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Erste Interessenten für Montessori-Schule

Diskussion in Steinbergen Erste Interessenten für Montessori-Schule

Manchmal sind es gerade die mühsamen, langwierigen Prozesse, die zu kreativen und ungeahnten Lösungen führen können. Ein Beispiel hierfür kann man derzeit bei der Diskussion um die Steinberger Grundschule verfolgen. Anfangs ging es schlicht um den Erhalt des Schulstandortes im Dorf.

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Ein Konzept für Rinteln? Christoph Ochs von den Grünen (links) und Montessori-Pädagoge Wim Ruijsendaal.

Quelle: CM

Steinbergen. Nach der Entscheidung, dass Steinberger Schulkinder nach Deckbergen fahren müssen, begannen die Befürworter des Schulstandortes, nach Alternativen zu suchen. Immer noch stand an diesem Punkt die Verbundenheit der Dorfbewohner mit „ihrer“ alten Schule im Vordergrund. Dort möge es doch irgendwie weitergehen, so der Wunsch.

Mit der Einladung des Montessori-Pädagogen Wim Ruijsendaal durch die hiesige Grünen-Fraktion eröffnete sich in diesem Prozess eine ganz andere Ebene. Es stellte sich heraus, dass unter jungen Rintelner Eltern, die einen wesentlichen Teil der Zuhörerschaft ausmachten, offensichtlich Interesse an alternativen Bildungskonzepten besteht.

Kinder auf Augenhöhe begleiten

Schnell hatte der Referent die volle Aufmerksamkeit seines Publikums gewonnen. Und als dieser vom typischen Schulalltag an einer Montessori-Schule zu erzählen begann, ging regelrecht ein kollektives sehnsuchtsvolles Seufzen durch die Reihen der Eltern. „Wir begleiten die Kinder auf Augenhöhe. Angst vor dem Lehrer gibt es bei uns nicht. Die Schüler lernen individuell. Wir unterstützen jeden Einzelnen darin, das zu erarbeiten, was ihn gerade fasziniert und fesselt.“ Auch scheinbar Abstraktes, wie zum Beispiel Mathematik, werde durch die von Montessori-Pädagogen entwickelten Arbeitsmaterialien, im wörtlichsten Sinne begreifbar. So lauteten nur einige der vielen Aspekte, die der Leiter des Montessori-Bildungshauses Hannover vorstellte.

Pro-Argumente wie kleine Klassen, ein guter Betreuungsschlüssel, Pädagogen, die sich für jedes einzelne Kind interessieren, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Respekt als innere Grundhaltung – das klang für viele wie Musik in den Ohren.

Doch eines wurde genauso deutlich: So ein Ort fällt einem nicht in den Schoß. Eine Montessori-Schule will finanziert sein. „In Hannover haben wir uns für eine Staffelung des monatlichen Schulgeldes entschieden. Je nach Einkommen werden da 100 bis 400 Euro im Monat gezahlt“, berichtete der ursprünglich aus Amsterdam stammende Pädagoge.

Keine Zuschüsse in den ersten drei Jahren

Der Anfang sei außerdem besonders schwer. Man müsse einen Verein gründen, ein Gebäude finden, einen Plan entwickeln, wie man Ausstattung und die ersten drei Jahre ohne Zuschüsse finanziert.

Auch ganz Praktisches hätten die Vereinsmitglieder zu leisten. Ohne ihre Hilfe beim Einrichten, Renovieren und so weiter, ließe sich ein Schulprojekt nicht realisieren. Keine ganz leichte Aufgabe. Doch Ruijsendaal machte auch Mut. „Wir haben mit zwölf Kindern angefangen. Heute besteht die Einrichtung aus Krippe, Kindergarten, Grundstufe, IGS und gymnasialer Oberstufe.“

In Steinbergen trugen sich 41 Interessierte auf der Liste von Christoph Ochs ein. „Und ich habe schon im Vorfeld ganz viele Anfragen von Leuten, die heute keine Zeit hatten zu kommen“, so der Grüne, der selbst Vater von zwei kleinen Kindern ist. Ob sich jedoch genügend Menschen finden, die bereit sind, Zeit und Geld in den Aufbau einer solchen Schule zu investieren, wird die Zukunft zeigen.

Weitere Informationen gibt es bei Rebecca Ochs unter Telefon (01 76) 23 95 63 23 sowie per E-Mail an rebecca.maria.ochs@gmail.com.  cm

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