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Fachsimpeleien und gebrauchte Teile locken

Rinteln / Oldtimertreffen Fachsimpeleien und gebrauchte Teile locken

Der Ortswechsel vom Steinanger an den Doktorsee und die Terminverschiebung vom Oktober in den Sommer hat sich gelohnt. Weit über 500 Besitzer alter Autos, Zweiräder und Traktoren stellten ihre mobilen Schätze am Wochenende beim Treffen der Oldtimer-Freunde Rinteln aus.

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Rinteln (who). Die Gäste kommen gerne an den Doktorsee, weil hier einfach die Infrastruktur passt im Gegensatz zum Parkplatz an der Weserbrücke. So stellt Uwe Thoke fest, als sich schon gegen Sonnabendmittag die Ausstellungsfläche Blick über Liegewiese und See mit Fahrzeugen gefüllt hat. „Es sind überraschend viele Gespanne gekommen.“ Damit meint er die betagten Autos, zumeist aus den fünfziger und sechziger Jahren mit den Caravan-Anhängern am Haken, die aus der Frühzeit des mobilen Campingurlaubs stammen. Unter ihnen fällt besonders das Mini-Gespann von Martin Stern auf.

Der 43-jährige Bückeburger hat zwar dieses Mal keine lange Anreise gehabt, dennoch macht er mit seinem Steyr Puch 650 T, Baujahr 1964 mit seiner vierköpfigen Familie regelmäßig lange Touren. Erst im Juli war er mit seiner Ehefrau und den beiden Söhnen Marvin und Hendrik, sechs und drei Jahr alt, zuletzt gerade im Juli drei Wochen in Italien unterwegs. Die Sterns besuchten ein Fiat 500- Treffen. Hintergrund: Der Steyr Puch aus Österreich mit hinten angeschlagenen Türen als Besonderheit war ein Lizenz-Nachbau des kleinen Italieners.

Alle vier Sterns haben in dem Mini-Anhänger Marke Eriba Pack von 1959 geschlafen, der hauptsächlich mit Betten bestückt ist, zu denen Martin Stern ein Kinderhochbett in der zweiten Etage nachgerüstet hat. „Und außer der Auflaufbremse, die ich sonst noch eingebaut habe ist der Anhänger im Originalzustand ...“

Heike und Michael Andrezewski, die gegenüber ihren Opel Kadett Coupé C von 1976 neben dem Wohnwagen geparkt haben, sind schon komfortabler ausgerüstet. Der Caravan Tabbert Comtesse von 1976 als rollendes Wohn- und Schlafzimmer mit Küche stand bereits für einen Hauch von Luxus auf dem Campingplatz. Und den demonstrieren sie unterm Vorzelt auf gemütlichen Klappstühlen, die sie in spartanischen Mini-Anhängern wie dem Eriba Puck kaum mitführen könnten.

Während die Caravan-Camper es ruhig angehen lassen, genießen es andere Oldtimer-Freunde zumindest bei An- und Abfahrt beziehungsweise gelegentlichen Extratouren, alle Blicke auf ihre liebevoll restaurierten und gepflegten Fahrzeuge zu ziehen. „Viele davon sind übrigens noch in täglichem Gebrauch“, erklärt Uwe Thoke.
Damit die automobilen Kostbarkeiten auch weiterhin rollen können, brauche es aber gelegentlich Ersatzteile. Und deshalb seien die rund 50 Anbieter in der Händlermeile hoch willkommen, die ihre teils sogar neuen Originalteile anbieten. Thoke: „Das ist ein großes Plus, weil man hier die Teile sehen und anfassen kann“ und nicht wie im Internet erst bei Lieferung zu Gesicht bekomme.

Beim Schauen, Fachsimpeln mit vielen Gleichgesinnten, Schnäppchenkauf und einer Extraportion Urlaubs-Feeling am See verging das Oldtimer-Wochenende eigentlich viel zu schnell, bedauerten etliche Gäste. Zum Schluss gab es noch eine Siegerehrung.

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