarbeit hat sich gelohnt. Sie hat uns einen Riesenschritt nach vorn gebracht“, lobt Museumsleiter Stefan Meyer. „Bis vor drei Jahren reichten unsere Erkenntnisse über die Wohnorte von Rintelner Bürgern nur bis ins Jahr 1750 zurück. Dank der Arbeit von Frau Heinke-Nülle bekommt unsere Stadtbevölkerung jetzt schon ab 1613 Namen und Gesichter.“ Das werde zum einen noch mal ganz neue Grundlagen zur Erforschung der Hexenprozesse liefern („Spielten da bei manchen Prozessen vielleicht Nachbarschaftskonflikte eine Rolle?“), zum anderen würde Rintelns Geschichte als Universitätsstadt dadurch viel lebendiger.

189 Professoren

Immerhin hat die Volkskundlerin bei ihren Nachforschungen 189 Professoren gefunden, die in Rintelns Altstadt als Bewohner geführt wurden. „Würden wir die alle auf Tafeln an ihren alten Wohnorten veröffentlichen, wäre manches Haus regelrecht mit Hinweisen zugepflastert“, sagt Meyer lachend. Einige Häuser und Wohnungen seien, wie man dank der neuen Forschungsergebnisse nachverfolgen könne, über lange Zeit von Akademiker zu Akademiker weitergereicht worden.

„Wir haben vier namhafte Gelehrte unterschiedlicher Fakultäten als Beispiele ausgesucht – mit Name, Geburts- und Sterbedatum“, so Meyer. Rinteln als historische Universitätsstadt sichtbar zu machen, ist eines seiner größten Anliegen. „Nach 777 Jahren Stadtrechten, steht uns bald der nächste große Geburtstag ins Haus. 2021 ist es 400 Jahre her, dass in Rinteln die Uni gegründet wurde.“

Wer schon mal anfangen will, sich auf diesen Geburtstag einzustimmen, dem sei ein Besuch der Bäckerstraße 1, des Hotel-Restaurants Wethmüller, Kirchplatz 12, und des Hauses von Photo Struck, Marktplatz 10, mit ihren frischen Hinweisen auf Uni-Geschichte empfohlen. cm

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