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Es begann mit einem Ferienjob

Vegetationswissenschaftler Es begann mit einem Ferienjob

Alle drei Jahre treffen sich Vegetationswissenschaftler aus der ganzen Welt in Rinteln. Warum ausgerechnet in der Weserstadt? Weil dort der Vater der „Pflanzensoziologie“ gelebt hat: Professor Reinhold Tüxen.

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 Bürgermeister Thomas Priemer (rechts) überreicht Professor Hartmut Dierschke die Urkunde für den Tüxen-Preis.

Quelle: jak

Rinteln (jak). Nach ihm ist der Preis benannt, den Professor Hartmut Dierschke aus Göttingen am Freitagnachmittag im historischen Ratskellersaal von Bürgermeister Thomas Priemer entgegennahm.

 Ohne Tüxen, scherzte Dierschke, „säße ich heute als pensionierter Oberstudienrat in der Lüneburger Heide“. Tüxen sei es gewesen, der ihn auf den Weg der Vegetationswissenschaften gebracht habe. Heute ist Dierschke ein weltweit anerkannter und vernetzter Pflanzensoziologe und trotz seiner 76 Jahre noch in seinem Institut in Göttingen tätig.

 Priemer, der den Preis überreichte, lobte aus diesem Anlass den „grünen Daumen“ der Mitarbeiter des Rintelner Baubetriebshofes. Ihr größter Erfolg: der „Rintelner Blütenzauber“ – eine Mischung aus 40 unterschiedlichen Wildblumensamen, von denen allein im vergangenen Jahr 2000 Tütchen verkauft worden sind.

 Die Laudatio auf den Preisträger hielt eine seiner ehemaligen Schülerinnen, Professorin Annette Otte aus Gießen. Das Interesse an der Natur sei Dierschke in die Wiege gelegt worden, Dierschkes Vater war Ornithologe, der Rest Zufall: Als Student (Ziel: höheres Lehramt) konnte Dierschke einen Ferienjob bei Reinhold Tüxen ergattern. Und er fand Geschmack an den botanischen Exkursionen. Er wurde wissenschaftlicher Assistent bei Tüxen und wohnte in dieser Zeit zwei Jahre in Rinteln. Dierschke gilt heute als der Fachmann für „Saumgesellschaften“, für das, was an Waldrändern wächst, die sich zur offenen Landschaft öffnen.

 Dass am Freitag einige der reservierten Plätze im Ratskellersaal leer blieben, eingeladene alte Kollegen nicht kamen, entschuldigte Dierschke mit dem Bahnstreik. Womit es sich Claus Weselsky von der Lokführergewerkschaft wohl auch mit den Pflanzensoziologen verscherzt haben dürfte.

 Am Freitagabend verblüffte dann Professor Jörg Pfadenhauer aus München seine Zuhörer in einem öffentlichen Vortrag im Brückentorsaal mit Superlativen: den höchsten Bäumen – bis zu 100 Metern hoch auf Borneo und in Oregon – und den ältestens Bäumen. Diese findet man in Kalifornien, und sie sind 5000 Jahre alt – da stapfte „Ötzi“ gerade über den Niederjochferner in Südtirol. Am Wochenende findet im Brückentorsaal das Tüxen-Symposium mit Wissenschaftlern unter anderem aus Japan, China, Russland und den USA statt. „Unsere Familienfeier mit wissenschaftlichem Hintergrund“, wie Dierschke das scherzhaft formulierte.wm

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