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Ex-Rechtsanwalt zu Geldstrafe verurteilt

4000 Euro Strafe Ex-Rechtsanwalt zu Geldstrafe verurteilt

Sieben Wochen nach dem Prozessauftakt gegen einen ehemaligen Rintelner Rechtsanwalt ist nun am fünften Verhandlungstag das Urteil verkündet worden: Richter Christian Rost erkannte auf Untreue in zwei Fällen sowie zehnfachen Missbrauch von Berufsbezeichnungen.

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Quelle: Symbolfoto

Rinteln. Rinteln. Er verhängte gegen den Volljuristen eine Geldstrafe von 4000 Euro (200 Tagessätze zu je 20 Euro).

Damit wurde der Rintelner in der Hälfte von insgesamt sechs Anklagepunkten schuldig gesprochen. Freispruch gab es unter anderem für den Vorwurf des Parteiverrats und des versuchten Prozessbetrugs. Mit dem Strafmaß folgte Rost weitgehend dem Antrag von Verteidigerin Dr. Angelika Bode (Hannover), die auf 180 Tagessätze plädiert hatte.

Allerdings hielt sie nur einen Tatkomplex, den unbefugten Gebrauch der Berufsbezeichnung Rechtsanwalt, für verwirklicht. Ganz anders fiel die rechtliche Bewertung des Leitenden Oberstaatsanwalts Martin Appelbaum aus. Er sah sämtliche Vorwürfe als erfüllt an und forderte eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung für den Rintelner sowie eine zusätzliche Geldauflage von 4000 Euro.

Unstrittig war am Ende eines umfangreichen Prozesses mit einer Reihe von Vorwürfen und rund 20 Zeugen nur der Missbrauch von Berufsbezeichnungen. Diesen Punkt räumte der Angeklagte ein. Nach einer Entscheidung der Rechtsanwaltskammer Celle hatte der Mann seine Zulassung als Rechtsanwalt verloren, rechtskräftig ist dies seit dem 23. April 2013.

Bis Oktober desselben Jahres führte er dennoch zehn Mal unbefugt die Berufsbezeichnung Rechtsanwalt, indem er unter anderem für seine Mandanten wiederholt Schreiben an verschiedene Empfänger wie Banken, Versicherungen und gegnerische Anwälte schickte. Dabei unterschrieb er jeweils eigenhändig.

In einem Fall der Untreue aus dem Jahre 2012 hatte der damals noch als Anwalt zugelassene Rintelner in einer Strafsache die Verteidigung eines 47-Jährigen übernommen. Dessen Verfahren wurde gegen Zahlung einer Geldauflage von 1000 Euro im August desselben Jahres vorläufig eingestellt.

Der Mann zahlte zunächst nicht, ein Verwandter überwies dann die Summe auf ein Konto des Anwalts. Die 1000 Euro sollten ans Gericht weitergeleitet werden, was aber nicht geschah. Der heute 47-Jährige beteuerte auch, später nicht 900 Euro in bar vom Anwalt zurückbekommen zu haben. „Das haben Sie für sich genommen“, wandte sich Rost an den Angeklagten.

In einem weiteren Fall der Untreue vertrat er eine Frau nach einem Verkehrsunfall. Die Versicherung zahlte schließlich mehr als 2000 Euro aus. Davon behielt er nach Auffassung des Gerichts rund 800 Euro in unzulässiger Weise für sich und verrechnete damit eigene Gebührenansprüche gegenüber der Frau. maf

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