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Feiern, bis das Bier ausgeht

Oktoberfest im Brückentorsaal Feiern, bis das Bier ausgeht

Um 19 Uhr war Einlass beim Oktoberfest im Brückentorsaal, und schon eine halbe Stunde später herrschte Gaudi-Stimmung. „Mich hat ein Engel geküsst“ und „Ein Stern, der deinen Namen trägt“, dazu drehten sich Jung und Alt in Dirndl und Lederhose zum Tanz.

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Einfach fröhlich und unbefangen umherschwofen: Die Tanzfläche ist gefüllt.

Quelle: cok

RINTELN. „Wie lange geht das Fest eigentlich?“, fragt jemand. Antwort: „Bis das Bier alle ist“. Das heißt: Bis morgens 2.30 Uhr.

 Die „Wesernixen“ des Carnevalsvereins RCV – eigentlich eine reine Frauentanzgruppe – hatten sich passende Männer geschnappt, um das Tanzen zu eröffnen, und Ortsbürgermeister Veit Rauch schwang den Hammer, mit dem er das Bierfass anzapfen wollte. 24 Schläge habe Münchens Bürgermeister für sein Fass gebraucht, rief Rauch. „Aber der ist SPD – ich schaffe das mit einem Schlag!“ Nun, CDU-Mann Rauch musste viermal zuschlagen, aber dann floss das Bier aus dem Holzfass – genau so wie aus den unzähligen Metallfässern, die immer wieder durch die Menge zum Tresen gekarrt wurden.

 Unter normalen Umständen wäre man von der „Almecho“-Band wohl nicht gerade begeistert gewesen. Sie zogen ihre angepriesene „Gaudipower der Extraklasse“ ohne all zu viel Inspiration durch. Aber da gab es auch noch „DJ Diegro“, dessen Mix auf Anhieb für eine volle Tanzfläche sorgte, und außerdem war die Stimmung insgesamt so gut, dass vielleicht sogar eine bloße Rhythmusmaschine zum Tanzen animiert hätte. Noch bevor die Party zwei Stunden im Gang war, tanzten die Leute auf den Tischen.

 Auch wer einfach mit seinem Bier an den Tischreihen saß, hatte seinen Spaß beim Beobachten der kostümierten Paare. Manche der älteren Herrschaften tanzten so innig, als hätten sie sich gerade frisch verliebt; andere drehten sich rasant im Kreis, als wollten sie einen Preis gewinnen, und wieder anderen drohten im Eifer des Gefechts der Lederhosenträger oder die Dirndlbluse von der Schulter zu rutschen. Die allermeisten schwoften einfach fröhlich und unbefangen herum, wie auf Schützen- oder Erntefestball. War ja auch nicht so schwer, denn der einzige Rhythmus, der galt, war der Foxtrott – das kann wirklich jeder.

 Ganz besonders tapfer hielten sich das Verpflegungsteam von Schlachter Rauch und die Organisatoren des RCV. Sie mussten den Abend bis in die Nacht hinein nüchtern bleiben. „Ich trinke nur alkoholfreies Bier“, meinte Karl Heinz Stahlhut vom Carnevalsverein, der im Eingangsbereich die Getränkegutscheine verkaufte. Gute Laune hatte er trotzdem, kommt doch beim Oktoberfest immer so viel Geld zusammen, dass der RCV davon seine anderen Veranstaltungen finanzieren kann.

 „Geht das Programm jetzt den ganzen Abend so weiter?“ „Was denken Sie denn“, sagt Stahlhut: „Oktoberfest, das ist Tanzen und Trinken und Trinken und Tanzen, bis das Bier ausgeht.“cok

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