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Ex-Freundin mit Vergewaltigung bedroht

Rinteln/Bückeburg / Prozess Ex-Freundin mit Vergewaltigung bedroht

In einem Berufungsverfahren vor dem Bückeburger Landgericht ist ein arbeitsloser Hildesheimer nun wegen Bedrohung seiner ehemaligen Lebensgefährtin verurteilt worden.

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Rinteln/Bückeburg. Rinteln (maf). Die Kammer unter Vorsitz von Richterin Eike Höcker belegte den 33-Jährigen mit einer Geldstrafe von 500 Euro (50 Tagessätze à zehn Euro) und bestätigte damit eine frühere Entscheidung des Amtsgerichts Rinteln.

 Seltsam: Der Angeklagte, der auf ein milderes Urteil gehofft hatte, war aus unerklärlichen Gründen nicht zur Berufungsverhandlung erschienen. Sein Verteidiger nahm im Sitzungssaal Platz. Verurteilt wurde der Arbeitslose für einen drei Jahre zurückliegenden Vorfall: Nachdem sich seine Partnerin wegen Gewalttätigkeiten von ihm getrennt hatte, drohte er ihr telefonisch, sie zu vergewaltigen und „total fertigzumachen“.

 Der Fall: Im Jahre 2008 lernten sich der Angeklagte und die zehn Jahre ältere Frau über einen SMS-Chat kennen. Mal hielten sich die beiden bei ihm in Hildesheim, mal bei ihr in Rinteln auf. Nach einigen Monaten wurde die Beziehung von dem Mann offenbar zunehmend durch Gewalt geprägt. Einer früheren Einlassung der Frau zufolge schlug er ihr einmal bei einem Streit ins Gesicht, um sie wenige Wochen später hochzuheben und gegen eine Wand zu werfen.

 Dieser zweite Vorfall war für sie schließlich der Grund zur Trennung. Kurz darauf erhielt die Frau, die seit Jahren an ihm bekannten Herzrhythmusstörungen leidet, mehrere Anrufe. In einem Telefonat sagte der Mann zu ihr: „Es wäre ja auch schön, vergewaltigt zu werden.“ Nach der Bedrohung erwirkte das Opfer eine einstweilige Verfügung mit dem Inhalt, dass der Mann sie nicht mehr anrufen dürfe. Die Telefonate hörten dann auf, die Frau zog aus Rinteln weg.

 Nach Einschätzung eines medizinischen Sachverständigen ist der Angeklagte psychisch nicht gesund. In der Vergangenheit wurden von verschiedenen Seiten unterschiedliche Diagnosen gestellt. Diese reichten von einer Persönlichkeitsstörung über eine schizophrene Psychose bis zu einer Störung der Impulskontrolle. Vermutlich ist bei dem 33 Jahre alten Mann von einer Lernbehinderung, einer grenzwertigen Intelligenzminderung auszugehen. Letztlich hielt der Mediziner eine verminderte Schuldfähigkeit des einschlägig vorbestraften Angeklagten für möglich.

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