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Enttäuscht von Minister

Rinteln Enttäuscht von Minister

Die Flüchtlingsströme reißen nicht ab. Täglich kommen Tausende in das Land. Nur mit dem ehrenamtlichen Engagement der Bürger kann Deutschland diese Mammutaufgabe bewältigen. Dass der Einsatz für Einzelschicksale aber auch auf taube Ohren stoßen kann, diese Erfahrung musste ein Rintelner machen, als er sich für eine iranische Flüchtlingsfamilie einsetzte, einen Brief an Innenminister Thomas de Maizière schrieb und nun eine mehr als enttäuschende Antwort erhielt.

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Die Kianis warten seit dreieinhalb Jahren auf den Abschluss ihres Asylverfahrens.

Quelle: peb

Rinteln. „Als ich beim Frühstück in Ihrer Zeitung die Geschichte der Familie Kiani las, die seit fast dreieinhalb Jahren auf den Abschluss des Asylverfahrens wartet, wühlte mich dieses Schicksal derart auf, dass ich beschloss, der Familie ein zweites Mal zu helfen.“ Der Rintelner hatte die Familie kurz nach ihrem Eintreffen in Deutschland kennengelernt. „Diese freundliche, höfliche und im Auftreten bescheidene Familie sowie ihre Leidensgeschichte haben mich damals wie heute angerührt. Aufgrund meiner guten örtlichen Vernetzung gelang es mir seinerzeit, der Familie bei der Wohnungssuche behilflich zu sein.“ Die Kianis waren zunächst einer Sammelunterkunft zugewiesen worden und fühlten sich dort sehr unwohl.

Nach den ersten Kontakten mit der Familie sei für den Rintelner von Anfang an klar gewesen, dass die Familie auch aufgrund der beruflichen Ausbildung des Mannes und des Engagements des Ehepaares im kulturellen Bereich eine Bereicherung für Rinteln, Niedersachsen und Deutschland sei. „In den zurückliegenden Jahren habe ich die Familie zwar öfter im Stadtbild gesehen und auch getroffen, allerdings habe ich erst aus der Zeitung erfahren, dass noch immer kein Bescheid über deren Asylantrag vorliegt. Angesichts der derzeit angestrebten Verkürzung der Bearbeitungszeiten hielt ich eine Entscheidung in diesem Fall für längst überfällig und befürchtete gleichzeitig eine weitere Verzögerung in Anbetracht des derzeitigen Flüchtlingsstroms.“ Aus diesem Grund schrieb der Rintelner im Oktober einen Brief an den Innenminister mit der Bitte, der Angelegenheit durch einen Mitarbeiter nachgehen zu lassen.

Jetzt erhielt er eine Antwort. Nicht vom Innenminister, sondern vom Bürgerservice des Bundesministeriums des Innern. Darin heißt es unter anderen: „Leider kann das Bundesministerium Ihrem Anliegen nicht nachkommen, da nicht erkennbar ist, dass Sie ermächtigt sind, für diese Familie tätig werden zu dürfen. Allgemein kann ich Ihnen mitteilen, dass die Verfahrensdauer nicht nur von den Bedingungen des zuständigen Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge abhängt, sondern auch an die Gegebenheiten des jeweiligen Einzelfalls geknüpft ist.“ peb

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