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Extrem-Wetter als Herausforderung

Es soll weiter regnen Extrem-Wetter als Herausforderung

In Rinteln haben Sturmböen Blumenkübel und Wahlplakate umgekippt und den Dachdeckern am Gymnasium Ernestinum Mehrarbeit beschert. Das Risiko, dass Feuerwehren in den nächsten Tagen wieder ausrücken müssen, bleibt bestehen. Die Böden haben sich vollgesaugt mit Wasser. Und es soll erst einmal weiter regnen.

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RINTELN. Die Dachdecker am Ernestinum mussten Dämmmaterial, das nicht sicher genug befestigt war, von den Grundstücken reihum einsammeln, wohin es zuvor geweht worden war. Bei Westendorf und Schaumburg sind Bäume auf die Straße gekippt, ebenso an den Sassenberg‘schen Kiesteichen.

 Sorgen machen sich die Landwirte, denn abgeerntete Maisfelder oder gerade eingesäte Wintergerste und Starkregen sind keine gute Kombination. Wenn es dann schüttet, „gibt es kein Halten mehr“, sagt Rintelns Stadtbrandmeister Friedel Garbe. „Dann rauscht wie in Deckbergen eine Schlammflut den Hang hinab auf Straßen, über Grundstücke, in Garagen.“

Feuerwehren gut vorbereitet

 Bei den Ortsfeuerwehren, versicherte Garbe, habe man sich inzwischen auf solche Extremwetterlagen eingerichtet und vorbereitet. So seien vor zwei Jahren weitere Tauchpumpen für die Ortsfeuerwehren angeschafft worden, damit man Keller leerpumpen kann. „Und unsere Gerätewarte hören den Wetterbericht. Wenn sich da etwas ankündigt, schauen sie nach, ob die Motorsägen vollgetankt sind und die Ausrüstung für solche Fälle einsatzbereit ist.“

 Bei einem solchen Extremwetter wird alarmiert, was gebraucht wird, versicherte Garbe. So seien beispielsweise bei der Schlammlawine in Deckbergen sechs Feuerwehren, alle Wehren nördlich der Weser, vor Ort gewesen: „Wir wussten ja nicht, wie sich das weiterentwickelt. Zum Glück hat der Starkregen gegen 21 Uhr aufgehört, sonst wäre alles noch schlimmer geworden.“

Starkregen belastet Landwirte

 Dieser Sommer hat nicht nur die Feuerwehren, sondern auch die Landwirte in Atem gehalten: Starkregen im Juli, die Exter erreichte einen Höchststand von 1,65 Metern. Starkregen im August, Starkregen jetzt Ende September. Zurzeit sind es meist abgeerntete Maisflächen oder gerade frisch mit Wintergerste eingesäte Äcker, auf denen sich der Boden verflüssigt und ins Rutschen kommt. Landwirt Dustin Borns, der studiert und zurzeit als Praktikant beim Landvolk-Kreisverband arbeitet, betonte, dass so ein Starkregen auch für den Landwirt einen erheblichen Schaden bedeute. Der weggeschwemmte Boden müsse ersetzt und nachgesät werden. Doch auch Bauern hätten inzwischen reagiert und würden in gefährdeten Hanglagen die Furchen quer zur Fließrichtung des ablaufenden Wassers ziehen oder am Rand des Feldes zur Straße einen Ablaufgraben anlegen. Möglich sei auch eine pfluglose Bodenbehandlung, um Erosion zu vermindern. „Doch da stellt sich dann das Problem, dass mehr Unkraut hochkommt.“

 Die meisten Gullys, Kanäle, Vorfluter sind für Extremwetterereignisse nicht ausgelegt. Eine Anfrage bei den Stadtwerken ergab, Gullys müssen nach DIN-Norm eine bestimmte Menge Wasser pro Quadratmeter abführen. Wird diese Menge überschritten, läuft der Gully über. Dazu kommt im Herbst das Laub, das die Gullys verstopft. Auch Vorfluter können nur eine bestimmte Menge Wasser aufnehmen. Dann staut es sich zurück. wm

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