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Exter bekommt Delta, aber kein Hundeklo

Rinteln Exter bekommt Delta, aber kein Hundeklo

Die Exter mündet bisher direkt und schnörkellos in die Weser, für die Natur die sparsamste Lösung. Das soll nun besser und schöner werden.

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Auf der südlichen Weserseite wird östlich der Extermündung (hier zwischen den beiden Kirchtürmen) das neue Delta mit Auenwald angelegt.

Quelle: tol

Rinteln. Der Bach bekommt ein Delta und einen Auenwald, ein Refugium für Tier- und Pflanzenwelt in der gelegentlich überschwemmten Uferzone. Im Herbst soll es losgehen, 345000 Euro stehen bereit. Nur die letzte Genehmigung des Landes Niedersachsen fehlt noch.

Warum schenkt der Landkreis Schaumburg Rinteln eine Uferverschönerung? „Das ist eine Ausgleichsmaßnahme für Eingriffe in die Natur an anderer Stelle. In der Vergangenheit haben Gewässerausbau sowie das Auffüllen und Nutzen von gewässernahen Auen und Überflutungsflächen zu einem erheblichen Defizit von natürlichen Auenstandorten geführt“, teilt Bernd Hugo, Leiter der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis, mit. Rinteln freut sich seit Langem auf einen weiteren Anreiz für die Nutzung der Weserpromenade am Südufer des Flusses, die dann in Richtung Delta verlängert werden könnte. „Wir wollen dort aber keine Besucherströme – und schon gar kein Hundeklo“, schränkt Matthias Dornbusch, der planende Ingenieur der Unteren Wasserbehörde, ein.

„Grundsätzlich ist alles mit dem Land Niedersachsen abgestimmt, es fehlt nur noch die schriftliche Genehmigung“, sagt Dornbusch. „Die benötigten Flächen gehören dem Landkreis und der Stadt Rinteln, das ist also kein Problem beim Grunderwerb. Wir hoffen, im Herbst beginnen zu können, und wären dann in etwa acht Wochen fertig. Am wesentlichsten sind die Bodenbewegungen, rund 18500 Kubikmeter Erde müssen wir abfahren, denn wir wollen ja nicht in den Hochwasserschutz eingreifen.“ Die Renaturierung des Exter-Unterlaufes mindestens bis Exten (wie vor drei Jahren öffentlich vorgestellt) ist nicht in der Maßnahme enthalten. Grund: Die Landwirtschaft war nicht bereit, entsprechende Flächen zu verkaufen.

Was also ist genau geplant bei der Anlage einer sogenannten Sekundäraue im Bereich der Exter-Mündung? „Ziel der Maßnahme ist die Schaffung beziehungsweise Wiederherstellung von auentypischen Lebensräumen für Tier- und Pflanzengemeinschaften“, erklärt Dornbusch. „Durch Abgrabungen bis maximal 3,30 Meter unter Gelände werden Flach- und Wasserwechselzonen sowie temporäre und ständige Gewässer geschaffen. In beziehungsweise auf denen sollen sich Röhricht- und Rietflächen sowie auentypische Weichholzzonen entwickeln. Weite Teile der umgestalteten Flächen bleiben sich selbst überlassen, lediglich in Randbereichen wird weiterhin eine extensive Grünlandbewirtschaftung erfolgen.“

Die im Gewässerentwicklungsplan Exter 2012 aufgeführte Planungsidee wurde im vergangenen Jahr konkretisiert und mit den direkt Betroffenen fein abgestimmt. Nach Klärung der Finanzierung wurde die Genehmigungsplanung in Auftrag gegeben. Diese liegt nun dem zuständigen Niedersächsischen Landesamt für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zur Genehmigung vor.

Die geplanten Gesamtkosten von 345000 Euro werden zu 90 Prozent aus Fördermitteln des Landes Niedersachsen beglichen. Die zehn Prozent an Eigenmitteln trägt der Landkreis, wobei diese sich wiederum vollständig aus Ersatzgeldern/Ausgleichszahlungen zusammensetzen.

Die Fläche ist 15000 Quadratmeter groß, 350 Meter lang und bis zu 55 Meter breit. Die Abgrabungstiefe beträgt bis zu 3,30 Meter, im Mittel aber nur 1,25 Meter. Die Maßnahme sollte eigentlich schon im vergangenen Jahr realisiert werden, die Planung und Finanzierung dauerten dann aber länger, so Hugo. dil

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