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Erste Funde der Ausgrabung

Ritterstraße Erste Funde der Ausgrabung

Tierknochen, Keramikscherben, Münzen und jede Menge Tonpfeifen, alles größtenteils aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Eine der Tonpfeifen kommt sogar aus Hameln, wie die Inschrift verrät. So lautet die erste Bilanz der archäologischen Ausgrabung an der Ritterstraße 2 in Rinteln unter der Leitung von Markus Brückner von „ArchaeoFirm“ aus Hannover.

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Rinteln. Allerdings seien diese Funde noch nichts Besonderes, im Gegenteil: „Damit ist zu rechnen gewesen“, sagt Brückner. Was bei den Ausgrabungen noch alles zutage trete, werde sich innerhalb der nächsten Tage zeigen.

Ein paar Löcher sind bereits bei den Fundamentarbeiten der Baufirma entstanden, die an dieser Stelle im Auftrag von Bauherr Veit Rauch ein Wohnhaus errichtet (wir berichteten). Diese Löcher wurden von den Archäologen untersucht. Davon zeugen lauter kleine Körbe, in denen sich die Funde befinden. Jetzt werden acht weitere Fundamentpfeiler ausgeschachtet und auf archäologische Zeugnisse erkundet.

„Zu diesem frühen Zeitpunkt kann ich noch nichts Näheres dazu sagen, was sich hier mal befand“, sagt Brückner. Dies sei erst bei der anschließenden Erstellung des Grabungsberichtes möglich, der auch eine Zuordnung in den historischen Kontext beinhalte. Man könne sagen: „Je weniger der Archäologe vorher weiß, desto besser. Sonst findet man nur das, was man finden will“, meint Brückner.

Eine große Hilfe bei der Einordnung in die Zeit sind Münzen. Aber auch die Tonpfeifen sind aufschlussreich – dank einer Chronik, in der die von Zeit zu Zeit verschiedenartigen Pfeifen vom 16. Jahrhundert an aufgeführt sind. Daraus lässt sich etwa grob ableiten: je größer der Pfeifenkopf, desto älter die Pfeife. Wieso? „Mit einer zunehmenden Tabakächtung, schon damals, wurden die Steuern erhöht, der Tabak dadurch teurer und die Pfeifen kleiner“, erläutert Brückner.

An einem der Schächte zeigt der Archäologe die unterschiedlichen Bodenschichten auf, die sich über die Jahrhunderte herausgebildet haben: vom natürlichen Grund über mittelalterlichen Humus bis zu Ziegelbruch aus dem späten 16. beziehungsweise frühen 17. Jahrhundert. Dazwischen gibt es Planierschichten. Dabei handelt es sich unter anderem um Schutt, der bei Abrissen von Häusern entstand und anschließend einfach planiert wurde. „So wurde das Gelände immer höher“, sagt Brückner. Heißt im Umkehrschluss: Im Mittelalter lag Rinteln rund anderthalb Meter tiefer, als es heute der Fall ist.

Funde, die noch zu erwarten sind, wären: Brunnen, Kloaken, Abfallgruben, Gartenbau, Pflugspuren, Keller und kleine Vorratsstellen. Diese Funde können Aufschluss über die soziale Stellung der Hausbesitzer geben, speziell die Überreste von Haushaltsgegenständen. Je höherwertiger die Ausarbeitung und das Material, desto höher die Stellung. Mögliche Hinterlassenschaften von Handwerkern geben ferner darüber Auskunft, was sich an Ort und Stelle früher mal befand. „Der Name Ritterstraße selbst ist wenig aufschlussreich, ist er doch zu unspezifisch, anders als zum Beispiel Bäckerstraße, was auf Backhandwerk schließen lässt“, sagt Brückner.

In sechs Tagen muss die Ausgrabung abgeschlossen sein. Anschließend haben Brückner & Co. drei Monate Zeit für den Grabungsbericht. Dann werden die Rintelner mehr darüber erfahren, was sich an der heutigen Ritterstraße 2 einst befunden hat. pk

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