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Erst Wodka – dann Sex im Keller

Rinteln Erst Wodka – dann Sex im Keller

Die Ehefrau erwischt ihren Mann im Partykeller beim Geschlechtsverkehr mit der Nachbarin und ruft sofort deren Ehemann. Dieser trägt seine Frau nach Hause. Am nächsten Morgen erstatten beide Anzeige wegen Vergewaltigung gegen den Nachbarn, der im gestern angelaufenen Prozess vor dem Amtsgericht Rinteln die Aussage verweigert.

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Rinteln. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Christian Rost muss nun klären, ob der Sex einvernehmlich war oder nicht. Im Falle einer Vergewaltigung drohe seinem Mandanten, zwei Jahre ins Gefängnis zu müssen, erklärte der Pflichtverteidiger.

Die Wahrheit zu finden, ist hierbei nicht einfach. Der 52-jährige Angeklagte sagt nichts, die 41-jährige Nebenklägerin hat große Gedächtnislücken. Die Polizei fand zwei alkoholisierte Beteiligte vor. Die Ehefrau des Angeklagten und der Ehemann der Nebenklägerin sprechen von vollzogenem Geschlechtsverkehr, sind aber beide noch immer emotional sehr aufgewühlt. Die Ehe der Nebenklägerin ist inzwischen zerbrochen, geschieden ist sie aber nicht. Die Frau des Angeklagten lebt noch mit diesem zusammen. Als Grund nennt sie: „Er ist doch der Vater meiner Kinder.“

Oberstaatsanwalt Klaus-Jochen Schmidt und die Anwältin der Nebenklägerin, Maxie Böllert-Staunau, versuchen ebenso wie das Gericht und die Verteidigung, über Detailfragen den Tathergang nachzuvollziehen. Die 41-Jährige schildert, dass sie am Vorabend der Tat als Alkoholikerin rückfällig geworden war, sich morgens noch müde fühlte, aber nachmittags zu ihrer neuen Arbeitsstelle wollte. Als sie zwischen Hausarbeit und Betreuung ihrer Tochter Pause machte und draußen rauchte, sah sie den Nachbarn.

„Du siehst aber schlecht aus“, habe sie zu ihm gesagt. Auch dieser Mann hat offenbar Alkoholprobleme, er ist in seiner Wohnung wegen Streits mit seiner Frau schon in die Kellerbar gezogen. Um sich selbst Unsicherheit vor der Arbeit zu nehmen und dem Nachbarn etwas zu helfen, bot die Nebenklägerin an, in einem Discountmarkt einige Dosen Bier zu holen. Dies tat sie dann.

Während ihr Mann später in ihrer Wohnung die Tochter betreute und glaubte, seine Frau sei zur Arbeit gegangen, hatte diese beim Nachbarn geklopft und war ins Haus gebeten worden. Sie folgte ihm in den Keller, wo er unter der Bettdecke eine Flasche Wodka hervorholte. Cola und ein schmutziges Glas, daran konnte sich die Frau noch erinnern, maximal drei Wodka habe sie getrunken. Dann der Filmriss.

Die Ehefrau des Angeklagten kam ins Haus, will eine Frauenstimme, Lachen und später lustvolles Stöhnen aus dem Keller gehört haben. Aber erst nach einer Stunde sei sie hinuntergegangen. Ihr Blick sei auf „nackte Beine“ gefallen, und die Nachbarin habe noch gesagt: „Jetzt sind wir wohl erwischt worden.“

Die betrogene Ehefrau rannte zum Nachbarn und dieser nun mit ihr zurück in den Keller. Dort will der gehörnte Ehemann noch sexuelle Handlungen gesehen haben, seine Frau sei halb nackt und fast besinnungslos gewesen. „So habe ich sie noch nie gesehen, und bei einvernehmlichem Sex zieht man sich doch ganz aus“, erklärte der Mann. Der Nebenbuhler habe ihn dagegen noch provoziert und reden können.

Das bestätigte auch die herbeigerufene Polizei. Der Angeklagte habe sie beschimpft und angegriffen, sei in den Streifenwagen gebracht worden, sagten zwei Beamte. Mit der kaum ansprechbaren Frau wurde offenbar nicht groß geredet. Deren Mann ärgerte sich vor Gericht, nicht gleich auf seinen Verdacht einer Vergewaltigung hingewiesen zu haben. Bei der Anzeigenaufnahme am Morgen danach sahen andere Polizeibeamte schon Anhaltspunkte für Gewalt. Nach Verabreichung von K.o.-Tropfen sei nicht gefragt worden. Die Ermittlungen liefen nun an, die Staatsanwaltschaft erhob später Anklage.

Unklar blieb gestern, ob die Nebenklägerin schon zuvor Gast im Hause des Nachbarn war und warum sie ihm arglos in den Keller folgte. Der Verteidiger will bei der Fortsetzung am 24. September einen Zeugen präsentieren, der die Frau schon früher auf dem Sofa des Nachbarn gesehen haben soll. Sie selbst bestreitet, dort jemals vorher gewesen zu sein.

Widersprüchlich sind auch die Angaben, ob die Nebenklägerin morgens Medikamente genommen hat oder nicht. Es blieben Zweifel, wie jemand bei Gewöhnung an Alkohol nach drei Wodka einen Filmriss haben kann. dil

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