Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Familienvater reanimiert

Rinteln Familienvater reanimiert

 Nur die „winterharten“ Camper verbringen jetzt noch ihre Freizeit am Doktorsee, und die Badesaison ist sowieso schon beendet.

Von Werner Hoppe. Darum packten am Wochenende auch die Wachgänger der DLRG-Ortsgruppe Rolfshagen ihre Siebensachen. Das Einwintern ist der Saisonschluss und Anlass für eine gemeinsame Feier für die ehrenamtlichen Helfer gemeinsam mit dem Mitarbeiter-Team vom Doktorsee, erklärte der technische Einsatzleiter Jürgen Thielke am Samstagmorgen. Unterdessen wurden die Einsatzboote vor ihrem Gang ins Winterquartier durchgecheckt und anderes Rettungsgerät ins Magazin gebracht.

 Bevor endgültig Ruhe herrscht am See, müsse erst alles gereinigt, instand gesetzt oder ausgetauscht werden, so wie zum Beispiel der Propeller eines Außenbordmotors, den Thielkes Sohn Marcel, gerade ausgewechselt habe. „In dieser Saison, von Himmelfahrt bis Ende September, hatten wir relativ viele Reparaturen“, berichtete Thielke. „Was wir selber machen können, wie das Reinigen, den Motorencheck oder Filterwechsel oder kleinere Reparaturen, das machen wir selber.“

 Das Kerngeschäft der DLRG-Ortsgruppe ist die Wacht über die Sicherheit der Badegäste. Dort, wo andere Urlaub machen, haben 38 von ihnen während der vergangenen Monate wieder gut 4500 Stunden ehrenamtlichen Einsatz bei Wachen und Ausbildung geleistet. „Wir haben zurzeit ein sehr junges, motiviertes Team“, das während der Sommerferien in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sogar „ganztägig und rund um die Uhr“ in der DLRG-Wachstation auf der Halbinsel präsent gewesen sei. Mit „vier Mann Mindestbesatzung und sieben bis acht Leuten“ in der Hauptsaison bei Hochbetrieb am Strand, auf dem Wasser und an der Rutsche. Als „normales Jahr“ bezeichneten Thielke und das ganze Team die Saison. Normal bedeutet in der Hauptsache die Versorgung bei kleineren Verletzungen oder von Wespenstichen. Darüber hinaus seien die Wachgänger auch einmal sehr ernsthaft gefordert worden. „Ein halb ertrunkener Familienvater musste reanimiert werden, der an einem Sommertag leblos im Wasser lag.“

 Dank der guten Ausrüstung der Wachstation und weil zufällig ein professioneller Anästhesist unter den Badegästen war, habe der Mann bis zum Eintreffen des Notarztes stabilisiert und gerettet werden können.

 „Aber wir sind auch im Winter oft hier“, erläuterte Thielke, eine absolute Pause gibt es nicht. Denn „im Winter haben wir Eiswache, wenn der See freigegeben wird“. Dass der Aufenthalt in der Wachstation mit ihren bis zu 11 Übernachtungsplätzen, Küche und Dusche künftig auch im Winter angenehm ist, sei Doktorseegeschäftsführer Uwe Deppe zu verdanken. Thielke: „Er hat uns Elektro-Heizkörper gestellt.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr