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Feiern und die Sorge um Gewalt

Neujahrsempfang der evangelischen Kirchen Feiern und die Sorge um Gewalt

Es war ein Gottesdienst der Freude: Posaunenbläser und Chorsänger aus den evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Rintelns und einiger Ortsteile sorgten in der voll besetzten Stadtkirche St. Nikolai für eindrucksvollen Klang.

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Mehr als 70 Sänger aus den Chören der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Rintelns leitet Kantorin Daniela Brinkmann (stehend links) beim Gottesdienst in St. Nikolai.

Quelle: pr.

Von Dietrich Lange

Rinteln.  In der Predigt ging es um die Hochzeit in Kanaan, wo Jesus Wasser in Wein verwandelte, ein Fest in Saus und Braus ermöglichte. Im Glauben ist auch Platz für Fröhlichkeit, betonte Pastorin Sabine Schiermeyer. Das klang zwar leicht, doch steht es im Gegensatz zu den fanatischen Koranauslegungen und darauf fußenden Terrorakten und Hinrichtungen dieser Zeit. Dass so etwas in Rinteln nie passieren möge, wünschte beim Neujahrsempfang in St. Nikolai denn auch der stellvertretende Bürgermeister Karl Lange mit kurzen, knappen und eindeutigen Worten.

 Pastorin Elisabeth Schacht-Wiemer hatte bei der anschließenden Begrüßung zum Neujahrsempfang die Tonlage aus dem Gottesdienst ebenfalls geändert. Sie rief dazu auf, als Christen Menschen anderer Hautfarbe und anderen Glaubens ohne Gewalt und Vorurteile zu begegnen. Sie appellierte, diesen Menschen solidarisch gegen Hetze und Gewalt zur Seite zu stehen. Schacht-Wiemer: „Nehmen wir sie an, wie Christus uns angenommen hat.“ Also ohne Vorbehalte.

 Insgesamt war aber ein gut gelaunter Start ins neue Jahr angesagt. Mit Sekt und Orangensaft prosteten sich Vertreter der Kirchen, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zu. Der Fokus richtet sich vor allem auf das Jubiläum von St. Nikolai. 777 Jahre wird die Kirche alt, und dazu hat das Redaktionsteam Heidegret Eickmeier, Harald Scheibe und Friederike Büge (Satz und Layout) eine 96-seitige Hochglanz-Festschrift vorgelegt. In dieser gibt es Grußworte vom Landesbischof, von der Stadt Rinteln, Kirchenkreis und Kirchenvorstand. Erklärt wird, wer der Namenspatron ist, dazu Blicke in die Baugeschichte und Ausstattung der Kirche. Auch kommen jetzige und ehemalige Pastoren von St. Nikolai zu Wort. Sieben Kostbarkeiten aus der Kirche werden vorgestellt und sieben neue Geschichten über die Kirchengemeinde erzählt. Die Vorsitzende des Kirchenvorstands, Irmtraut Brendel, dankte allen, die zum Gelingen der Festschrift beigetragen haben: „Da steckt viel Zeit und Arbeit drin.“ Und Brendel empfahl den Kauf für – wie könnte es anders sein – sieben Euro.

 „Das Jubiläum gibt Anlass, es mal so richtig krachen zu lasen, sprich zu feiern“, lud Brendel schon mal zum Besuch der Veranstaltungen ein. Sie nannte den Besuch von Landesbischof Ralf Meister am Sonntag 7. Juni, an dem auch das Gemeindefest in und um St. Nikolai gefeiert werde. Kantorin Daniela Brinkmann werde mit Joseph Haydns „Die Schöpfung“ und einem Kindermusical zwei musikalische Highlights setzen. Sieben ehemalige Pastoren würden jeweils einmal wieder in St. Nikolai predigen.

 Während es also hier vornehmlich ums Feiern ging, wird im Hintergrund bereits an einem Signal gegen Fremdenfeindlichkeit und religiösen Fanatismus gearbeitet. Der frühere Superintendent und heutige Vorsitzende des Vereins Haus der Weltreligionen, Dr. Peter Neumann, wurde gebeten, mit Vertretern der Muslime und Juden zu sprechen, um auch von Rinteln ein öffentliches Signal der Toleranz, Meinungs- und Religionsfreiheit ohne Gewalt auszusenden. Die Gespräche dazu stehen bereits fest.

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