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„Er ist einfach nicht totzukriegen“

Rinteln / Weltspartag „Er ist einfach nicht totzukriegen“

„Ich spare auf eine Tierklinik“, erklärt Vivien Strohmeier (11) mit fester Stimme. Eine aus Lego? „Nein, eine echte.“ Der Weltspartag ist ein Tag zum Träumen.

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Von Jakob Gokl. Während im Hintergrund die Geldzählmaschinen rattern und pralle Sparbüchsen klirren, überlegen große und kleine Kinder, was sie sich mit ihrem mühsam Ersparten leisten können. Von bescheidenen Wünschen – Süßigkeiten und Lego – bis zur Grenze des Möglichen – ein echter Panzer – reichen da die Vorstellungen.

 Ein realistisches Ziel hat der 16-jährige Pascal Thomas-Weizel. „Ich spare auf den Mofaführerschein“, sagt er und ist bereits auf gutem Weg dorthin. Im Sommer hat er gearbeitet, und zum Weltspartag gibt es von Papa einen Zuschuss. Kein Wunder, dass auch seine Geschwister versammelt vor dem Schalter der Sparkasse Klosterstraße stehen.

Anna Korf (10) ist zwar eine fleißige Sparerin, ihr Taschengeld gibt sie aber auch mit Begeisterung aus. „Für Zeitungen hauptsächlich, ‚Bravo‘ zum Beispiel“, sagt die Schülerin, die sich in der Volksbankfiliale an der Klosterstraße ein kleines Geschenk aussucht. Auch die elfjährige Alissa Caka gibt ihr Taschengeld mindestens ebenso gerne aus, wie sie es spart. „Insbesondere für Kleidung“, erklärt sie, „beim Shoppen halt.“ Ihr siebenjähriger Bruder Adem will sich auch ein Kleidungsstück kaufen, aber ein ganz bestimmtes. „Ein Spiderman T-Shirt“, meint er, „ich mag alles von Spiderman.“

 Für die siebenjährige Nailha Chazrnowski reicht eine Sparbüchse bereits nicht mehr aus. „Die von der Sparkasse war voll“, erzählt sie, „jetzt habe ich schon die zweite.“ Doch beide hat sie heute leider zu Hause vergessen. Damit trotzdem etwas aufs Sparbuch wandert, hilft ihre Mutter kurzfristig aus.

 „Ich werfe jeden Sonntag etwas in meine Sparbüchse“, erklärt Joshua (9), „denn da bekomme ich immer mein Taschengeld.“ Sparen macht Spaß, findet er. „Aber am liebsten würde ich es schon gleich ausgeben.“ Noch hindern ihn daran seine Eltern, aber der Weltspartag soll jedem vermitteln, dass Sparen einen Wert hat, erklärt Michael Fritz, Geschäftsstellenleiter der Volksbank in der Klosterstraße. „Und der Andrang ist ungebrochen“, freut er sich. Jedes Jahr aktuell sei auch der Konkurrenzkampf zwischen Geschwistern. „Jeder will am Ende mehr gespart haben“, erzählt Fritz.

Ein sehr positives Fazit zieht Larissa Obenauf, die kleine Geschenke an die jungen Sparer verteilt. Sie freut sich: „Bis jetzt hat nur ein Kind geweint, weil ihm ein Ballon weggeflogen ist. Aber er hat einen neuen bekommen und sich beruhigt.“

 Sonja Fiedler, Jugendberaterin in der Sparkasse Schaumburg, meint in Bezug auf den Weltspartag: „Er ist einfach nicht totzukriegen.“ In den vergangenen Jahren habe man zwar versucht, dem Weltspartag eine geringere Bedeutung beizumessen. „Wir wollten lieber, dass die Kinder das ganze Jahr lang sparen.“ Doch dieses Konzept ging nicht auf, daher wird dieses Jahr der Weltspartag wieder groß geschrieben. Am Ende werde zusammengerechnet, wie viel eingezahlt wurde. „Dieses Jahr läuft es schon sehr gut.“

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