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Ernestinum Schüler zwei Wochen in China zu Gast

Berufspraktikum mit Schnitzel und Spinne Ernestinum Schüler zwei Wochen in China zu Gast

Zwölf Jungen und fünf Mädchen des Gymnasiums Ernestinum im alter von 14 bis 16 Jahren haben zwei Wochen China besucht und dabei ein Berufspraktikum absolviert.

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Das Zweigwerk der Rintelner Firma Stüken in Shanghai wurde von der Gruppe besichtigt, im nächsten Jahr sind dort schon Berufspraktika möglich. 

Quelle: pr.

Rinteln/Chongqing. Sie tauchten in eine völlig fremde Welt ein, fanden nicht alles gut, waren von den Eindrücken aber begeistert. Aaron Sanal und Nils Witte ziehen Bilanz: „Wir würden dort später zwar nicht arbeiten wollen, aber so eine Reise können wir jedem nur empfehlen.“

Zu den Herausforderungen gehörten Sprache und Küche. „In den Gastfamilien der gehobenen Mittel- bis Oberschicht konnten eigentlich nur unsere Partnerschüler Englisch“, stellte Sanal fest. So war die Dolmetscherrolle gleich festgelegt. Aaron wohnte bei einem Restaurantbesitzer, Nils bei einem Logistikunternehmer. Beide hatten nur geringe China-Kenntnisse, waren am Gymnasium kurzzeitig in der China-AG.

„Aber die chinesischen Jugendlichen sind sehr flexibel und engagiert, haben Probleme auf ihrer Ebene immer selbst gelöst“, freite sich Dr. Ralf Kirstan, der als Lehrer und Vorsitzender der Deutsch-ChinesischenGesellschaft Schaumburg die Gruppe leitete.

Das chinesische Essen bekam den Rintelnern insgesamt gut, manche wagten sich zum Beispiel beim Peking-Besuch an besonders exotische Genüsse. „Dort haben wir in einer Marktstraße sogar Spinnen und Seesterne am Spieß auf dem Grill gesehen“, sagt Witte. „Aber Hunde- und Katzenfleisch haben wir nie gegessen oder angeboten bekommen“, schmunzelt Sanal.

Im Mittelpunkt der Reise standen kulturelle Aktivitäten mit den Familien, Unterricht in der Partnerschule und Hineinschnuppern ins Berufsleben. Erstmals ging der Flug direkt nach Shanghau, das ab 2016 zweiter Praktikumsstandort sein wird. Vier Firmen stehen dort mit Plätzen bereit. Dazu zählt die Niederlassung des Rintelner Feinziehspezialisten Stüken mit etwa 60 Mitarbeitern.

Dort gab es für die Rintelner schon mal eine Führung. Shanghai beeindruckte auch insgesamt, vor allem mit seinen Schokoladenseiten und den riesigen Verkehrsmengen. „Da gibt es schon mal drei Brücken oder vier Autobahnen übereinander“, staunten nicht nur Sanal und Witte.

Chongqing erschien da schon provinzieller, wies größere Umweltbelastungen und weniger internationales Flair auf. In der Partnerschule wurden die Rintelner Gastgeberschülern zugeteilt, die sie zum Teil schon über Internet-Kontakte kannten. Ein Wochenende in den Familien diente zunächst der weiteren Eingewöhnung.

Das Praktikum führte die gesamte Gruppe dann zur Firma Lifan, die Automobile und Motorräder herstellt, allerdings viel weniger automatisiert als in Deutschland. „Wir durften sogar Reifen anschrauben und waren dabei bald so schnell, dass die Chinesen mit dem Nachschub gar nicht nachkamen“, berichtet Kirstan. „Außerdem erstaunte uns, wie oft die Chinesen Pause machen.“ „Und manche legen sich dann sogar kurz zum Ausruhen einfach in die Autos“, lacht Sanal.

Kirstan und eine Begleitpersohn besuchten weitere Firmen im 100 Kilometer entfernten Tongnan, wo es bald Praktikumsplätze unter anderem bei Druckerhersteller Hewlett Packard geben könnte.

Im Kulturprogramm bekamen die Rintelner Gymnasiasten unter anderem noch eine zum Weltkulturerbe zählende buddhistische Klosteranlage aus dem 15. jahrhundert und das Drei-Schluchten-Museum für die Yangtse-Region zu sehen. Aber sie mussten auch selbst liefern. Am deutschen Kulturtag wollten die Chinesen typisch deutsche Kleidung und leckere deutsche Küche probieren.

„Gar nicht so einfach, wo es doch statt Pfannen meist nur Woks und statt Backofen Mikrowellen gibt“, erinnert sich Witte. Trotzdem kamen Schnizel, Pfannkuchen, Kartoffelsuppe, Zwiebelkuchen und Kekse auf den Tisch. Nicht zum satt essen, sondern nur als Probierhäppchen auf Zahnstocher aufgespießt. Kirstan erklärt, warum: „Der Schulteil, wo wir die in den Familien zubereiteten Speisen angeboten haben, hat allein 1300 Schüler.“

Nach dem Besuch einer Gartenausstellung und letzten Ejnkäufen sollte der Rückflug angetreten werden. Doch dieser wurde von Air China wegen eines Sturms erst im Zehn-Minuten-Rhythmus verschoben, dann ganz abgesagt.

Also zurück in ein Hotel und um 4.30 Uhr am Morgen wieder zumM Flughafen. Es gab dann endlich eine Alternative über Peking statt Shanghai, und mit einem Tag Verspätung wurde Hannover erreicht – Ostern also daheim. In Peking war sogar noch ein Stadtbesuch per Taxi möglich – Kaiserpalast, Fußgängerzone und Marktstraße. dl

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